Flüchtlingsunterkünfte: Viele Attacken, wenige Verdächtige

Albert Stein­hauser, Jus­tizsprech­er der Grü­nen, stellte vor zwei Monat­en eine par­la­men­tarische Anfrage an die Innen­min­is­terin, um in Erfahrung zu brin­gen, wie viele Über­griffe auf Flüchtling­sun­terkün­fte es 2015 gegeben hat. Die Antwort war dur­chaus über­raschend. Ein­er­seits, weil mehr Attack­en als bish­er öffentlich bekan­nt stattge­fun­den haben, ander­er­seits, weil die Innen­min­is­terin auch Asyl­wer­ber zu den Attack­ier­ern zählte.

Keine Frage, die Zahl der Anschläge auf Flüchtling­sun­terkün­fte ist deut­lich angestiegen 2015. Das stellt auch Albert Stein­hauser fest, der dabei vor allem darauf ver­weist, „dass die Hem­mungen für Über­griffe gefall­en sind. Wenn im Inter­net gehet­zt und die Stim­mung auf­bere­it­et wird, darf es nicht wun­dern, dass sich einige dann legit­imiert sehen, den Worten auch Tat­en fol­gen zu lassen“.

Die Innen­min­is­terin lis­tet in ihrer Anfrage­beant­wor­tung zwei Attack­en auf Unterkün­fte für Asyl­wer­berIn­nen auf, die eigentlich nicht in diese Kat­e­gorie fallen:

  • Am 1. Jän­ner gab es eine Brand­s­tiftung in Grünbach/Schneeberg durch einen geistig ver­wirrten Asyl­wer­ber, der nach dem schon abgeschlosse­nen Straf­prozess in eine Anstalt für geistig abnorme Rechts­brech­er eingewiesen wurde
  • Am 30. Mai gab es in der Betreu­ungsstelle Ost in Traiskirchen einen Zim­mer­brand, der durch drei Asyl­wer­ber aus­gelöst wurde.
  • In den anderen Fällen waren die Über­griffe echte Über­griffe, also Attack­en von außen, wobei es nur in sehr weni­gen Fällen gelun­gen ist, die mut­maßlichen Täter auszuforschen.

    Hier deshalb eine Auf­stel­lung, aus der her­vorge­ht, ob es zur Aus­forschung von Tatverdächti­gen gekom­men ist.

    Aus­ge­forscht ja/nein