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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Hetze auf einer Facebook-Seite

Am 22.8. wur­de in Eisen­stadt der Süd­bur­gen­län­der Micha­el F. (33) wegen Ver­het­zung zu fünf Mona­ten beding­ter Haft ver­ur­teilt. Er hat­te auf der Face­book-Sei­te „Ja!! zu: Öster­reich ohne Mina­ret­te !!!“ gegen Mus­li­me gehetzt. Dort wird ohne Beden­ken weitergehetzt.

1. Sep. 2014

Mehr als 16.000 Men­schen gefällt die Face­book-Sei­te „Ja!! zu Öster­reich ohne Mina­ret­te !!!“, die es seit dem Dezem­ber 2009 gibt. Anfangs ver­steck­te der Betrei­ber der Sei­te sei­ne Absich­ten nicht ein­mal beson­ders: Da wur­de zur Natio­na­len Volks­par­tei (NVP) eben­so ver­linkt wie zur Sei­te „Stop3g.at“, mit der gegen das NS-Ver­bots­ge­setz kam­pag­nis­iert wur­de – von der NVP. Mit etli­chen Grup­pen­tref­fen quer durch Öster­reich soll­te der poli­ti­sche Orga­ni­sie­rungs­pro­zess vor­an­ge­trie­ben wer­den. Und wie fast immer, wenn Robert Fal­ler hin­ter sol­chen Bestre­bun­gen steht, klapp­te das nicht besonders.


„Ja!! zu Öster­reich ohne Mina­ret­te !!!“ und das Verbotsgesetz

Robert Fal­ler, der seit eini­ger Zeit als Geschäfts­füh­rer einer Inn­viert­ler Dis­ko­thek werkt, hat im Ver­lauf sei­ner trü­ben poli­ti­schen Kar­rie­re, in der er zuletzt als „Gene­ral­se­kre­tär“ der Natio­na­len Volks­par­tei her­um­di­le­tier­te, bevor er 2012 rechts­kräf­tig zu 20 Mona­ten beding­ter Haft wegen NS-Wie­der­be­tä­ti­gung ver­ur­teilt wur­de, schon eini­ge brau­ne Pro­jek­te in den Sand gesetzt und genießt des­halb in der ein­schlä­gi­gen Sze­ne kei­nen beson­ders guten Ruf. Die rechts­extre­me Enzy­klo­pä­die Metape­dia bezeich­net ihn bei­spiel­wei­se als einen „in natio­na­len Kreise[n] teil­wei­se umstrit­te­nen deut­schen Poli­ti­ker aus Öster­reich“, und ist mit die­ser Cha­rak­te­ri­sie­rung ist sie ver­gleichs­wei­se sehr vor­nehm und zurückhaltend.

2010 woll­te Fal­ler – auch mit Hil­fe von „Ja !! zu Österrreich ohne Mina­ret­te!!!“ – die rechts­extre­me „Lis­te Wien“ von Gün­ther Rehak bei den Gemein­de­rats­wah­len pushen. Die Lis­te schaff­te aber nicht ein­mal die not­wen­di­ge Anzahl von Unter­stüt­zungs­er­klä­run­gen, fusio­nier­te aber weni­ge Wochen spä­ter mit der Natio­na­len Volks­par­tei von Fal­ler und schaff­te es nach eini­gen Ver­ren­kun­gen, gemein­sam mit die­ser von der Bild­flä­che zu verschwinden.

Die Face­book-Sei­te „Ja!! Zu Öster­reich ohne Mina­ret­te!!!“ wur­de auch in den Fol­ge­jah­ren, in denen er mit dem Auf­bau sei­ner bür­ger­li­chen Exis­tenz und mit sei­nem Pro­zess wegen NS-Wie­der­be­tä­ti­gung beschäf­tigt war, von Fal­ler wei­ter­be­trie­ben. Obwohl sich die Sei­te immer wie­der for­mal von Extre­mis­mus jeder Art distan­ziert, lebt sie nur von bil­li­ger Het­ze und Ras­sis­mus. Auch Nazi-Posi­tio­nen wer­den auf der Sei­te nach wie vor gedul­det, obwohl Fal­ler selbst (und mit ihm auch die FB-Sei­te) eine weit­ge­hend uner­wi­der­te Lie­be zu den Iden­ti­tä­ren pflegt.


„Ja!! zu Öster­reich ohne Mina­ret­te !!!“ und Robert Faller

Am 26. August, also eini­ge Tage nach dem Urteil gegen den Pos­ter, der auf der FB-Sei­te gehetzt hat, setzt Fal­ler auf der Mina­rett-Sei­te einen Link zu einem Kurier-Bei­trag, in dem über den Pro­zess berich­tet wird, und sucht drin­gend – „damit soet­was nicht mehr pas­siert“ – Admi­nis­tra­to­ren, die ille­ga­le Pos­tings löschen. Was folg­te, war ein klei­ner Shit­s­torm auf der FB-Sei­te und im „Kurier“-Forum, der dazu führ­te, dass der „Kurier“ die Pos­ting-Funk­ti­on auf­grund dif­fa­mie­ren­der Kom­men­ta­re deaktivierte.

Auf der FB-Mina­rett Sei­te blieb aller­dings das Hetz-Pos­ting, das zur Ver­ur­tei­lung von Micha­el F. führ­te, genau­so auf der Sei­te wie ande­re Pos­tings, in denen bei­spiels­wei­se „wie­der einer aus Brau­nau“ her­bei­ge­wünscht wird oder gegen „Esel­fi­cker“, „das Drecks­volk“ und das „Drecks­ge­s­in­del“ gehetzt wird – und zwar täglich.

Die FB- Sei­te ist den Behör­den bekannt, der Betrei­ber auch – wor­auf war­ten sie noch?

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Schlagwörter: Burgenland | Hetze | Identitäre | Neonazismus/Neofaschismus | Oberösterreich | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Verbotsgesetz | Verhetzung | Wiederbetätigung | Wien

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