Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 4 Minuten

Waffendeal unter Bandidos: Mein Name ist Hase!

Fünf Männer, die teileweise aus der Neonazi-Szene (Objekt 21) kommen, mussten sich am 10. Februar beim Landesgericht Ried als Angeklagte einfinden. Einige von ihnen wurden im Sommer 2023 zeitweilig in Untersuchungshaft genommen, weil sie der organisierten Rockerkriminalität um die „Bandidos“ zugerechnet wurden. Vorgeworfen wurden ihnen Delikte nach dem Suchtmittel- und dem Waffengesetz.

19. Feb. 2025
Prozess 10.2.25 gegen 5 "Bandidos" (© SdR)
Prozess 10.2.25 gegen 5 „Bandidos“ (© SdR)

Begonnen hat der Prozess gegen die fünf Angeklagten bedauerlicherweise damit, dass sich der Staatsanwalt die Verlesung der zehnseitigen Anklageschrift erspart hat. Dass sie den Verteidigern, vor allem aber dem Staatsanwalt selbst geläufig ist – geschenkt! Aber was ist mit dem Publikum im Gerichtssaal?

Keine Bandidos, keine kriminelle Vereinigung?

Das durfte dann aus der Rede eines Verteidigers erfahren, dass in der ganzen Anklageschrift das wichtige Wörtchen „Bandidos“ ebenso wenig vorkommt wie der Vorwurf der kriminellen Vereinigung, der in einer Pressekonferenz und -mitteilung im Sommer 2023 in den Raum gestellt wurde, nachdem riesige Waffenlager und NS-Devotionalien entdeckt wurden.

35 Langwaffen, 25 Maschinenpistolen, 100 „normale“ Pistolen, Granatwerfer, 1.000 Waffenteile sowie 10.000 Schuss Munition und Nazi-Devotionalien wurden damals allein auf einem Bauernhof in Niederösterreich ausgehoben, dazu noch einiges an weiteren Fundorten im Innviertel. Den Ermittlungen, die zu diesem Waffenfund geführt haben, war ein Aufgriff an der Landesgrenze, bei Simbach in Bayern, vorausgegangen. Da wurde Ende November 2022 der deutsche Staatsbürger und „Bandido“ Dennis M. im Zug einer Routinekontrolle mit seinem PKW angehalten. Das doch einigermaßen überraschende Ergebnis der Kontrolle: sechs Maschinenpistolen, sechs Revolver, rund 1.500 Schuss Munition und eine geladene Pistole am Beifahrersitz – was ein „Bandido“ halt so mitnimmt von einem Besuch bei österreichischen Kameraden.

Während der schweigsame Dennis M. schon im Juli 23 vom Landgericht Landshut mit vier Jahren Haft abgefertigt wurde, hat es bis zum Februar 25 gedauert, bis sich vier seiner damaligen österreichischen Kameraden wegen Mithilfe beim illegalen Waffenexport und vier wegen Delikten nach dem Suchtmittelgesetz verantworten mussten.

Rätselhafte DNA-Spuren

Bei den Delikten nach dem Suchtmittelgesetz sind alle vier geständig, beim Waffenexport weisen vier Beschuldigte jede Schuld von sich. Wie seine DNA auf den bei M. sichergestellten Maschinenpistolen gefunden werden konnte, kann sich Haris D. (29), der Erstangeklagte, gar nicht erklären. Unser alter Bekannter, der Neonazi Manuel S. („Speedy“ (44) vom „Objekt 21“, hat natürlich auch keine Ahnung, wie sich seine DNA auf M.s Tasche, in der einige Waffen eingepackt waren, festsetzen konnte. „Speedy“ hatte zwei getrennte Prozesse schon hinter sich: nach dem Suchtmittelgesetz fasste er zwei Jahre unbedingt aus, und vom Vorwurf der Wiederbetätigung wurde er im Oktober 24 erstaunlicherweise freigesprochen.

Der nächste Neonazi aus der Runde, der sich den schmückenden Beinamen „Ungustlgwandl“ auf Facebook gegeben hat, hat sein FB-Konto von allen Erinnerungen an seine „Bandidos“-Ära geräumt – „Objekt 21“ und die NPD gefallen Manuel Ö. (42) aber noch immer. Eine Mitwirkung am Waffendeal bestreitet er ebenso wie Patrick B. (26). Der schafft auf seinem FB-Profil noch immer die fast schon kunstvolle Verschränkung zwischen seiner „Bandidos“-Kutte („Chapter Thun“) und dem dazwischen herauslugenden T-Shirt mit der Inschrift „Bandidos“ und „NSDA“. Das „P“ darf man sich dazudenken.

