Gudenus rudert zurück

Lesezeit: 2 Minuten

Johann Gude­nus, der Klub­ob­mann der Wie­ner FPÖ im Gemein­de­rat, rudert zurück. Hat er noch vor weni­gen Tagen trot­zig gepos­tet, er las­se sich nicht den Mund ver­bie­ten, er blei­be bei sei­nen Aus­sa­gen zur angeb­li­chen „isla­mis­ti­schen“ Atta­cke auf den Niko­lo in Kuf­stein, so ist das jetzt Erre­gung von ges­tern: Gude­nus hat sei­nen Kom­men­tar auf Face­book gelöscht. War­um wohl?

„Jedes Wort ist wahr“, hat­te Gude­nus in sei­nem Kom­men­tar gepos­tet und als Beweis dafür eine – unbe­leg­te – Befra­gung von Kuf­stei­ner Niko­laus und Orts­be­woh­nern ange­führt. Wir kön­nen uns das leb­haft vor­stel­len, wie die FPÖ-Funk­tio­nä­re aus­ge­schwärmt sind, um den Inter­spar-Niko­laus und die Orts­be­woh­ner zu befra­gen. Die Orts­be­woh­ner? War­um die Orts­be­woh­ner? Waren die alle beim Inter­spar? Egal – ist es nicht wich­ti­ger, dass Gude­nus sei­ne Pos­tings zum angeb­li­chen Über­fall von „Isla­mis­ten“ auf den Niko­laus gelöscht hat?

Aber war­um hat er sie gelöscht und bis­her kein ein­zi­ges Wort der Erklä­rung dazu gefun­den? Zum einen gibt es da die von „Hei­mat ohne Hass“ bzw. Uwe Sai­ler gefer­tig­te Sach­ver­halts­dar­stel­lung wegen des Ver­dachts der Ver­het­zung. „Hei­mat ohne Hass“ ist aber noch etwas ande­res auf­ge­fal­len: ein Pos­ting, in dem ein „klei­ner Hit­ler“ her­bei­ge­wünscht wird und in die Inbe­trieb­nah­me der Gas­kam­mer von Dach­au („voll­funk­ti­ons­fä­hig haha­ha­ha­ha“).

Das KZ-Pos­ting wur­de tage­lang nicht gelöscht, obwohl „Hei­mat ohne Hass“ dar­auf hin­ge­wie­sen und Gude­nus durch­aus Zeit gefun­den hat­te, den Bei­trag zu lesen sowie ande­re –FPÖ-kri­ti­sche- Pos­ter zu sper­ren. Ges­tern – nach einem wei­te­ren Bei­trag von „Hei­mat ohne Hass“ – griff Gude­nus dann zur Radi­kal­lö­sung und lösch­te den gan­zen Thread.

Jetzt wis­sen wir natür­lich nicht genau, war­um Gude­nus sei­ne “wah­ren Wor­te“ und den „klei­nen Hit­ler“ gelöscht hat. Viel­leicht, weil die Hetz- Sto­ry über den bedräng­ten Niko­laus schon längst ihre Schul­dig­keit getan hat? Viel­leicht aber auch, weil ihm die kon­se­quen­te Beob­ach­tung durch „Hei­mat ohne Hass“ samt Anzei­ge doch etwas unan­ge­nehm ist?