Presseaussendung MKÖ: Offener Brief an LH Stelzer

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Pres­se­mel­dung MKÖ vom 09.08.2022

In einem Offe­nen Brief des Maut­hau­sen Komi­tees Öster­reich und des OÖ. Netz­werks gegen Ras­sis­mus und Rechts­extre­mis­mus wen­den sich 95 Per­sön­lich­kei­ten an Lan­des­haupt­mann Tho­mas Stel­zer. Sie ver­wei­sen dar­auf, dass in Ober­ös­ter­reich nicht nur seit Jah­ren die meis­ten rechts­extre­men Straf­ta­ten aller Bun­des­län­der began­gen wer­den, son­dern die­se Straf­ta­ten zuletzt noch ein­mal dra­ma­tisch zuge­nom­men haben. Und sie ver­lan­gen Maß­nah­men, um die brau­ne Hass­kri­mi­na­li­tät sowie ande­re rechts­extre­me Akti­vi­tä­ten end­lich wirk­sam zu bekämp­fen. Unter ande­rem for­dern sie von Stel­zer ein kla­res Nein zum rechts­extre­men „Bur­schen­tag“, den der Öster­rei­chi­sche Pen­nä­ler­ring (ÖPR) Mit­te Sep­tem­ber in Wels ver­an­stal­ten will – aus Steu­er­geld sub­ven­tio­niert durch den dor­ti­gen FPÖ-Bür­ger­meis­ter Andre­as Rabl.

Pro­mi­nen­te gegen Rechts­extre­mis­mus in OÖ: Offe­ner Brief an LH Stel­zer for­dert Nein zum „Bur­schen­tag“

Null-Tole­ranz für Extre­mis­mus ist zum Null-Tarif nicht zu haben

„Lan­des­haupt­mann Stel­zer hat erst kürz­lich erklärt, für Extre­mis­mus gebe es in Ober­ös­ter­reich Null-Tole­ranz. Wenn er das ernst nimmt, darf er zum Tref­fen der Neo­na­zi- und ‚Identitären‘-Freunde in Wels nicht schwei­gen. Dann muss er dazu ein kla­res Nein sagen!“, betont Wil­li Mer­nyi, Vor­sit­zen­der des Maut­hau­sen Komi­tees Öster­reich (MKÖ). Stel­zers Koali­ti­ons­part­ner FPÖ ist den Bur­schen­schaf­ten eng ver­bun­den und wür­de wahr­schein­lich auf­schrei­en. Aber Null-Tole­ranz gegen­über rechts­extre­men, anti­se­mi­ti­schen und demo­kra­tie­feind­li­chen Strö­mun­gen ist zum Null-Tarif nicht zu haben.“

Kei­ne der mehr als 20 Schän­dun­gen der KZ-Gedenk­stät­te Maut­hau­sen aufgeklärt

Es wird ja gerne behaup­tet, Poli­zei und Ver­fas­sungs­schutz hät­ten die hie­si­ge Neo­na­zi-Sze­ne unter Kon­trol­le“, sagt Robert Eiter, Spre­cher des OÖ. Netz­werks gegen Ras­sis­mus und Rechts­extre­mis­mus. Aber das ist ein­fach falsch. Zum Bei­spiel konn­te kei­ne der mehr als 20 Schän­dun­gen der KZ-Gedenk­stät­te Maut­hau­sen seit dem Jahr 2013 auf­ge­klärt wer­den – ein schwe­res Ver­sa­gen der Behör­den. Es braucht drin­gend einen Akti­ons­plan des Lan­des gegen Rechtsextremismus!“

Kri­tik an Stel­zers üppi­ger För­de­rung der Bur­schen­schaf­ten 

Die 95 Per­sön­lich­kei­ten kri­ti­sie­ren auch, dass Lan­des­haupt­mann Stel­zer all­jähr­lich die rechts­extre­men Bur­schen­schaf­ten üppig för­dert – zuletzt mit 110.000 Euro! – sowie den Ehren­schutz für den „Bur­schen­bund­ball“ über­nimmt. „Durch­la­vie­ren geht nicht mehr. Ent­we­der tritt der Lan­des­haupt­mann dem gras­sie­ren­den Rechts­extre­mis­mus und Anti­se­mi­tis­mus wirk­lich ent­ge­gen: Dann muss er Sub­ven­tio­nen und Ehren­schutz sofort ein­stel­len. Oder er hät­schelt die ewig­gest­ri­gen Bur­schen­schaf­ter wei­ter: Dann soll er aber nicht mehr von demo­kra­ti­scher Wach­sam­keit reden“, stellt Wil­li Mer­nyi fest. 

Auch Tref­fen machen Ober­ös­ter­reich zum Hot­spot des Rechtsextremismus

Der geplan­te „Bur­schen­tag“ in Wels steht in einer trau­ri­gen Tra­di­ti­on. Trotz inter­na­tio­na­ler Pro­tes­te war Ober­ös­ter­reich 2016 und 2018 Schau­platz des rechts­extre­men Kon­gres­ses „Ver­tei­di­ger Euro­pas“ – das ers­te Mal sogar in den Redou­ten­sä­len, den Reprä­sen­ta­ti­ons­räu­men des Lan­des! 2019 hat die Jah­res­kon­fe­renz der „Iden­ti­tä­ren“ in Ober­ös­ter­reich statt­ge­fun­den. „Auch sol­che Tref­fen machen unser Bun­des­land zum Hot­spot des Rechts­extre­mis­mus“, so Robert Eiter„Höchs­te Zeit für einen Kurswechsel!“