Gföhl/Krems: Reichsoma und -tochter festgenommen

Es war ein ziemlich spektakulärer Einsatz, der da am 29. Juni in Reittern (Gemeinde Gföhl bei Krems) stattgefunden hat. Die Spezialeinheit ‚Cobra‘ war ausgerückt, um zwei Frauen festzunehmen. Die eine ist zwar schon im fortgeschrittenen Alter (79), aber weil auf ihre Tochter (43) eine Schrotflinte registriert ist, wollte die Exekutive kein Risiko eingehen. Den beiden Frauen aus der Reichsheini-Szene wird der Versuch der Erpressung und der Bestimmung zum Missbrauch der Amtsgewalt vorgeworfen.

Walter Harauer ist der Bürgermeister von Straß im Straßertal und Bezirksobmann des „Gemeindeverbandes für Abgabeneinhebung“ – im Zeitalter der Reichsheinis ein risikobehafteter Job. „Ich traute meinen Augen nicht“, erklärte er der NÖN (Kremser Ausgabe, 4.7.2017), als er mehrmals schriftliche Zahlungsaufforderungen der beiden Frauen erhielt. Zuerst sollte er rund 50.000 Euro, dann 111.5000 und schließlich sogar das Zehnfache davon an die beiden Frauen zahlen.

Nicht nur der Verbandsobmann Harauer, sondern auch die Bürgermeisterin von Gföhl sollte eine Million Euro an die beiden Frauen zahlen. Warum? Die beiden Frauen weigerten sich, Gebühren und Abgaben für Müll, Kanal und Wasser anzuerkennen und wollten sich durch die Drohbriefe von den Zahlungen loskaufen.

Gegen das Duo liegt schon eine rechtskräftige Anklage vor – der Erpressungsversuch gegen den Straßer Bürgermeister hat sie offensichtlich zu Wiederholungstäterinnen gemacht und den Einsatz ausgelöst.