Öllinger warnt vor Rechtsextremen-Aufmarsch am Wochenende in Kärnten

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Wien (OTS) — Wäh­rend am Pfingst­wo­chen­en­de die Befrei­ungs­fei­ern im ehe­ma­li­gen Nazi-Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Maut­hau­sen und den Neben­la­gern statt­fin­den, ver­sam­meln sich auf dem Loi­ba­cher Feld bei Bleiburg/Pliberk in Kärnten/Koroska mut­maß­lich bis zu 10.000 Men­schen zu einer der größ­ten regel­mä­ßi­gen rechts­extre­men Mani­fes­ta­tio­nen Euro­pas. „Bei die­ser jähr­li­chen Kund­ge­bung wird das mit den Nazis kol­la­bo­rie­ren­de Usta­scha-Sys­tem bzw. der faschis­ti­sche kroa­ti­sche NDH-Staat ver­herr­licht — ver­ant­wort­lich für den Mas­sen­mord an Juden, Roma und Sin­ti, Ser­bIn­nen und Regime­geg­ne­rIn­nen”, warnt der Grü­ne Abge­ord­ne­te Karl Öllinger.


Bleiburg/Pliberk 2015
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Hin­ter dem vor­der­grün­di­gen Geden­ken an Kriegs­ge­fal­le­ne ver­birgt sich eine Fei­er, die dem faschis­ti­schen NDH-Staat hul­digt, wes­halb auch zahl­rei­che Rechts­extre­me und Neo­na­zis – nicht nur aus Kroa­ti­en anrei­sen. Öllin­ger: „Das ist ein untrag­ba­rer Zustand. Auch wenn nicht alle Teil­neh­me­rIn­nen Rechts­extre­me sind – der Auf­marsch wird für eine rechts­extre­me Insze­nie­rung miss­braucht — es wer­den selbst in Kroa­ti­en ver­bo­te­ne (Ustascha-)Symbole oder auch Nazi-Sym­bo­le gezeigt.”


Haken­kreuz in Bleiburg/Pliberk 2015
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Des­halb hat das kroa­ti­sche Par­la­ment 2012 auch beschlos­sen, sich als Mit­ver­an­stal­ter der Fei­er­lich­kei­ten zurück­zu­zie­hen und die Finan­zie­rung ein­zu­stel­len. Erst heu­er wur­de die­se wie­der auf­ge­nom­men. Das liegt wohl an der neu­en rechts­kon­ser­va­ti­ven Regie­rung und beson­ders an Kul­tur­mi­nis­ter Zlat­ko Has­an­be­go­vic: Die­ser ist schon mehr­fach durch sei­ne rechts­extre­men Posi­tio­nen auf­ge­fal­len und auch im Komi­tee des rechts­extre­men Blei­burg-Auf­mar­sches ver­ant­wort­lich tätig, nun gewinnt der rechts­extre­me Blei­burg-Kult wie­der an Bedeu­tung, kri­ti­siert der Grüne.


Abzei­chen der faschis­ti­schen Ustaša-Bewegung
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Öllin­ger for­dert Innen­mi­nis­ter und Poli­zei auf, in aus­rei­chen­der Stär­ke bei der Ver­an­stal­tung ver­tre­ten zu sein und auch wach­sam und ent­schie­den ein­zu­schrei­ten, wenn – wie üblich – ver­bo­te­ne Sym­bo­le oder Grü­ße gezeigt wer­den. „Das brau­chen wir mit Sicher­heit nicht – faschis­ti­sche oder nazis­ti­sche Grü­ßer wäh­rend der Befreiungsfeiern.“


Bleiburg/Pliberk 2015 Katho­li­scher Kle­rus vor­ne dabei
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Bleiburg/Pliberk: Magnet für Faschisten
Blei­burg (Kärn­ten): Rechts­extre­mer Massenaufmarsch
Stein­hau­ser: Ustaša -”Gedenk­fei­ern” in Kärn­ten beenden
Bleiburg/Pliberk (Ktn): Kroa­ti­scher Toten­kult mit Hitler-Gruß


Usta­scha-Fei­ern in Bleiburg/Pliberk, 2008, Bild­quel­le: u‑berg.at
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