Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 6 Minuten

1 Schwurbelinstitut, zig Vereine und braune Umtriebe

Für Schlagzeilen hat das Pitztaler Busunternehmen bereits im Frühjahr 2021 gesorgt. Damals wurden Tiroler Corona-Maßnahmengegner*innen nach Wien zu jener Demo am 6. März chauffiert, für die auch die FPÖ mobilisiert hatte. Kurz danach ist die Inzidenz im Pitztal sprunghaft angestiegen. Am 2. Juni gab’s beim Unternehmer T., der nun keiner mehr sein will, eine Razzia, bereits die zweite. Und die Justiz klopft auch mit einer (noch nicht rechtskräftigen) Anklage wegen Wiederbetätigung an die Tür. Einer, mit dem T. braune Nachrichten ausgetauscht haben soll, stand bereits am 31. Mai vor Gericht.

5. Juni 2022
Tiroler bei der Demo am 6.3.21 im Wiener Prater (© SdR)
Tiroler bei der Demo am 6.3.21 im Wiener Prater (© SdR)

Das Institut und zig Vereine für alles

Andreas T., selbsternannter „President“ des T-Instituts (Name abgekürzt), gibt sich als „rebellischer Tiroler“ – Andreas Hofer-Bart inklusive. In einem 80-minütigen Video erzählt T. über sein Busunternehmen und seine KFZ-Werkstätte, die er inzwischen weitgehend in Vereinskonstruktionen eingegliedert habe. Jetzt sei er nur mehr gemeinnützig unterwegs. Zum Beispiel in der Forschung: „Ein Verein, wo ma früher Omnibus gfohra sein, san ma auf die Forschung hingangn.“ Erforscht werde, wie etwa Busfahrten zu organisieren seien. Damit stößt T. vermutlich in eine weit klaffende Forschungslücke! Im Institut seien viele verschiedene Vereine, die Hilfe zur Selbsthilfe anböten, beispielsweise beim Reparieren von KFZ oder mit einem 26-tägigen Lehrgang zum Vereinsrecht, denn „ein Verein gründa, is ein Aufwochprozess“. Es gäbe für den Lehrgang keine Vorgaben, die Inhalte müssten „aus dir aussekomma“.

"President" und "Vize President" des T-Instituts (Screenshot Website T-Institut)
„President“ und „Vize President“ des T-Instituts (Screenshot Website T-Institut)

Was genau im „Forschungsprojekt Impffrei Vital & Gesund“, gemacht wird, das nicht auch in Hunderten anderen Schwurbelgruppen passiert, geht aus der Beschreibung nicht hervor. Nur, dass „im Rahmen der kooperativen Zweckausrichtungen der teilnehmenden Vereine und Unterstützer die Möglichkeiten eines optimierten, glücklichen und gesunden Lebens“ erforscht würden.

T-Institut: "Forschungsprojekt impffrei, vital und gesund" (Screenshot Website T-Institut)
T-Institut: „Forschungsprojekt impffrei, vital und gesund“ (Screenshot Website T-Institut)

Vereinsmitglieder, führt der „President“ aus, seien zuerst auf der Suche nach ihrem Talent. Dagegen wäre nichts einzuwenden. Andere müssen aber offenbar gar nicht mehr suchen und wollen ihr „Talent“ auf der Institutswebsite eintragen, was jedoch mit Kosten einhergeht: 125 Euro Förderbeitrag sind dafür hinzublättern. Das wird andernorts simpel als Inserat oder Bewerbung für irgendeine Geschäftstätigkeit bezeichnet. Knapp 1.000 Mitglieder zählt laut Website das Institut, T. redet im Video von mehreren Tausend Mitgliedern. Dabei summieren sich schon alleine die 25 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr insgesamt auf einen beachtlichen Betrag, hinzu kommen wohl noch einige andere „Förderbeiträge“.

T-Institut Talente eintragen: "Förderbeitrag 125 Euro" (Screenshot Website T-Institut)
T-Institut Talente eintragen: „Förderbeitrag 125 Euro“ (Screenshot Website T-Institut)

Verschwörungsgefasel mit reichsbürgerlichem Touch

Wer sich nun fragt, ob der Vereinsbetrieb nicht bloß eine andere Rechtsform ist, um Geschäfte mit weniger Richtlinien zu betreiben, wird damit vermutlich nicht alleine sein. So erzählt T. auch offenherzig, dass die Beförderung von „Vereinsmitgliedern“ im Bus – etwa zu den Corona-Demos – nicht durch die Corona-Verordnungen betroffen gewesen sein sollen.

Corona-Demo 6.3.21 in Wien mit Bus von T. aus Imst: "alle ohne Maske" (Screenshot Twitter)
Corona-Demo 6.3.21 in Wien mit Bus von T. aus Imst: „alle ohne Maske“ (Screenshot Twitter)

Auch über vom Institut ausgestellte Maskenbefreiungsatteste erzählt T., was quasi eine Einladung für die Behörden darstellt, um bei ihm nachzuschauen. Insgesamt klingen T.s Ausführungen über seine Tätigkeiten nach Umgehungskonstruktionen, garniert mit reichsbürgerlichen Versatzstücken, die er versucht, mit holprigem Gefasel darzulegen. Etwa so: „Die Person, da ist die Republik Österreich der Herausgeber … und diese Person ist versichert. Do ist im Hintergrund dieses Kollateralkonto.“ Selbst der an sich wohlgesonnnene Interviewer und wohl sonst auch niemand versteht, was nun dieses „Kollateralkonto“ sein soll. Jedenfalls etwas Geheimes, soviel scheint klar zu sein. „Wias do genau funktioniert, will i gor net amol so ganz genau wissen“, fügt T. bedeutungsschwanger an. Irgendwer lege „Strohmann“-Identitäten an, die sich durch die Schreibweise des Namens unterscheiden würden: in Blockschrift oder nur mit Kleinbuchstaben oder gemischt. Alles klar, große Verschwörung!

