Ulrichsberger: Kalte Füße nach Feuerrede

Die pronazistische Fanseite „Ulrichsberggemeinschaft der Heimkehrer- und Europagedenkstätte“ auf Facebook ist offline. Ob Facebook oder die Betreiber selbst die Seite gelöscht haben, ist unklar. Die Anzeige von Uwe Sailer dürfte das Absterben der braunen Fanseite stark befördert haben.

Das letzte Posting der „Ulrichsberggemeinschaft“ war die Einladung zu einer Sonnwendfeier in Linz, an der Rechtsextremisten und auch Proponenten der FPÖ teilgenommen haben. Die „Linzer Sonnwendfeier“, die unter dem Motto „170 Jahre Peter Rosegger“ stand, wurde von den Ulrichsberg-Fans ohne Ortsangabe beworben. Die Linzer Burschenschaft Arminia Czernowitz scherte sich aber nicht um den Geheimhaltungsfimmel der Ulrichsberger und veröffentlichte auch den Veranstaltungsort. Der Linzer FPÖ-Stadtrat Detlef Wimmer konnte daher ohne Probleme das Ellbognergut erreichen und den „Feuerreden“, die von Franz Obermayr und Karl Katary gehalten wurden, lauschen.

Obermayr ist EU-Abgeordneter der FPÖ und Katary ein Alter Herr der Burschenschaft Bruna Sudetia, der 2001 als Referent bei der neonazistischen AfP aufgetreten ist. Ob Katary wieder darüber sinniert hat, dass die USA nur deshalb in den Zweiten Weltkrieg eingetreten sei, weil das Deutsche Reich Hitlers ein erfolgreiches Gegenmodell zu den herrschenden Finanz- und Handelssystemen entwickelt habe, wissen wir nicht. Dem Detlef Wimmer dürfte die Veranstaltung jedenfalls gut gefallen haben.

Warum die Ulrichsberg-Fans ausgerechnet nach den feurigen Reden eingegangen sind, ist dem Kärntner Verfassungsschutz noch nicht klar. Ein Verfassungsschützer konstatiert nur: „Wahrscheinlich haben die Betreiber kalte Füße bekommen und tauchen derzeit unter“ (Kärntner Tageszeitung, 27.6.2013)

Uwe Sailer wird da etwas konkreter:

„Es ist auch denkbar, dass Personen aus dem Dunstkreis der realen Ulrichsberggemeinschaft die Betreiber zum Schließen bewogen haben“ (Kärntner Tageszeitung, 27.6.)

Das sehen die braunen Ulrichsberg-Fans natürlich völlig anders – so wie der Obmann der realen Ulrichsberggemeinschaft, Hermann Kandussi. Beide bestreiten übereinstimmend, dass sie irgendetwas miteinander zu tun hätten.

Was ein bisschen irritierend ist: die braunen Ulrichsberger haben auf ihrem Facebook-Konto ein Dankschreiben der realen Ulrichsberger an die „sehr geehrten Spender und Förderer“ veröffentlicht, wo sie sich artig bedanken für die Spenden, gleichzeitig aber darauf hinweisen, „dass es zur Abdeckung der angefallenen Kosten noch weiterer Aufbringung von finanziellen Mitteln bedarf und hoffen auch in dieser Hinsicht auf Ihre Unterstützung“.

Woher sie dieses Schreiben wohl haben?