Der 8. Mai aus Kreiskys Wohnzimmer: Ruth Wodak mit Ernst Berger

Heute am 8. Mai, zum Tag der Befreiung, zwei Mit­glieder des wis­senschaftlichen Beirats von „Stoppt die Recht­en“  im Gespräch: die Lin­guistin Ruth Wodak mit dem Kinder- und Jugendpsy­chi­ater Ernst Berg­er über die Ver­gan­gen­heit und übers Heute, über Vertrei­bung, Flucht und Exil.

8. Mai – Jahrestag der bedin­gungslosen Kapit­u­la­tion der Wehrmacht

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit ein­er bedin­gungslosen Kapit­u­la­tion der deutschen Wehrma­cht. Ruth Wodak und Ernst Berg­er im Gespräch über Vertrei­bung, Flucht und Exil damals und heute, über „zeit­lose Orte“, Warten ohne Per­spek­tive und die Rück­kehr in das Land der Täter*innen Es geht in dem Gespräch ein­er­seits um das Schick­sal von Kindern, die nach dem Novem­ber Progrom 1938 mit den soge­nan­nten Kinder­trans­porten — übri­gens von Pri­vat­per­so­n­en ini­ti­iert, da die große Kon­ferenz von Evian keine Entschei­dung tre­f­fen kon­nte -, alleine das Land ver­lassen kon­nten, nicht wis­send, ob und wann sie ihre Fam­i­lie wieder­se­hen würden.

Und in Analo­gie um die vie­len unbe­gleit­eten Min­der­jähri­gen und Kinder, die im Flüchtlingslager Moria fest­sitzen und nur in weni­gen europäis­chen Län­dern aufgenom­men wer­den. Öster­re­ich weigert sich bis heute, auch nur einige wenige aufzunehmen. Sie wis­sen nicht, wie es um ihre Zukun­ft ste­ht, der Ver­lust von Heimat, Sprache, Fam­i­lie wird ihr Leben bes­tim­men — und wieder wird eine Gen­er­a­tion mit diesen Belas­tun­gen und Trau­ma­ta aufwach­sen. „Nicht in meinem Namen“ ist ein Appell, diese Kinder nach Öster­re­ich zu brin­gen. (Bruno Kreisky Forum für inter­na­tionalen Dia­log; Aus Kreiskys Wohnz­im­mer: Flucht und Vertreibung)