Pegida und der Krieg

Der unterge­gan­gene Sprech­er von Pegi­da Wien hat es schon vor ger­aumer Zeit ger­aunt: der Bürg­erkrieg in Europa stünde vor der Tür oder habe bere­its begonnen, das ‚Volk‘ in Europa werde kolonisiert und auf seinem Boden entste­he langsam ein Kali­fat. Die Posts, die Pegi­da täglich in den sozialen Net­zw­erken abset­zt , behan­deln das, was für sie der alltägliche Krieg ist.

Der Krieg, den Pegi­da her­beis­chreibt, ist natür­lich ein Krieg der Mus­lime gegen das Chris­ten­tum, gegen Europa. Da wird nicht mehr dif­feren­ziert zwis­chen den Glauben­srich­tun­gen des Islam, zwis­chen salafistis­chen und jihadis­tis­chen Mus­li­men und der nach wie vor bre­it­en Mehrheit an gemäßigten, „nor­malen“ Mus­li­men. Alle wollen sie unser Geld, unseren Sozial­staat, „unsere“ Frauen, unsere Arbeit, die sie uns weg­nehmen, um sich gle­ichzeit­ig in die soziale Hänge­mat­te zu leg­en. Und natür­lich wollen sie unser Leben, uns ver­nicht­en, uns köpfen. Die zynis­chen und grausamen Bilder, die der Islamis­che Staat (IS) um die Welt schickt: bei Pegi­da wer­den sie wohlge­fäl­lig immer wieder repro­duziert. Natür­lich nicht nur bei Pegi­da! Eine ganze Legion an islam­o­phoben Seit­en beschäftigt sich damit. Aber die Patri­o­tis­chen Europäer gegen die Islamisierung des Abend­lan­des haben sich den Glauben­skrieg schon in ihrer Namens­beze­ich­nung selb­st verordnet.


State­ment auf ein­er deutschen Anti-Pegida-Kundgebung
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„Pegi­da legt beson­deren Wert auf einen sach­lichen Stil, einen fre­undlichen Ton, Tol­er­anz und Respekt vor anderen Meinungen…..Demagogische, sex­is­tis­che oder ras­sis­tis­che Äußerun­gen führen zur sofor­ti­gen Löschung des Kom­men­tars und zur umge­hen­den Sper­rung des Users……Wir ste­hen für eine friedliche Auseinan­der­set­zung auch mit kon­tro­ver­sen The­men. Ohne kör­per­liche oder ver­baler (sic!) Gewalt. Wir wollen nicht so wer­den wie die, die uns mit allen Mit­teln bekämpfen“.

Was da auf der Face­book-Seite von Pegi­da zu lesen ist, ist genau­so irrel­e­vant wie die Hau­sor­d­nung, die sie sich bei jed­er Demo verordnet.

Als in den let­zten Tagen eine Mel­dung über Nachricht­e­na­gen­turen und Medi­en ver­bre­it­et wurde, wonach in Paler­mo 15 mus­lim­is­che Flüchtlinge festgenom­men wur­den, die auf einem Flüchtlings­boot 12 Chris­ten über Boot gewor­fen haben, wird die Mel­dung via Kro­ne auch von Pegi­da Wien weit­er­ver­bre­it­et. Während die ital­ienis­che Polizei gegen die fün­fzehn Verdächti­gen wegen „mehrfachen Totschlag erschw­ert durch religiösen Hass“ ermit­telt, machen sich etliche Pegi­da-Aktivis­ten an ihrer Tas­tatur zu schaf­fen, um virtuell mehrfachen Totschlag zu begehen.

„Wieso lassen sie die nicht absaufen?“, fragt Ulla M. und meint offen­sichtlich alle im Boot. Alle im Boot, egal ob Chris­ten oder Mus­lime, ob an der Tat beteiligt oder nicht, will jeden­falls Michael E. ver­nicht­en: “Tor­pe­do Mark-48. Schnell und laut­los“. Seine Ver­nich­tungsphan­tasie gefällt ihm so gut, dass er sie noch ein­mal wieder­holt: „Tor­pe­do Mark-48 wäre ein­mal gefragt. Dann verge­ht ihnen der Appetit für eine Über­fahrt. Europa braucht diese Typen nicht“. Johann Z. ist da gle­ich dabei: “I mag helfen Schif­ferl versenken“ und erhält dafür 9 Likes.


Als wür­den tausende Tote nur durch die restrik­tive Ein­wan­derungspoli­tik der EU nicht genü­gen: Ver­nich­tungs­fan­tasien auf der Pegida-Facebook-Seite…
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Es geht schon längst nicht mehr um einen Krim­i­nal­fall mit religiösen Motiv­en, son­dern es geht um Krieg. Jür­gen P. fordert denn auch „am besten marine manöver und feuer frei, sie hab­ns ned anders ver­di­ent“. Und Rudolf B., der angibt, bei den ‚Aus­tri­an Armed Forces‘ tätig zu sein, assistiert: „Eine Bombe gut gezielt und alles ist gut …“.

Dazwis­chen eingestreut sind auch noch Post­ings ‚in denen nach Lynchjus­tiz oder dem weißen Hai gerufen wird. Kein Wort zu den Flüchtlings­dra­men, die sich jeden Tag im Mit­telmeer abspie­len, zu den Zehn­tausenden Men­schen, die beim Ver­such, Europa zu erre­ichen, ertrunk­en sind, kein Wort zu den (auch Glaubens-) Kriegen, vor denen die Men­schen flücht­en, son­dern als Antwort: Bomben und Tor­pe­dos. Alles noch immer online.