Wels (OÖ): Braune Aktivitäten auf Facebook

Aktuell hat die Face­book-Gruppe „I mog Wels nim­ma !“ 226 Mit­glieder. Das ist ganz schön viel für eine Gruppe, in der ganz unge­niert braune Het­ze betrieben wird. Die Gruppe „Heimat ohne Hass“ veröf­fentlicht jet­zt Het­z­post­ings der Gruppe, die sich vor allem gegen den Welser Bürg­er­meis­ter richt­en, Uwe Sail­er hat Anzeige erstat­tet, der „Kuri­er“ berichtet in sein­er OÖ-Aus­gabe.

Wie fast immer, wenn es um braune Aktiv­itäten in Wels geht, mis­cht Lud­wig Reinthaler mit. Reinthaler, der von der Kro­nen­zeitung ver­di­en­ter­maßen das Att­trib­ut „Der Braune“ zugedacht bekam, hat mit sein­er Wahlliste „Die Bun­ten“ in Wels eine Samm­lung von Recht­sex­tremen organ­isiert. 2009 entsch­ied die Wahlkom­mis­sion der Stadt Wels, die Liste zu den Gemein­der­atswahlen nicht mehr zuzu­lassen, da sie sich im Sinne des NS-Ver­bots­ge­set­zes (wieder)betätigt. In der Wahlkom­mis­sion fiel die Entschei­dung mit den Stim­men von SPÖ, ÖVP und Grü­nen, die FPÖ stimmte übri­gens dagegen.

Reinthaler, der in der braunen Szene nation­al und inter­na­tion­al bestens ver­net­zt ist, ist auch in der Gruppe „I mog Wels nim­ma!“ ein eifriger Poster. Für den Welser Bürg­er­meis­ter Peter Koits (SPÖ), der nicht zum ersten Mal bedro­ht wird, hat er nur verächtliche Beze­ich­nun­gen wie „Türken Peter“ oder „link­sex­tremer Aus­län­der- Bürg­er­meis­ter“ übrig. Als ein ander­er Poster nicht nach­ste­hen will und Koits als „Eselfick­er“ beze­ich­net, set­zt Reinthaler noch nach und schreibt: “Des mit de Esel stimmt ned“ – brauner Humor!

Zuvor wurde in der Gruppe darüber disku­tiert, wie mit ein­er Ehrung durch den Mag­is­trat umzuge­hen sei: „Soll ich hin oder nicht? Mit Bombe ja oder nein?“

Das Grup­pen­mit­glied Irene S., das diese Frage stellt, präsen­tiert sich auf seinem per­sön­lichen FB-Kon­to mit T‑Shirts von „Blood & Hon­our“ und “Skrew­driv­er“, also ziem­lich ein­schlägig. Ein­schlägig ist auch die Unter­hal­tung, die über die Fra­gen von Irene S. geführt wird: “Do kert eigentli e nur a kugl int pis­tole!!!“.


Irene S. — Blood & Honour
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Für Uwe Sail­er ist durch die Post­ings in der Gruppe der Ver­dacht der gefährlichen Dro­hung und der schw­eren Nöti­gung gegeben. Er hat daher Anzeige bei der Staat­san­waltschaft Wels erstat­tet. Im „Kuri­er“ wird der Welser Bürg­er­meis­ter Peter Koits, der schon in der Ver­gan­gen­heit bedro­ht wurde, dazu so zitiert: „In den ver­gan­genen Wochen habe ich wieder ver­mehrt anonyme Beschimp­fun­gen erhal­ten. Mit der aktuellen Inter­net-Dro­hung ist aber eine neue Dimen­sion erre­icht, hier wurde ein­deutig eine Gren­ze über­schrit­ten“.


„Drecks Pack gehört angezündet”
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In der Gruppe wird aber nicht nur gegen Koits gehet­zt, son­dern gegen Mus­lime, Türken, Roma bzw. „Aus­län­der“ ganz all­ge­mein. „Dieses Drecks Pack gehört angezün­det“ heißt es in einem weit­eren Post­ing, „Das hätte es zu Adis Zeit­en nicht gegeben“ in einem anderen.


„zu adis zeiten”
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Im Vor­jahr wurde die Gruppe „I mog Wels nim­ma!“ nach Infor­ma­tio­nen des Welser Info­laden übri­gens von dem FPÖ-Gemein­der­at Erwin Gunack­er aus Krenglbach bei Wels admin­istri­ert. Schon damals wur­den Post­ings veröf­fentlicht, die den Ver­dacht der NS-Wieder­betä­ti­gung recht­fer­tigten. Von Ermit­tlun­gen ist uns allerd­ings nichts bekannt.