Wien/Graz: Hitler-Grüßer

Über den Prozess und das Urteil gegen den Grazer Hitler-Grüßer berichteten die Medien noch knapp – über den Vorfall, dass bei Straches Wahlkampfauftakt am Viktor-Adler-Markt ein Mann den Hitler-Gruß gleich zweimal direkt in die Kamera zeigte, bisher niemand. Seit wenigen Tagen ist das Video der „BlueFish Productions“ , das den Vorfall zeigt, im Internet abrufbar. Auch die Fans der FPÖ und andere rechtsextreme haben es schon bemerkt.

18 Monate bedingt hat der Grazer Hitler- Fan ausgefasst, der bei einer Pegida- Demo am 29. März in Graz seine rechte Hand zum Hitlergruß erhoben hatte. Die Grazer Grünen haben den Vorfall kurz darauf angezeigt – jetzt sprachen die Geschworenen den Angeklagten mit 8:0 Stimmen für schuldig. Sie hatten keine Zweifel.

Auch die Szenen, die die Kamera der „BlueFish Productions“ eingefangen haben, sind eindeutig. Während der Interviewer im Vordergrund FPÖ-Fans befragt, spricht im Hintergrund der Typ im „Lonsdale“-Leiberl, der zuvor schon seinen rassistischen Rülpser in die Kamera sprechen durfte („Wegen die Ausländer“ wähle er FPÖ) mit einem „Boston“-Shirt-Träger, der unmittelbar darauf seine rechte Hand zum Hitler-Gruß hochreckt. Der Interviewer, der gerade mit weiblichen FPÖ-Fans spricht, sieht die Szene nicht, aber die Kamera. Kurz darauf wiederholt der „Boston“-Mann noch einmal den Hitler-Gruß.


„BlueFish Productions“,YouTube

Das Video von „BlueFish Productions“ ist seit 13.9. online – auf YouTube und bei Facebook. Die Langversion (7:18) ist auf YouTube zu sehen, die Kurzversion auf ihrem Facebook-Konto. Auch die diversen FPÖ-Fan-Gruppen haben das Video und den Hitlergruß bei der Strache-Kundgebung am 4.9. schon entdeckt und kommentieren es sehr unterschiedlich: „Die sind ja darauf aus nur gewisse Leute zu interviewen, damit die andern nen Grund haben zu lästern“, verkennt Mische N. die Situation am Video.


„BlueFish Productions“,YouTube

Ein anderer, Christian S., versucht sich gleich in unterschiedlichen und widersprüchlichen Erklärungen: „Dumme Buam, was keine Ahnung von Geostrategie haben. Fpö lehnt so etwas klar ab. In Graz wurden solche Szenen gestellt um die (sic!) Fpö zu schaden. Gibt sogar ein Urteil davon“.


„BlueFish Productions“,YouTube

Naja, die blauen Abwehrstrategien waren auch schon einmal besser. Einer aus der Neonazi-Szene, der einen Hitler-Gruß wohl im Schlaf erkennen würde, empfiehlt dringend, auf Interviews zu verzichten (was auch an der Sache vorbeigeht, denn der „Boston“-Mann wurde nicht interviewt). Zweifel am Gruß hat er offensichtlich keine.


„BlueFish Productions“,YouTube

Wir empfehlen: auf Hitler-Grüße zu verzichten, denn die werden angezeigt! Der Boston-Mann kann sich ja einstweilen schon am Grazer Urteil (18 Monate) orientieren.