Braune Provokation beim Deserteursdenkmal

3.000 Teil­nehmerIn­nen erwartete die „Nation­al Partei Öster­re­ich“ (NPÖ) bei ihrer Demon­stra­tion am Sam­stag, 21.November in Wien. Gekom­men sind dann allerd­ings nur 300 – da half auch die Unter­stützung durch die Iden­titären nichts. Dafür macht­en sich die Recht­sex­tremen auf dem Deser­teurs­denkmal bre­it und errichteten dort ihr Red­ner­pult. Eine Pro­voka­tion, die von der Wiener Polizei sog­ar noch ver­bal unter­stützt wurde.


3.000 Teil­nehmerIn­nen erwartete die NPÖ ..
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„Der Auf­stel­lung­sort des Red­ner­pults wider­spricht kein­er geset­zlichen Bes­tim­mung“, twit­terte die Polizei laut „Kuri­er“. Ein Polizeis­prech­er fügte noch hinzu, dass die Polizei in diesen Tagen beson­ders sen­si­bel vorge­he, um jede Aufre­gung zu vermeiden!

Da stellt sich nur noch die Frage, wer mehr provozieren wollte: die Recht­sex­tremen von der Face­book-Gruppe NPÖ oder die Polizei! Nach den ersten Protesten gegen diese Stel­lung­nah­men der Wiener Polizei gab’s dort offen­sichtlich eine Kursko­r­rek­tur, die die Sache nicht bess­er machte. Dem „Stan­dard“ erk­lärte die Polizei, „nicht genau fest­ge­hal­ten zu haben, wo die Tribüne stand: Sie habe Wichtigeres zu tun gehabt“.

Ver­mut­lich lauscht­en die anwe­senden Ver­fas­sungss­chützer ergrif­f­en den Red­nern. Ein­er von denen forderte näm­lich: “Legt euch Waf­fen zu! Seid gewapp­net gegen Ter­ror­is­ten! Schmeißt die Poli­tik­er raus aus ihren Ämtern!“.

Der bekan­nte Wiener Neon­azi Wolf­gang L. war schon mit der Waffe in der Hosen­tasche zum Auf­marsch erschienen, wurde von der Polizei aber nicht ent­waffnet. Weil sie „Wichtigeres zu tun gehabt“ hat? Wie schaut’s mit dem Ver­samm­lungs­ge­setz aus? Ist die Polizei wenig­stens dafür zuständig, dass Neon­azis nicht mit dem Mess­er in der Hose auf Demon­stra­tio­nen herumstolzieren?


Wolf­gang L. mit Mess­er; Quelle und Rechtein­hab­er: rechtsdrall.com
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Auf­fäl­lig war auch, dass sich neben bewaffneten Neon­azis und anderen ein­schlägi­gen Gestal­ten wie etwa dem „Braunen von Wels“, ver­sprengten Pegi­da-Resten und Iden­titären auch FPÖ-bzw. RFJ-Funk­tionäre wie Markus Ripfl ganz offen und selb­stver­ständlich mitver­sam­melten. War er dies­mal dabei, um seine mit­demon­stri­eren­den Kam­er­aden über die Bedeu­tung des Küh­nen-Grußes zu informieren, den sie da vorzeigten? Schließlich dürfte er ja mit­tler­weile über die Bedeu­tung des Grußes aufgek­lärt sein.


Quelle und Rechtein­hab­er: rechtsdrall.com
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Aus­gerech­net vom etwas angeschla­ge­nen ehe­ma­li­gen Pegi­da-Sprech­er Georg Nagel (er wurde nicht unter den Demon­stri­eren­den gesichtet) stammt der mit Abstand dümm­ste und zynis­che Spruch zur Demo: 

„Ich finde es sehr passend, dass das Red­ner­pult auf dem unerträglichen Schand-Denkmal für die Deser­teure aufgestellt wurde, denn schließlich han­delt es sich bei vie­len der jun­gen Män­ner die derzeit unser Land stür­men auch um feige Deser­teure und Ver­räter, die ihre Heimat in Stich gelassen haben“.

Auf der FB-Seite der NPÖ Wien wur­den par­al­lel dazu nicht nur neuer­lich NS-Post­ings veröf­fentlicht, son­dern auch eines der NPD, in dem die Neon­azis zum „Toten­son­ntag 2015“ posten: “Deutsche Sol­dat­en haben für Euch gekämpft! Es wird Zeit sie zu ehren!“.

David Ellen­sohn, Klubob­mann der Wiener Grü­nen, sieht in der Beset­zung des Deser­teurs­denkmals durch die Demon­stra­tionsleitung (aber auch durch feix­ende Recht­sex­treme, die für Fotos posierten) daher zurecht eine „Pro­voka­tion durch Recht­sradikale“ und eine „Schande“.

Albert Stein­hauser, Jus­tizsprech­er der Grü­nen, kündigt in ein­er Presseaussendung eine par­la­men­tarische Anfrage an: “Es ist völ­lig unver­ständlich, dass die Polizei das nicht unter­bun­den hat“.

Bei der Demon­stra­tion wurde nicht nur die Hymne der FPÖ-John-Otti- Haus­band („Immer wieder Öster­re­ich“) abge­spult, son­dern anscheinend auch eine Vari­ante von dem Lied „Deutsches Volk steh auf“ (wir haben keine Ver­sion ent­deckt, die nicht nazis­tisch wäre). Die Vari­a­tion der Goebbels-Parole passt jeden­falls wun­der­bar zu diesen Demonstrierenden.


Quelle und Rechtein­hab­er: rechtsdrall.com
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Runen; Quelle und Rechtein­hab­er: rechtsdrall.com
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