Hallein/Salzburg: Ein Jahr für Nazi-Kratzereien

Im Bezirk Hallein wur­den zwis­chen Dezem­ber 2016 und Okto­ber 2017 zahlre­iche PKWs mit Hak­enkreuzen und Nazi-Parolen wie „Heil Hitler“ beschädigt. Über die Zahl der Autos, die beschädigt wur­den, liefern die Medi­en etwas unklare Angaben. Klar ist hinge­gen, dass der Lehrling (19), der sich am Mittwoch in Salzburg vor Geschwore­nen ver­ant­worten musste, ein­er der Täter ist. Die Ermit­tlun­gen gegen einen zweit­en Verdächti­gen laufen noch.

Der Schaden, den die Kratzereien verur­sacht haben, ist beträchtlich – pro PKW zwis­chen 400 und 2.000 Euro. Ob es nun 20 Kratzereien an 20 Autos waren oder 14 bzw. 24, ist zwar nicht uner­he­blich für die Schaden­shöhe, aber nicht für den Vor­wurf der NS-Wieder­betä­ti­gung, auch wenn in einige Autos „nur“ ein nor­males Kreuz, in andere hinge­gen ein Hak­enkreuz oder eine Nazi-Parole ger­itzt wurde.

Der Lehrling ver­ant­wortete sich mit seinem dama­li­gen Alko­holkon­sum und bestritt jede Sym­pa­thie für den Nation­al­sozial­is­mus: „Ich habe keine Sym­pa­thien zum Nation­al­sozial­is­mus, ich ver­ab­scheue diese Per­so­n­en. Wenn ich nüchtern bin, bin ich ein nor­maler Men­sch.“ Wie da die Nazi-Bilder auf seinem Handy dazu passen, kon­nte er nicht wirk­lich überzeu­gend erk­lären: „Das sind Blödsinns­bilder (…) Es ist pein­lich und beschä­mend, was ich gemacht habe.“ Klingt überzeu­gend – allerd­ings war der Angeklagte schon vor seinen Kratzereien wegen Nazi-Äußerun­gen amts­bekan­nt.

Unbeant­wortet blieb die Frage nach dem Mit­täter. Die Kratzereien wur­den anscheinend von zwei Tätern began­gen, wobei die Ermit­tlun­gen gegen den zweit­en noch nicht abgeschlossen sind. Der Angeklagte musste sich jeden­falls nicht nur wegen schw­er­er Sachbeschädi­gung (§ 126 StGB) und Wieder­betä­ti­gung nach § 3f und § 3g Ver­bots­ge­setz ver­ant­worten, son­dern auch wegen eines Ver­stoßes gegen das Waf­fenge­setz. In allen Punk­ten war er geständig, wurde deshalb von den Geschwore­nen schuldig gesprochen und zu ein­er Haft­strafe von einem Jahr, bed­ingt auf drei Jahre, verurteilt. Das Urteil ist bere­its rechtskräftig.