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Wieder Zoff um den WATV

Der rechtsextreme Wiener Akademische Turnverein (WATV) kommt nicht zur Ruhe: Nach Skandaläußerungen, internen Streitigkeiten und Massenaustritten droht nun der Ausschluss aus dem Dachverband.

17. Juli 2025
Der WATV an der Mölker Bastei, Wien
Der WATV an der Mölker Bastei, Wien

Der WATV, der auch im rechtsextremen deutschnationalen „Wiener Korporations Ring“ verankert ist, kommt aus seiner Krise nicht heraus. Nachdem fast 30 Mitglieder wegen massiver Querelen um die Mitglieder „Ninjo“ und „Fidel“ den WATV verlassen haben, droht dem WATV nun anscheinend der Ausschluss aus seinem Dachverband ATB.

Wir haben noch keine offizielle Bestätigung des ATB dafür, aber aus „gut informierten Kreisen“ war zu vernehmen, dass ein Ausschlusserfahren gegen den WATV im Anrollen ist. Wer den beantragt hat, wissen wir noch nicht – wir ahnen aber, warum.

„Stoppt die Rechten“ berichtete im Frühjahr darüber, dass auf dem Verbandstag des ATB im November des Vorjahres rassistische und antisemitische Äußerungen eines aktiven Mitglieds des WATV zwar angesprochen, dann aber die klar geforderte Positionierung des ATB für eine Nulltoleranzgrenze wegen der Mittagspause ausgeblieben ist.

Damals war noch anzunehmen, dass es sich um einen einzigen Vorfall, verursacht durch einen Wiener ATVler, gehandelt hat. Wie sich nun darstellt, handelte es sich um zwei verschiedene, allerdings schwerwiegende Vorfälle: um eine antisemitische Äußerung gegen ein Mitglied der ATV Darmstadt und eine rassistische gegen eines der ATV Ditmarsia Kiel. Für beide Attacken war ein aktives Mitglied des WATV verantwortlich.

Wir haben deshalb im April eine Mail an die Geschäftsstelle des ATB mit diesen Fragen gerichtet:

1. Ist es richtig, dass ein Mitglied des WATV ein Mitglied der ATV Ditmarsia Kiel rassistisch beleidigt hat? In welcher Form?
2. Ist es richtig, dass die Ditmarsia Kiel auf ihr diesbezügliches Anschreiben an den WATV bis heute noch keine Antwort erhalten hat?
3. Hat dasselbe Mitglied des WATV auch ein Mitglied der ATV Darmstadt antisemitisch beleidigt?
4. Wurden durch die betroffenen Mitgliedsbünde Konsequenzen gesetzt. Wenn ja, welche?
5. Wurden durch den ATB Konsequenzen gegenüber dem WATV gezogen? Wenn ja, welche?

Der Präsident des ATB, Peter Krüger, der gleichzeitig auch Alter Herr des WATV ist, hat uns zwar geantwortet, allerdings nicht auf unsere Fragen. Weil die Abklärung der Angelegenheit innerhalb des ATB noch nicht abgeschlossen sei, aber transparent und ergebnisoffen geführt werde, sei es nicht möglich, auf alle unsere Fragen einzugehen, aber selbstverständlich würde man im gesamten ATB die antisemitischen und rassistischen Äußerungen sehr ernst nehmen, man dulde im ATB, aber auch im WATV „weder Antisemitismus oder Rassismus noch Feindlichkeit gegenüber anderen Kulturen“.

Von einer transparenten und ergebnisoffenen Abklärung der Angelegenheit innerhalb des ATB haben wir bis zur Stunde nichts mitbekommen, wohl aber davon, dass jemandem im ATB der Geduldsfaden zu den wohlklingenden Versprechen der Abgrenzung des WATV von Antisemitismus und Rassismus gerissen ist und daher angeblich einen Ausschlussantrag gegen den WATV eingebracht hat.

Unabhängig davon werden wir im Herbst Dokumente zum bzw. aus dem WATV präsentieren, die einen Ausschluss der Wiener Korporation zwingend machen könnten.

Antwort vom 7.4.25 des ATB-Vorsitzenden Krüger an SdR: "auf Ihr Mail vom 2. April 2025 können wir folgendermaßen antworten: Der Akademische Turnbund und alle seine Mitgliedsverbindungen einschließlich des Wiener ATV dulden weder Antisemitismus oder Rassismus noch Feindlichkeit gegenüber anderen Kulturen, wobei ich betone, dass in den von Ihnen thematisierten bedauerlichen Fällen die in ihrer Würde betroffenen Personen nicht an die Öffentlichkeit gezogen werden wollen. Selbstverständlich nehmen wir im gesamten ATB die ehrverletzenden antisemitischen und rassistischen Äußerungen gegenüber Mitgliedern der ATV Ditmarsia Kiel und der ATV Darmstadt sehr ernst. Auch der Wiener ATV akzeptierte das Verhalten seines Mitgliedes in keiner Weise und hat gegen dieses intern Strafen ausgesprochen. Derzeit bemühen wir uns, den Umgang mit der Angelegenheit für alle Angehörigen des ATB transparent zu machen, was zum Zeitpunkt unseres ATB-Tages noch nicht der Fall war. Da dies noch im Gange ist, konnten wir nicht auf all Ihre Fragen eingehen. Eine ergebnisoffene Diskussion zu einer Satzungsanpassung wird sich anschließen. Wenn Sie ein persönliches Gespräch führen wollen, können wir einander in Wien treffen. Mit freundlichem Gruß, Dr. Peter Krüger Präsident
Antwort des ATB-Vorsitzenden Krüger – auch WATV – an SdR

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Schlagwörter: Antisemitismus | Burschen-/Mädelschaften/Korporationen | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Wien

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