Der WATV, der auch im rechtsextremen deutschnationalen „Wiener Korporations Ring“ verankert ist, kommt aus seiner Krise nicht heraus. Nachdem fast 30 Mitglieder wegen massiver Querelen um die Mitglieder „Ninjo“ und „Fidel“ den WATV verlassen haben, droht dem WATV nun anscheinend der Ausschluss aus seinem Dachverband ATB.
Wir haben noch keine offizielle Bestätigung des ATB dafür, aber aus „gut informierten Kreisen“ war zu vernehmen, dass ein Ausschlusserfahren gegen den WATV im Anrollen ist. Wer den beantragt hat, wissen wir noch nicht – wir ahnen aber, warum.
„Stoppt die Rechten“ berichtete im Frühjahr darüber, dass auf dem Verbandstag des ATB im November des Vorjahres rassistische und antisemitische Äußerungen eines aktiven Mitglieds des WATV zwar angesprochen, dann aber die klar geforderte Positionierung des ATB für eine Nulltoleranzgrenze wegen der Mittagspause ausgeblieben ist.
Damals war noch anzunehmen, dass es sich um einen einzigen Vorfall, verursacht durch einen Wiener ATVler, gehandelt hat. Wie sich nun darstellt, handelte es sich um zwei verschiedene, allerdings schwerwiegende Vorfälle: um eine antisemitische Äußerung gegen ein Mitglied der ATV Darmstadt und eine rassistische gegen eines der ATV Ditmarsia Kiel. Für beide Attacken war ein aktives Mitglied des WATV verantwortlich.
Wir haben deshalb im April eine Mail an die Geschäftsstelle des ATB mit diesen Fragen gerichtet:
1. Ist es richtig, dass ein Mitglied des WATV ein Mitglied der ATV Ditmarsia Kiel rassistisch beleidigt hat? In welcher Form?
2. Ist es richtig, dass die Ditmarsia Kiel auf ihr diesbezügliches Anschreiben an den WATV bis heute noch keine Antwort erhalten hat?
3. Hat dasselbe Mitglied des WATV auch ein Mitglied der ATV Darmstadt antisemitisch beleidigt?
4. Wurden durch die betroffenen Mitgliedsbünde Konsequenzen gesetzt. Wenn ja, welche?
5. Wurden durch den ATB Konsequenzen gegenüber dem WATV gezogen? Wenn ja, welche?
Der Präsident des ATB, Peter Krüger, der gleichzeitig auch Alter Herr des WATV ist, hat uns zwar geantwortet, allerdings nicht auf unsere Fragen. Weil die Abklärung der Angelegenheit innerhalb des ATB noch nicht abgeschlossen sei, aber transparent und ergebnisoffen geführt werde, sei es nicht möglich, auf alle unsere Fragen einzugehen, aber selbstverständlich würde man im gesamten ATB die antisemitischen und rassistischen Äußerungen sehr ernst nehmen, man dulde im ATB, aber auch im WATV „weder Antisemitismus oder Rassismus noch Feindlichkeit gegenüber anderen Kulturen“.
Von einer transparenten und ergebnisoffenen Abklärung der Angelegenheit innerhalb des ATB haben wir bis zur Stunde nichts mitbekommen, wohl aber davon, dass jemandem im ATB der Geduldsfaden zu den wohlklingenden Versprechen der Abgrenzung des WATV von Antisemitismus und Rassismus gerissen ist und daher angeblich einen Ausschlussantrag gegen den WATV eingebracht hat.
Unabhängig davon werden wir im Herbst Dokumente zum bzw. aus dem WATV präsentieren, die einen Ausschluss der Wiener Korporation zwingend machen könnten.

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