Innviertler mit Lonsdale-T-Shirt und Patches der Bandidos Chapter Thun (Screenshot FB P.B.)
Innviertler mit Lonsdale-T-Shirt und Patches der Bandidos Chapter Thun (Screenshot FB Patrick B.)

Ein Urteil, vier Vertagungen

Der fünfte im Bunde, Peter P. (39), der 2023 auch schon in Untersuchungshaft gedunstet hat, ist der einzige, der am 10.2. bereits mit einem Urteil abgefertigt wird. Bei ihm wurde in der Hausdurchsuchung zwar ein Teleskop-Schlagstock gefunden, eine Beteiligung am Waffenexport von Dennis M. wurde ihm allerdings nicht vorgeworfen. Somit bleiben bei ihm der Schlagstock und Suchtmittel kleben, für die er sich auch ohne Einschränkung schuldig bekennt: neun Monate bedingt.

Bei den anderen vier Angeklagten geht die Verhandlung in die nächste Runde, nachdem sowohl Verteidiger als auch Staatsanwaltschaft neue Beweisanträge eingebracht haben. Was von dieser Verhandlung sicher in Erinnerung bleiben wird, ist der schöne Satz eines Verteidigers:

Das sind ein paar junge Männer, die haben eine gemeinsame Leidenschaft und zwar Motorradfahren, (…) wie bei Fußball (…) tragen meine Mandanten ihre Kutten, das ist nichts anderes. Die wollen einfach nur Motorrad fahren und schrauben. (Protokoll Prozessbeobachtung)

Der brisanteste Prozess

Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ (11.2.25) wissen noch etwas:

Der wahrscheinlich brisanteste Prozess in der „Causa Bandidos“ ist noch ausständig. Es geht dabei um einen 59-Jährigen, bei dem im Innviertel und Niederösterreich zahlreiche Waffen gefunden worden sein dürften. Der gebürtige, mehrfach vorbestrafte Waldviertler, der im Bezirk Braunau enge Kontakte zum Rotlichtmilieu haben soll, wurde vor rund einem Jahr bereits wegen Suchtgifthandel zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt.
Gegen den Mann wurde Anklage wegen des Verbrechens nach dem Verbotsgesetz erhoben, der Prozess dürfte im Laufe der kommenden Wochen über die Bühne gehen. Zudem laufen gegen den Verdächtigen Ermittlungen nach dem Kriegsmaterial- und Waffengesetz. Es gilt die Unschuldsvermutung
.

Der Prozess gegen Erwin H. am 27.2., der eine Art Hauptangeklagter in der Causa Waffenfund von 2023 ist, wird mit Spannung erwartet. Erwin H. hat schon bei den Ermittlungen gegen „Objekt 21“ eine Rolle gespielt, weil er bereits damals als Waffendealer der Neonazis fungiert hat. Im Verlauf der Jahre hat er etliche Vorstrafen nach dem Waffengesetz kassiert, ohne dass ihm Gröberes passiert wäre. Über zehn Vorstrafen bringt H. mit, schreibt die „Kronen Zeitung“ (19.2.25) in einem Vorbericht zum Prozess. H.s Verteidiger gäbe sich, so die „Kronen Zeitung“ zum Vorwurf der NS-Wiederbetätigung optimistisch, weil die Devotionalien-Sammlung, mit denen laut Anklage ein privates Nazi-Museum in Zwettl bestückt werden hätte sollen, nicht öffentlich zugänglich gewesen sein sollen.

Aus dem Artikel der „Kronen Zeitung“ geht nicht hervor, ob die riesige „Schwarze Sonne“ vor Erwin H.s Bauernhof, die sogar in Luftaufnahmen klar erkennbar war, in der Anklage eine Rolle spielt. Die war zweifelsohne für sehr viele sichtbar.

E.H.s Sonnenrad auf Google Maps und Streetview
E.H.s Sonnenrad auf Google Maps und Streetview

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Illegaler Waffenbesitz/Waffenhandel | Neonazismus/Neofaschismus | Oberösterreich | Objekt 21 | Suchtmittelgesetz

Verwandte Beiträge

  • 4. Okt. 2023
    Der Nazi-Waffendealer und die österreichischen „Bandidos“ in der Schweiz
    Bandidos-Kutte
  • 24. Okt. 2023
    Objekt 21: Speedy wegen Speed vor Gericht
    Landesgericht Ried (© prozess.report)

Beitragsnavigation

« Mélange KW 5-6/25 (Teil 1): Jede Menge Nazi-Tattoos
Mélange KW 6-7/25 (Teil 2): Prozesse, ein identitärer Lehrer, Nazi-Aufmärsche und eine Anklage »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter