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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Freiheitlicher Spezialermittler vor Gericht

Ein Poli­zist ermit­telt pri­vat in Sachen Nata­scha Kam­pusch, weist sich aber dabei als Exe­ku­tiv­be­am­ter aus. Wegen des Ver­dachts auf Amts­miss­brauch stand er jetzt vor Gericht. Wäh­rend aber der Name des Miss­brauchs- und Ent­füh­rungs­op­fers Kam­pusch immer aus­ge­schrie­ben wird, kür­zen die meis­ten Medi­en den Namen des Poli­zis­ten vor­nehm ab. War­um eigent­lich? Josef Wink­ler ist auch Gemein­de­rat und Orts­chef der FPÖ in Lan­gen­zers­dorf und ziem­lich rechts positioniert.

25. Juni 2014

Josef Wink­ler (63), der Wie­ner Poli­zist, hat­te im Jahr 2012 in einer nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Volks­schu­le zu ermit­teln begon­nen. Mit­tels DNA-Test woll­te er fest­stel­len, ob eine bestimm­te Schü­le­rin das Kind von Wolf­gang Prik­lo­pil, dem Ent­füh­rer, und Nata­scha Kam­pusch ist. Dazu woll­te er an ihr Taschen­tuch her­an­kom­men, was ihm aller­dings nicht gelang, weil die Volks­schul­di­rek­to­rin sehr auf­merk­sam war und rich­tig reagierte.

Wink­ler ist zwar Poli­zist, hat­te aber kei­nen dienst­li­chen Auf­trag, die DNA-Pro­be ein­zu­for­dern. Die ille­ga­le Ermitt­lung flog noch an der Schu­le auf, Wink­ler wur­de vom Dienst sus­pen­diert und wegen Amts­miss­brauchs ange­zeigt. Vor Gericht bekann­te er sich schul­dig, beteu­er­te aber, dass ihm das damals nicht bewusst gewe­sen sei. Er habe sich mit sei­nen Ermitt­lun­gen einen Namen machen und einen Medi­en­wir­bel aus­lö­sen wol­len, erzähl­te Wink­ler dem Gericht.

Dazu ist fest­zu­hal­ten, dass die Ermitt­lun­gen in der Cau­sa des ent­führ­ten Mäd­chens von Beginn an schlam­pig geführt wur­den und neben berech­tig­ter Kri­tik viel Raum für Spe­ku­la­tio­nen lie­ßen. Beson­ders üppig dampf­ten die Gerüch­te im blau­en Umfeld, aber auch bei ande­ren älte­ren Her­ren. Bezeich­nen­der­wei­se war da meis­tens das Ent­füh­rungs­op­fer Gegen­stand von Verdächtigungen.


Face­book-Freund­schaft Josef Wink­ler mit Karl Heinz Hoff­mann, Chef der neo­na­zis­ti­schen Wehr­sport­grup­pe Hoffmann

Eines die­ser hart­nä­ckig immer wie­der in Umlauf gebrach­ten Gerüch­te betraf die angeb­li­che Schwan­ger­schaft. Wink­ler woll­te davon „zufäl­lig“ durch ein Gespräch mit dem ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten des Obers­ten Gerichts­hofs, Johann Rzes­zut (73), damals Mit­glied einer Eva­lu­ie­rungs­kom­miss­si­on für die Cau­sa, erfah­ren haben. „Wirk­lich tätig gewor­den“ sei er aber erst nach dem Vor­trag eines FPÖ-Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten, „der dabei über­zahl­rei­che Unge­reimt­hei­ten berich­te­tet.“ (kurier.at, 24.6.14)

Frei­heit­li­che Abge­ord­ne­te haben mit einer regel­rech­ten Flut an par­la­men­ta­ri­schen Anfra­gen die Spe­ku­la­tio­nen rund um den Ent­füh­rungs­fall immer wie­der aufs Neue ange­heizt. Josef Wink­ler woll­te einen gro­ßen Coup lan­den und eine (wei­te­re) Wie­der­auf­nah­me der Ermitt­lun­gen errei­chen. Ob er im Auf­trag von ande­ren gehan­delt hat, das soll­te die­ser Pro­zess eigent­lich noch klä­ren. Einst­wei­len wur­de auf August vertagt.

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