Andreas T. schwurbelt über "Kollateralkonto"
Andreas T. schwurbelt über „Kollateralkonto“ (Screenshot „WeltTV“, Interview mit T.)

Razzien und besonderer Vortrag wegen „Polizeiüberfall“

Es ist nicht verwunderlich, dass bei T. inzwischen die Polizei vorbeigeschaut hat – zwei Mal bereits. Das erste Mal wurden im Juni 2021 Hausdurchsuchungen mit Beteiligung der Finanzpolizei durchgeführt und neben einem hohen Bargeldbetrag von weit über 100.000 Euro auch vier Langwaffen, zwei Faustfeuerwaffen und Munition sichergestellt, berichtete die  Oberländer Rundschau. Ermittelt wurde nicht nur, weil T. im Verdacht stand, illegal Maskenbefreiungsatteste ausgestellt zu haben, sondern auch noch wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

In der letzten Woche gab’s die nächste Razzia.

Die Vorwürfe dürften insgesamt in verschiedene Richtungen gehen. So seien vom Unternehmer über seinen Verein „diverse Dokumente“ in Umlauf gebracht worden. Bei der Durchsuchung zweier Gebäude war es allerdings auch noch um weitere Verdachtsmomente gegangen, wie Staatsanwalt Hansjörg Mayr gestern auf Anfrage der TT präzisierte. Demnach werde gegen den Unternehmer auch wegen Urkunden-und Beweismittelfälschung ermittelt. Staatsanwalt Mayr: „Es besteht der Verdacht, dass gefälschte Atteste zur Maskenbefreiung sowie derartige Impfbefreiungen weitergegeben wurden.“ (Tiroler Tageszeitung, 3.6.22, S. 5)

Eigentlich war für diesen Abend eine Veranstaltung zum „Forschungsprojekt Impffrei Vital & Gesund“ vorgesehen. Da scheint dann spontan umgeplant worden zu sein, wie User Werner im Instituts-Forum verlautbarte: „bitte heute 02.06.soviele mitglieder,wie möglich zum t… institut imst um 19:00 h kommen. BESONDERER VORTRAG wegen polizei-Überfall vom .02.06.22 (bitte schon aus solidarität zum andi kommen“

Razzia bei T: "BESONDERER VORTRAG wegen polizei-Überfall" (Screenshot T-Institut)
Razzia bei T: „BESONDERER VORTRAG wegen polizei-Überfall“ (Screenshot T-Institut)

Braune Chats und Hitler im Regal

Nichts erklärt T. in seinem langatmigen Interview zu den Ermittlungen nach dem Verbotsgesetz, die gegen ihn laufen. Laut Tiroler Tageszeitung (3.6.22, S. 5) läge bereits eine noch nicht rechtskräftige Anklage gegen ihn vor. „Dabei soll er nicht nur Adolf Hitlers Werk ‚Mein Kampf‘ öffentlich im Regal stehen gehabt, sondern in einer Web-Nachrichtengruppe auch noch NS-Bilder geteilt haben.“ (TT)

Der ebenfalls bei Imst wohnhafte Markus S., mit dem T. Nachrichten ausgetauscht haben soll, musste sich bereits am 31. Mai vor dem Landesgericht Innsbruck erklären. Auf die einschlägigen Chats sei man über ein bei T. beschlagnahmtes Handy gekommen. S. habe, so die Staatsanwaltschaft, zwischen Oktober 2016 und Oktober 2020 über WhatsApp Bilder und Videos, darunter Hakenkreuze, eine Bildmontage zu einer Busfahrt für Asylwerber nach Ausschwitz, am 20.4. Hitler-Geburtstagsgrüße, an Andreas T. verschickt. Das alles habe S. witzig gefunden. Nazi sei er jedoch keiner, war beim Prozess zu hören. Zusätzlich habe S. noch unzählige Nachrichten mit rassistischen Inhalten verschickt, die jedoch nicht angeklagt waren. S. bekannte sich schuldig und gab an, sich „irrsinnig“ zu schämen. Das Urteil: ein Schuldspruch, zwölf Monate bedingter Haft und eine unbedingte Geldstrafe über 6.000 Euro. S. nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht, daher ist es noch nicht rechtkräftig.

Manche der mit T. geteilten Nazi-Sujets waren dieselben, für die der Imster Ex-FPÖ-Politiker Wolfgang Neururer bereits 2018 verurteilt wurde. Ein Zufall?

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Neonazismus/Neofaschismus | Staatsverweigerer*innen | Tirol | Verbotsgesetz | Verschwörungsideologien | Wiederbetätigung

Beitragsnavigation

« Attention: SdR braucht Deine Unterstützung!
Mélange KW 22/22 »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter