Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 4 Minuten

Osttirol und seine Neonazis I

Osttirol ist etwas Besonderes. Damit meinen wir nicht seine landschaftlichen Schönheiten oder irgendwelche positiven oder negativen Eigenheiten seiner BewohnerInnen, sondern den Umstand, dass sich –auch bedingt durch die Topographie – über Jahre hinweg das Wirken seiner lokalen Nazis relativ genau und abgegrenzt nachvollziehen lässt.

21. Feb. 2011

Die besondere Topographie Osttirols, die Abgeschiedenheit seiner Täler, hat die Region zu einem beliebten Veranstaltungsort für verschwiegene Nazi-Konzerte in den vergangenen Jahren gemacht. Exekutive und auch Justiz sind, wie verschiedene Ereignisse in der Chronik zeigen, offensichtlich überfordert und/oder unwillig gewesen, die Gewaltattacken der Neonazis einzudämmen. Möglicherweise hat man Osttirol zu sehr alleingelassen, hat nicht hingeschaut, wo man hätte genau hinschauen müssen. Das ist nicht nur die Verantwortung von Exekutive und Justiz, sondern auch von Politik und z.B. Schulbehörden.

Osttirol hat keine großen Anteile an MigrantInnen. Rassistische Ressentiments sind aber, wie uns immer wieder mitgeteilt wurde, weitverbreitet: in der Freizeit, auch an Schulen. Brandanschläge, rassistische Attacken, Mobbing an Schulen: Das ist die Folge von Wegschauen und Verharmlosen. Osttirol ist in dieser Hinsicht nichts Besonderes, sondern nur eine besondere Möglichkeit, das anhand einer Chronologie nachzuverfolgen.

Das Schlüsseljahr

2001 war ein Schlüsseljahr für die Osttiroler-Naziszene. Im Mai gab es in Lienz zwei Brandanschläge mit selbstgebastelten Molotow-Cocktails. Zunächst wurde ein Haus mit 20 BewohnerInnen aus Ex-Jugoslawien in Brand gesetzt, dann ein China-Restaurant. Am Kosakenfriedhof in der Peggetz (Lienz) wurden schon im August 2000 Gräber geschändet, in der Innenstadt von Lienz wurden Passanten attackiert, schwer verletzt, Hakenkreuze geschmiert und „Heil Hitler“ gegrölt.

Der Tiroler Sicherheitsdirektor gibt im Juni, nachdem zwei Jugendliche als Verdächtige für die Brandanschläge ausgeforscht werden konnten, folgenden Befund ab: „Wir dürfen natürlich nicht dramatisieren. Aber es ist nun einmal ein Faktum, dass auch in Tirol vermehrt rechtsextreme Umtriebe zu verzeichnen sind.“ (Tiroler Tageszeitung, 20.6.2001)

Im Dezember 2001 folgt dann einen Prozess: Die zwei Brüder Bernd und Andreas A. aus Lienz sind angeklagt wegen schwerer Sachbeschädigung, mehrfacher schwerer Körperverletzung, schwerer Nötigung und wegen NS-Wiederbetätigung. Ein beachtliches Repertoire an Straftaten! Der Staatsanwalt bezeichnet den älteren der Brüder als den Kopf der Lienzer Neonazi-Szene. Bernd A. wird wegen des Verbrechens der Wiederbetätigung, wegen schwerer Körperverletzung und Nötigung in zwei Fällen zu 19 Monaten und einer Geldstrafe (ca.3.000 Euro) bedingt verurteilt. Bernd A. gibt sich reuig, bestreitet, jemals „Heil Hitler“ gerufen zu haben. Ihn interessiere mehr Rudolf Heß: „Damals dachte ich, dass der Nationalsozialismus etwas Gutes ist. Doch jetzt habe ich mich geändert.“ (Kurier, 5.12.2001)

Sein Bruder Andreas A. wird vom Vorwurf der Wiederbetätigung freigesprochen und wegen Körperverletzung zu vier Monaten bedingt verurteilt. Beide erhalten die Weisung, sich von rechtsextremen Kreisen zukünftig fernzuhalten. Die Brandanschläge werden bei diesem Prozess noch nicht verhandelt.

Die Selbstmorde

Am 27. Dezember 2001 findet eine Joggerin in einem Wald bei Tristach zwei Leichen, die an dünnen Stricken an einem Ast hängen. Daniel G. und Andreas A. haben sich in die selbstgebastelten Schlingen fallen lassen, wie der Gerichtsmediziner feststellt. Auf ihre Glatzköpfe haben sie sich Hakenkreuze gemalt, in der Wohnung von Daniel G. werden später mit Lackstift gemalte Ankündigungen des Selbstmordes („Walhalla, wir kommen!“) gefunden. (SN, 29.12.2001, News, 10.1.2002) Die beiden, so die SN, hätten sich demnächst wegen der Brandanschläge vom Mai vor Gericht verantworten müssen.

Freunde der beiden berichten, dass Daniel G. und Andreas A. bereits im Sommer 2001 des öfteren davon gesprochen hätten, dass auf dieser Welt für sie und ihre „Ideen“ kein Platz wäre und sie sich nach der anderen Welt sehnten, in die ihre Vorbilder schon vor langem geflüchtet seien. (News,10.1.2002).

Der tragische Selbstmord der beiden verwirrten Jungnazis wird von der Szene noch lange für neuerliche Motivation ausgebeutet. 2010 wird ein Flugblatt per Post in Osttirol in Umlauf gebracht, in dem zu Spenden auf das Konto des Dr. Horst Ludwig (AfP) anlässlich eines Neonazi-Prozesses aufgerufen und der beiden „jungen patriotischen Burschen“, die „von der österreichischen Inquisitionsjustiz in den Tod getrieben wurden“, gedacht wird. Die beiden werden zu Helden hochstilisiert, „die es gewagt hatten, sich gegen die schleichende Überfremdung in Tirol zur Wehr zu setzen“.

Flugblatt AfP-aktiv: "zwei Osttiroler Burschen"
Flugblatt AfP-aktiv: „zwei Osttiroler Burschen“ (2010)

Inquisitionsjustiz? Andreas A. war vom Vorwurf der Wiederbetätigung freigesprochen worden. Zur Wehr gesetzt? Andreas A. wurde wegen schwerer Körperverletzung an Menschen, die er grundlos attackiert hatte, verurteilt und hat vermutlich zwei Brandanschläge (diese gemeinsam mit Daniel G.) ausgeführt. Schleichende Überfremdung? Osttirol hat einen der niedrigsten Prozentsätze an BewohnerInnen mit migrantischem Hintergrund.

➡️ Osttirol und seine Neonazis II – Kameradschaft Osttirol
➡️ Osttirol und seine Neonazis III – “Lauter Arschlöcher”

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: AFP/BfJ | Körperverletzung | Neonazismus/Neofaschismus | Nötigung/gefährliche Drohung | Tirol | Vandalismus/Sachbeschädigung/Schmierereien | Verbotsgesetz | Wiederbetätigung

Beitragsnavigation

« OÖ: Breite Kritik an langsamen Neonazi-Verfahren
Salzburg: Wieder Nazi-Attacke auf Kulturzentrum »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter