Burschenschaft Olympia zeigt ihr hässliches Gesicht

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Nor­ma­ler­wei­se machen wir mit unse­ren Bei­trä­gen am Wochen­en­de Pau­se, dies­mal hal­ten wir uns nicht dar­an. Einer­seits ist das dem Datum geschul­det – Geden­ken an die Novem­ber­po­gro­me vor 80 Jah­ren –, ande­rer­seits zeigt die Bur­schen­schaft Olym­pia wohl nicht zufäl­lig genau zu die­sem Datum wie­der ein­mal ihr häss­li­ches Gesicht.

Heu­te ist der 10. Novem­ber, vor 80 Jah­ren star­te­ten die Natio­nal­so­zia­lis­ten im Mor­gen­grau­en sys­te­ma­ti­sche Angrif­fe auf die jüdi­sche Bevöl­ke­rung im gesam­ten deut­schen Reich. Ganz beson­ders per­fi­de und gewalt­tä­tig waren die­se Über­grif­fe in Wien.

Im 6. Bezirk, in der Gum­pen­dor­fer Stra­ße 149 hat die in der rech­tes­ten Ecke ste­hen­de Bur­schen­schaft Olym­pia ihr Quar­tier. Vor dem Haus sind 16 Stol­per­stei­ne in den Geh­steig ein­ge­las­sen. Sie erin­nern an ehe­ma­li­ge Bewoh­ne­rIn­nen des Hau­ses, die von den Natio­nal­so­zia­lis­ten depor­tiert oder ermor­det wurden.

Ges­tern muss­te ein auf­merk­sa­mer Bezirks­be­woh­ner fest­stel­len, dass just auf die­sen Stei­nen Müll­ton­nen abge­stellt waren, näm­lich jene der Bur­schen­schaft Olym­pia. Ein Zufall, ein Ver­se­hen ist wohl aus­zu­schlie­ßen. Wir müs­sen davon aus­ge­hen, dass es sich um eine geziel­te Pro­vo­ka­ti­on sei­tens der Bur­schen­schaft han­delt – nicht die ers­te in die­ser Art.

Nach­dem Micha­el die Müll­ton­nen ent­fernt und zu einer Rei­ni­gungs­ak­ti­on der völ­lig ver­schmutz­ten Stei­ne auf­ge­ru­fen hat­te, wur­den die Müll­ton­nen also bewusst wie­der auf die Stei­ne gestellt, dort depo­nier­te Ker­zen ent­fernt. Das unwür­di­ge Schau­spiel kom­men­tier­te der Olym­pe Mar­kus Ripfl, amts­be­kann­ter Küh­nen­grü­ßer und bis Anfang 2018 FPÖ-Gemein­de­rat in Orth/Donau. Sein Like für ein Nazi-Vide­os wur­de ihm zu Ver­häng­nis, die FPÖ schloss ihn wegen „Gefahr in Ver­zug“ aus. Seit­her fris­tet er sein poli­ti­sches Dasein als wil­der, also par­tei­lo­ser Gemeinderat.

Ripfls Kommentar zu den Mülltonnen auf den Gedenksteinen: "Putz das Haus gleich, welches deine Zeckenfreunde angeschmiert haben."

Ripfls Kom­men­tar zu den Müll­ton­nen auf den Gedenksteinen

Likes für sei­nen zyni­schen, empa­thie­be­frei­ten Kom­men­tar erhielt Ripfl u.a. von den Olym­pen Joa­chim S. Bau­er und Alex­an­der Mar­ko­vics sowie Chris­to­pher von Men­ger­sen (Alter Herr der Alte Bres­lau­er Bur­schen­schaft der Rac­zeks zu Bonn). Alle vier ent­stam­men dem Ring frei­heit­li­cher Stun­den (RFS) – womit sich ein­mal mehr der Kreis zur FPÖ schließt.

Likes für Ripfls Kommentar von Bauer, von Mengersen und Markovics

Likes für Ripfls Kom­men­tar von Bau­er, von Men­ger­sen und Markovics

Bereits 2016 hat­te sich Ripfl im Zuge einer Stol­per­stei­ne-Rei­ni­gungs­ak­ti­on vor dem Olym­pen-Haus ähn­lich geäußert.

Die Olym­pen, deren Hang zum Neo­na­zis­mus mehr als ein­mal doku­men­tiert wur­de, zei­gen wie­der ihr häss­li­ches Gesicht. Mit­glie­der sind übri­gens auch Mar­tin Graf (FPÖ-NR), Nor­bert Neme­th (Klub­di­rek­tor FPÖ-Par­la­ments­klub) und der Iden­ti­tä­ren-Chef Mar­tin Sellner.