Feldkirch: Urteil wegen Hetze auf Straches Seite

Das Lan­des­gericht Feld­kirch hat in der Vor­woche einen Poster, der auf der Face­book-Seite von HC Stra­che einen het­zerischen Kom­men­tar abgegeben hat, wegen Ver­het­zung verurteilt. Das Urteil ist mehrfach bemerkenswert.

Während die Staat­san­waltschaft Steyr (OÖ) etwa der Mei­n­ung war, dass das Post­ing „diese hurenkinder gehören sofort ertränkt“ nicht strafrechtlich zu ver­fol­gen sei, war die Staat­san­waltschaft Feld­kirch der Ansicht, dass das Post­ing „hoch oben auf die lat­er­ne solen (sic!) sie hän­gen diese scheis­s­wichser“ , das G. K. (40) auf Stra­ches Face­book-Seite plaziert hat­te, den Tatbe­stand der Ver­het­zung erfülle und klagte ihn an.

Vor Gericht ver­sprach der Angeklagte, nie wieder der­ar­tige Post­ings zu schreiben und gab als sein Motiv an, dass schon vor ihm andere Poster aggres­sive Kom­mentare über Moslems abgegeben hätten:

„Dann dachte ich, ich schreibe halt auch so einen Scheiß dazu“ (Vol.at) .

Damals, im Som­mer 2011, dacht­en sich viele Poster das gle­iche oder ähn­lich­es wie G.K.. Aus­lös­er waren Stra­che-Kom­mentare auf sein­er Pin­nwand, die in der Folge zu regel­recht­en Het­z­jag­den ausarteten, bei denen so ziem­lich alle graus­lichen Tötungsarten von Postern vorgeschla­gen wur­den. Selb­st einige Stra­che-Fans genierten sich damals für das Niveau. 

Stra­che bzw. sein „Team“ reagierten anders. In einem Post­ing meinte er bzw. eine Helfer­lein, dass natür­lich alle Post­ings gele­sen wür­den, aber auf­grund der großen Zahl schon das eine oder andere „überse­hen“ wer­den kön­nten. Außer­dem – so Stra­che – halte er es dur­chaus für möglich, dass poli­tis­che Geg­n­er Fake-Pro­file ein­richt­en wür­den, um „ver­ab­scheuungswürdi­ge Post­ings bewußt“ auf sein­er Seite zu plazieren. Ein­mal mehr also die immer gle­iche Masche- keine Entschuldigung, kein klar­er Aufruf zur Mäßi­gung, son­dern ein Angriff auf poli­tis­che Geg­n­er, die verdächtigt werden.

G.K., der Ver­fass­er des Post­ings, beschreibt mit sein­er Aus­sage vor Gericht sehr gut, wie der Erre­gungsmech­a­nis­mus, der Stra­che Reko­rde an Post­ings und „Like it“ beschert, funk­tion­iert: ein­er begin­nt unges­traft bzw. unkom­men­tiert mit der Het­ze, dann heulen die anderen „auch so einen Scheiß“ nach. G.K. ist natür­lich kein poli­tis­ch­er Geg­n­er von Stra­che, son­dern ein Fan von ihm, von Bar­bara Rosenkranz und der Direk­t­demokratis­chen Partei Schweiz.

Das Urteil, eine teilbe­d­ingte Geld­strafe von 2400 Euro, nah­men der Angeklagte und die Staat­san­waltschaft an, somit ist es rechtskräftig.