Duke und die stille Weihnacht 2011

„AdolfHitlerNS 1488“ hat einen Video-Spot auf YouTube gestellt. Axel Reitz, der „Hitler von Köln“, ver­drückt darin einige sym­bol­is­che Trä­nen über einen „Skan­dal ganz beson­deren Aus­maßes“ , die Abschiebung von David Duke aus Deutsch­land. Die deutschen Neon­azis sind empört.

Für Axel Reitz ist damit „einem der bekan­ntesten nationalen Poli­tik­er der Welt“ Unrecht ange­tan wor­den. Während Reitz und die Köl­ner Neon­azis mit ein­er Demon­stra­tion gegen die ange­blich von der Polizei an ihnen verübten Repres­salien dro­hen, hat sich Duke selb­st schon auf sein Stam­mgeschäft, das Bet­teln um Spenden, ver­legt. Auch er bemüht die Trä­nen­drüsen, allerd­ings wesentlich geübter als Reitz.


Axel Reitz, der „Hitler von Köln“
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Auf sein­er Home­page erk­lärt er blu­mig, dass es ihm — schluchz — lei­der jet­zt nicht möglich sei, nach Louisiana zurück­zukehren, so angenehm das auch wäre. Jet­zt — so Duke — müsse er sein­er Verpflich­tung nachkom­men und sich für seine Rechte und die der europäis­chen Völk­er ein­set­zen. Dieser Kampf koste aber viel Geld!! Und dann drückt Duke noch ein­mal ordentlich auf die Trä­nen­drüsen: Während sich die meis­ten „mein­er lieben Fre­unde“ schon vor­bere­it­en auf Wei­h­nacht­en mit all sein­er Wärme, Liebe und Fre­und­schaft, hat er — Duke — weit weg von zuhause seinen gerecht­en Kampf zu kämpfen. Und — schluchz! — obwohl das eine ziem­lich ein­same Angele­gen­heit scheint und er all seine Fre­unde — schluchz! — ganz schreck­lich ver­misst, ist er sich ihrer Großzügigkeit in diesem heili­gen Kampf, der für ihn so viel bedeutet, ganz sich­er — schluchz! Ja, was soll man da tun, damit der trau­rige Mann mit dem Dack­el­blick über diese schwieri­gen Wei­h­nacht­en 2011 drüberkommt? Spenden natürlich!

Schließlich braucht der Mann immer Geld! Seit Duke im Juli öffentlich ven­tilierte, eventuell für die näch­sten US-Präsi­dentschaftswahlen kan­di­dieren zu wollen, tin­gelte er durch die USA, um seine Unter­stützung auszu­loten. Viel dürfte dabei nicht her­aus­gekom­men sein, denn die weni­gen Kom­men­ta­toren, die sich über­haupt mit Dukes Ambi­tio­nen beschäftigten, lästerten über Dukes offe­nen Anti­semitismus. Leonard Zeskind , ein Ken­ner der recht­sex­tremen Szene, ver­mutet, dass Duke drin­gend seine ver­staubten Spenderlis­ten auf­frischen möchte und das auch schon der eigentliche Grund für seine Ambi­tio­nen war.

Mit seinem Anti­semitismus kann Duke zwar nicht bei den recht­en Repub­likan­ern punk­ten, aber bei dem stram­men Neon­azis in Europa.

Warum die Schweiz 2009 ein Aufen­thaltsver­bot gegen Duke aus­ge­sprochen hat, ist nicht öffentlich bekan­nt. Jeden­falls hat die deutsche Polizei Duke am Fre­itag, 25.11. bei der Anreise zu ein­er Neon­azi-Ver­anstal­tung in Köln, wo er als Red­ner angekündigt war, festgenom­men und am Sam­stag, 26.11. gegen Mit­tag unter der Auflage, das Land inner­halb 24 Stun­den zu ver­lassen, enthaftet. Als Begrün­dung gaben die deutschen Behör­den das von der Schweiz erlassene Aufen­thaltsver­bot an. Duke, der beze­ich­nen­der­weise nicht näher ins Detail gehen will, spricht in sein­er trä­nen­drüsen­treiben­den Wei­h­nachts­botschaft von ein­er „plumpen Ver­drehung von Ein­reisege­set­zen“, die zu sein­er Ver­haf­tung geführt habe. Auch Axel Reitz nen­nt einen „Ver­stoß gegen das Schen­gen-Abkom­men“ als Grund für die Fes­t­nahme und fügt noch hinzu: “Dr. Duke ist jet­zt auf dem Weg in ein anderes Land….“


Das Youtube-Video zu Duke von AH
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Das Land, das David Duke schon Sam­stag abends erre­ichte, war Öster­re­ich. Das öster­re­ichis­che Innen­min­is­teri­um inter­pretiert die Fes­t­nahme und Ausweisung Dukes durch Deutsch­land aber anders. Grund für die Fes­t­nahme Dukes in Köln sei das deutsche Aufen­thalts­ge­setz, nicht aber das Schen­gen-Ein­rei­se­ver­bot (Kuri­er, 1.12.2011). Den öster­re­ichis­chen Behör­den seien die „Hände gebun­den“, solange er hier nicht agitiere.

Die Hände gebun­den hat­te sich das Innen­min­is­teri­um schon 2009, als Duke nach einem ver­hin­derten Vor­trag bei Neon­azis in Prag von den tschechis­chen Behör­den zur Aus­reise gezwun­gen wurde und eben­falls nach Öster­re­ich — genauer: nach Zell/See — reiste. Damals erk­lärte das Innen­min­is­teri­um, dass Duke ger­ade als Tourist ein­gereist sei und prob­lem­los drei Monate inner­halb eines hal­ben Jahrs bleiben könne. Was die Behörde nicht dazu sagte, war, dass sich Duke seit Jahren schon immer wieder in Öster­re­ich aufhält, hier wohnt, ange­blich auch studiert und seine recht­sex­treme Schrott- Pro­pa­gan­da von Öster­re­ich aus betreibt. Die Begrün­dung eines Dauer­aufen­thalts durch die fak­tis­che Aneinan­der­rei­hung von touris­tis­chen Aufen­thal­ten ist allerd­ings eben­falls verboten…..

Wir wer­den also in den näch­sten Tagen Dukes nationale und inter­na­tionale Kon­tak­te und seine Aktiv­itäten hier aus­führlich würdi­gen, auf dass Wei­h­nacht­en 2011 für ihn doch nicht so ein ein­sames Fest fern von seinen Fre­un­den werde!