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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Höbarts Mitarbeiter (III): Auf den Hund gekommen

Die FPÖ prüft angeb­lich noch immer die Echt­heit jenes älte­ren Pos­tings von Höbarts Mit­ar­bei­ter, das als ers­tes bekannt wur­de. Mitt­ler­wei­le gibt es ja Nach­schub bei „untrag­ba­ren Zei­len“. Auch bei Fotos, die „untrag­ba­re“ Situa­tio­nen zei­gen: Alex­an­der Schley­er mit Reichs­kriegs­flag­ge oder bei einer Neo­na­zi-Demo in Rema­gen (BRD).

30. Aug. 2016

Seit 2009 fin­det in Rema­gen, das in der Nähe von Bonn liegt, im Novem­ber jähr­lich eine neo­na­zis­ti­sche Demons­tra­ti­on statt, die als „Trau­er­marsch“ getarnt wird. Die angeb­li­che Trau­er gilt jenen deut­schen Sol­da­ten, die in den alli­ier­ten Kriegs­ge­fan­ge­nen­la­gern zum Ende des Zwei­ten Welt­kriegs ent­lang des Rheins („Rhein­wie­sen­la­ger“) zu Tode gekom­men sind. In Wirk­lich­keit wol­len die Neo­na­zis mit den „Trau­er­mär­schen“ einen ver­lo­ge­nen Opfer­my­thos schaf­fen und pfle­gen, mit dem den Allii­ier­ten unter­stellt wird, dass sie bis zu eine Mil­li­on deut­sche Gefan­ge­ne in die­sen Lagern plan­voll ver­hun­gern lie­ßen bzw. ermor­det hät­ten. Tat­säch­lich waren es zwi­schen 5.000 und 10.000 Men­schen, die unter den schlech­ten Lebens- und Ver­sor­gungs­be­din­gun­gen zu Kriegs­en­de zu Tode kamen.

2010, damals trieb sich Höbarts Mit­ar­bei­ter noch in Bonn bei den Rac­zek-Bur­schen­schaf­tern her­rum, nahm Schley­er an der vom Akti­ons­bü­ro Mit­tel­rhein (ABM) orga­ni­sier­ten Demons­tra­ti­on am 20. Novem­ber teil. Wohl­ge­merkt: Das war eine Demo, bei der Neo­na­zis nicht mit ande­ren Rech­ten und Rechts­extre­men mit­mar­schier­ten, son­dern da mar­schier­te wirk­lich der har­te Kern. 2012 wur­den etli­che Neo­na­zis vom ABM wegen Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung, Kör­per­ver­let­zung, Land­frie­dens­bruch usw. ange­klagt – der Pro­zess ist noch immer nicht abgeschlossen.

Jeden­falls war Schley­er 2010 mit­ten­drin­nen dabei und durf­te etwa der Anspra­che des „Hit­lers von Köln“, Axel Reitz, lau­schen, der in sei­ner Rede von der Trau­er ziem­lich abkam und statt­des­sen vom „Aus­räu­chern“ aller die­ser „Quatsch­bu­den“ (gemeint waren die Par­la­men­te) sprach. Das „Aus­räu­chern“ tauch­te dann ja Jah­re spä­ter bei Schley­er auch wie­der auf. Hat sich Alex von Axel die eine oder ande­re Anre­gung für sei­ne Tätig­keit als par­la­men­ta­ri­scher Mit­ar­bei­ter mitgenommen?


Das Aus­räu­chern-Pos­ting

Fotos, deren Öffent­lich­keits­rech­te wir nicht in der Kür­ze klä­ren konn­ten, zei­gen ihn jeden­falls mit Trans­pa­ren­ten der Neo­na­zis. Sein trü­bes Ver­hält­nis zur jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit dürf­te sich auch in den letz­ten Mona­ten nicht geän­dert haben. Egal, in wel­cher Funk­ti­on er für das Corps Han­sea, bei dem er in Wien kor­po­riert ist, tätig ist – das Corps, in dem natür­lich auch ande­re Blaue, wie etwa der bur­gen­län­di­sche Klub­ob­mann Geza Mol­nar, Mit­glie­der sind – pflegt ein sehr ähn­li­ches revi­sio­nis­ti­sches Geschichts­ver­ständ­nis, das man dann mit dem übli­chen Bur­schen­schaf­ter­hu­mor unter­legt. Zum Tag der Befrei­ung pos­tet man dort: „Tag der Bes…äh….Tag der Befrei­ung“


„Tag der Bes…äh….Tag der Befreiung“

Im Juni 2016 stellt das Corps Han­sea einen sei­ner Hel­den vor: Johann Muhr, der nicht nur Rit­ter­kreuz­trä­ger, son­dern auch Mit­glied der 5. SS-Pan­zer­di­vi­si­on war. Aber das ver­schweigt das Corps Han­sea in sei­nem Facebook-Beitrag.


Das rechts-revi­sio­nis­ti­sches Pos­ting zu Johann Muhr (von SdR beschnitten)

Schley­er kommt auf der Face­book-Sei­te des Corps des Öfte­ren mit Foto vor. Ein Pos­ting, gezeich­net mit Corps Han­sea, zeigt ihn vor einem Trans­pa­rent ste­hend, von dem man nur den Aus­schnitt „TU for Rechts­extre­mis­mus“ sieht. Der eigent­li­che Text des Trans­par­ents war „NO TU FOR YOU — Gegen Rechts­extre­mis­mus immer und über­all”.


„TU for Rechts­extre­mis­mus. Immer”

Im Text der Han­sea ist dann noch von den „Rat­ten“ die Rede, die sich aus ihren Löchern bequemt hät­ten. Gemeint sind anti­fa­schis­ti­sche Demons­tran­tIn­nen, die mit NS-Spra­che bedacht werden.

Dass Alex­an­der Schley­er mit dem Vor­sit­zen­den der NPD, Frank Franz, auf Face­book gut bekannt ist (sie schi­cken sich die bei­den gegen­sei­tig die Likes zu), ist daher ver­mut­lich eben­so wenig ein Zufall wie dass ihm Doro, die der­zeit wegen Wie­der­be­tä­ti­gung in Wien vor Gericht steht, ihre Likes schickt.

Schley­er ist auch der stol­ze Besit­zer eines Hünd­chens. Wie das heißt? HH! Nein, nein, das ist natür­lich nicht die Abkür­zung für den Gruß, den alle hin­ter der Abkür­zung ver­mu­ten, son­dern für Herr Hugo. Aber weil Alex und sei­ne Umge­bung die­se Abkür­zung so prak­tisch und lus­tig fin­den, wird das Hünd­chen in Pos­tings eben HH genannt.

➡️ Höbarts Mit­ar­bei­ter (I)
➡️ Höbarts Mit­ar­bei­ter (II): “Aus­räu­chern“

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