Private Nazi-Museen gibt es schon etliche in Niederösterreich, aber noch keines in einem Forsthaus, in dem bis vor kurzem der Langenloiser FPÖ-Stadtrat Rene Schimanek als Hauptmieter fungierte. „Das Haus des FPÖ-Stadtrates war wie ‚Nazi-Museum‘“, titelten die „Niederösterreichischen Nachrichten“ (21.1.26) und zählten von den insgesamt 58 aufgefundenen Objekten einige beispielhaft auf:
Im Wohnzimmerregal standen Bücher wie „Die Waffen-SS an der Ostfront“, „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“, „Aufbruch ins Reich“ und ein „Deutsches Lesebuch für Jungen“. Ermittler des Staatsschutzes fanden eine Adolf Hitler-Büste, ein Porträt von Heinrich Himmler und ein Armband mit dem Emblem der SS. Insgesamt 58 kritische Objekte wurden sichergestellt, darunter ein Bajonett sowie zwei Dolche, einer mit der Aufschrift „Meine Ehre heißt Treue“, der andere mit Hakenkreuz.
Neben Softgun-Waffen und historischer Munition, Flak-Hülsen und Handgranatenzündern fanden die Staatsschützer auch Soldatenausrüstung, Rucksäcke mit „taktischem Inhalt“, eine „taktische Weste“, einen Werkzeugsatz zur Sprengvorbereitung und fünf historische Feldtelefone. Überall im Haus verstreut gab es Soldatenfotos und Porträts aus dem 2. Weltkrieg, auch das eines SS-Soldaten.
Auf einem Foto hebt jemand die Hand zum Hitlergruß, andere zeigen das Hakenkreuz. Eine Figur „Sturmtruppen“ zierte das Bücherregal im Wohnzimmer. Eine Puppe mit einschlägiger NS-Aufschrift wurde ebenso sichergestellt wie Schallplatten, u. a. mit Reden Hitlers und anderer NS-Größen. Passend dazu das Wandbild: „Die Organisation der NSDAP“.
Gefunden wurden weiters eine Zeichnung mit Judenstern, bei welchem „Judenvernichtung“ steht, daneben Spielzeug-Lkws. Einer davon trägt die Aufschrift „Auschwitz-Birkenau-Express“, der andere den Schriftzug „Weltweit über 6 Millionen zufriedene Kunden“.
Gegen René Schimanek hat die Staatsanwaltschaft Krems wegen der Parte für den verstorbenen Vater Anklage erhoben. Bruder Hans Jörg wurde wegen NS-Devotionalien in seiner Floridsdorfer Wohnung von der Staatsanwaltschaft Wien angeklagt. Ob die Anklagen rechtskräftig sind, ist noch nicht bekannt. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.
Das ARD-Magazin „Fakt” zeigt, welches Nazi-Zeug im Schimanek-Forsthaus gefunden wurde: im gesamten Haus vom Keller, übers Schlafzimmer bis zum Dachboden. Angeklagt wird René Schimanek als Pächter dafür nicht, weil nicht bewiesen werden konnte, dass die Devotionalien hergezeigt wurden.
— Stoppt die Rechten (@stopptdierechten.at) 23. Januar 2026 um 08:43
Update 29.1.26: Die Anklagen gegen die Schimanek-Brüder sind rechtskräftig. Der Prozess wegen des Verdachts auf Wiederbetätigung gegen Hans Jörg S. findet am 9.2.26 am Wiener Landesgericht statt, jener gegen René S. am 11. März im Krems.
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