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Lesezeit: 2 Minuten

Schimanek-Forsthaus wie ein „Nazi-Museum“

Ein Forst­haus als pri­va­tes Nazi-Muse­um: Staats­schüt­zer stell­ten 58 NS-Objek­te sicher – von einer Hit­ler­büs­te bis zu einem Spiel­zeug­zug mit der Auf­schrift „Ausch­witz-Bir­ken­au-Express“. Der Haupt­mie­ter René Schi­ma­nek wird dafür nicht ange­klagt, gegen ihn und sei­nen Bru­der lau­fen aber ande­re Verfahren.

28. Jan. 2026
NS-Funde im Forsthaus Schimanek (Screenshot ARD-Magazin "Fakt", 20.1.26)
NS-Funde im Forsthaus Schimanek (Screenshot ARD-Magazin "Fakt", 20.1.26)

Pri­va­te Nazi-Muse­en gibt es schon etli­che in Nie­der­ös­ter­reich, aber noch kei­nes in einem Forst­haus, in dem bis vor kur­zem der Lan­gen­loi­ser FPÖ-Stadt­rat Rene Schi­ma­nek als Haupt­mie­ter fun­gier­te. „Das Haus des FPÖ-Stadt­ra­tes war wie ‚Nazi-Muse­um‘“, titel­ten die „Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Nach­rich­ten“ (21.1.26) und zähl­ten von den ins­ge­samt 58 auf­ge­fun­de­nen Objek­ten eini­ge bei­spiel­haft auf:

Im Wohn­zim­mer­re­gal stan­den Bücher wie „Die Waf­fen-SS an der Ost­front“, „Ein Volk, ein Reich, ein Füh­rer“, „Auf­bruch ins Reich“ und ein „Deut­sches Lese­buch für Jun­gen“. Ermitt­ler des Staats­schut­zes fan­den eine Adolf Hit­ler-Büs­te, ein Por­trät von Hein­rich Himm­ler und ein Arm­band mit dem Emblem der SS. Ins­ge­samt 58 kri­ti­sche Objek­te wur­den sicher­ge­stellt, dar­un­ter ein Bajo­nett sowie zwei Dol­che, einer mit der Auf­schrift „Mei­ne Ehre heißt Treue“, der ande­re mit Hakenkreuz.

Neben Soft­gun-Waf­fen und his­to­ri­scher Muni­ti­on, Flak-Hül­sen und Hand­gra­na­ten­zün­dern fan­den die Staats­schüt­zer auch Sol­da­ten­aus­rüs­tung, Ruck­sä­cke mit „tak­ti­schem Inhalt“, eine „tak­ti­sche Wes­te“, einen Werk­zeug­satz zur Spreng­vor­be­rei­tung und fünf his­to­ri­sche Feld­te­le­fo­ne. Über­all im Haus ver­streut gab es Sol­da­ten­fo­tos und Por­träts aus dem 2. Welt­krieg, auch das eines SS-Soldaten.

Auf einem Foto hebt jemand die Hand zum Hit­ler­gruß, ande­re zei­gen das Haken­kreuz. Eine Figur „Sturm­trup­pen“ zier­te das Bücher­re­gal im Wohn­zim­mer. Eine Pup­pe mit ein­schlä­gi­ger NS-Auf­schrift wur­de eben­so sicher­ge­stellt wie Schall­plat­ten, u. a. mit Reden Hit­lers und ande­rer NS-Grö­ßen. Pas­send dazu das Wand­bild: „Die Orga­ni­sa­ti­on der NSDAP“.

Gefun­den wur­den wei­ters eine Zeich­nung mit Juden­stern, bei wel­chem „Juden­ver­nich­tung“ steht, dane­ben Spiel­zeug-Lkws. Einer davon trägt die Auf­schrift „Ausch­witz-Bir­ken­au-Express“, der ande­re den Schrift­zug „Welt­weit über 6 Mil­lio­nen zufrie­de­ne Kun­den“.

Gegen René Schi­ma­nek hat die Staats­an­walt­schaft Krems wegen der Par­te für den ver­stor­be­nen Vater Ankla­ge erho­ben. Bru­der Hans Jörg wur­de wegen NS-Devo­tio­na­li­en in sei­ner Flo­rids­dor­fer Woh­nung von der Staats­an­walt­schaft Wien ange­klagt. Ob die Ankla­gen rechts­kräf­tig sind, ist noch nicht bekannt. Für bei­de gilt die Unschuldsvermutung.

Das ARD-Maga­zin „Fakt” zeigt, wel­ches Nazi-Zeug im Schi­ma­nek-Forst­haus gefun­den wur­de: im gesam­ten Haus vom Kel­ler, übers Schlaf­zim­mer bis zum Dach­bo­den. Ange­klagt wird René Schi­ma­nek als Päch­ter dafür nicht, weil nicht bewie­sen wer­den konn­te, dass die Devo­tio­na­li­en her­ge­zeigt wurden.

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— Stoppt die Rech­ten (@stopptdierechten.at) 23. Janu­ar 2026 um 08:43

Update 29.1.26: Die Ankla­gen gegen die Schi­ma­nek-Brü­der sind rechts­kräf­tig. Der Pro­zess wegen des Ver­dachts auf Wie­der­be­tä­ti­gung gegen Hans Jörg S. fin­det am 9.2.26 am Wie­ner Lan­des­ge­richt statt, jener gegen René S. am 11. März im Krems.

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Schlagwörter: FPÖ | Neonazismus/Neofaschismus | Niederösterreich | Verbotsgesetz | Wiederbetätigung

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