Graz: Kein guter Tag für „Rene Ostmark“

Wenn der „Rene Ost­mark“ (33), der da in Graz am 3. Juli vor Gericht ges­tanden ist, auch der „Rene Ost­mark“ ist, der auf vk.com und Twit­ter noch immer seine Nazi-Bilder und ‑Sprüche präsen­tiert, dann wird er neuer­lich ein Prob­lem mit dem Staat­san­walt bekom­men. Der hat angekündigt, ihn wieder anzuk­la­gen, wenn er nicht löscht. Die Geschwore­nen haben sich jeden­falls dafür entsch­ieden, den „Rene Ost­mark“ für einige Zeit aus dem Verkehr zu ziehen.

Der Staat­san­walt war sehr klar: „Ein Neon­azi, wie er im Buch ste­ht“. In ver­schiede­nen sozialen Net­zw­erken war „Rene Ost­mark“ ein­schlägig unter­wegs, mit dem Zweitbeschuldigten, einem Kam­er­aden aus Bay­ern fuhr in Graz – laut „Kleine Zeitung“ im Feb­ru­ar des Vor­jahres — mit der Straßen­bahn „und belästigte dabei die anderen Fahrgäste mit Parolen wie „Sieg Heil!” und „Ihr werdet alle ster­ben wie die Juden”. In einem Gasthaus ging der Lärm weit­er, schließlich kam die Polizei“ (derstandard.at).Die Polizis­ten, die sie dort fes­t­nah­men, wur­den als „Dreck­sju­den“ begrüßt.

Dem Krawall der bei­den Neon­azis voraus­ge­gan­gen war ein paar Wochen zuvor die rechtkräftige Verurteilung zu ein­er Geld­strafe für Rene, den Neon­azi. Weil er aber nicht zahlte, wurde er zu der Ver­hand­lung am 3.7. aus der Ersatzfrei­heitsstrafe vorge­führt. Wegen Sachbeschädi­gung, Kör­per­ver­let­zung und Betrug, aber auch „ein­schlägig“ ist er schon mehrfach vorbe­straft. „Zwölf­mal“ ins­ge­samt, schreibt der ORF Steier­mark.

Ja, der „Rene Ost­mark“ ist ein Neon­azi, wie er im Buch ste­ht. Ein beson­ders wider­lich­er sog­ar – da genügt ein Blick auf sein Kon­to bei vk.com, dem rus­sis­chen Face­book-Klon. „Liebe Flüchtlinge, an diesen Mützen erken­nen sie Ihren Sach­bear­beit­er“, postet er mit dem Foto ein­er SS-Schir­m­mütze mit Hak­enkreuz. Anson­sten zeigt er auf vk.com gern seinen Bauch, ein „Blood & Honour“-T-Shirt und den Hitlergruß.

Dem Gericht ver­suchte er trotz sein­er langjähri­gen Nazi-Biografie einzure­den, dass er nur „dazuge­hören“ wollte. Nun ja, bei der polizeilichen Ein­ver­nahme nach der Ran­dale in der Straßen­bahn und im Gasthaus erschien er mit seinem „Blood & Honour“-Leiberl. Das Hak­enkreuz auf der SS-Schir­m­mütze will er gar nicht gese­hen haben.

Dieses Bild postete der Angeklagte im Internet - und meinte vor Gericht, das Hakenkreuz und den SS-Totenkopf nicht bemerkt zu haben.

Dieses Bild postete der Angeklagte im Inter­net — und meinte vor Gericht, das Hak­enkreuz und den SS-Totenkopf nicht bemerkt zu haben.

Die Geschwore­nen kaufen ihm das alles nicht ab: schuldig in allen Punk­ten der Anklage. Über den Zwei­tangeklagten, einen Bay­ern (26), bericht­en die Medi­en so gut wie nichts. Auch er wird schuldig gesprochen, kommt aber mit 10 Monat­en, bed­ingt auf drei Jahre, ziem­lich gün­stig davon, während der Rene drei Jahre aus­fasst. Unbe­d­ingt. Dazu noch die klare Ankündi­gung des Staat­san­walts, den Rene neuer­lich zu kla­gen, wenn er nicht sofort seine Kon­ten (auf vk.com bzw. Twit­ter) lösche: „Ich klage Sie son­st näch­ste Woche wieder an, mir ist das nicht zu blöd“ (ORF Steier­mark).

Rene Ostmark -hier mit Blood and Honour-Tshirt - und KameradInnen in Aktion

Rene Ost­mark ‑hier mit Blood and Hon­our-Tshirt — und Kam­eradIn­nen in Aktion

Die Vertei­di­ger der bei­den Angeklagten ver­di­enen auch noch eine Erwäh­nung. Renes Anwalt meinte:

„’[M]an solle nicht „mit Kanonen auf Spatzen schießen’. Sein Man­dant habe ’nur einige wenige Ein­träge’ gepostet. ‚Das gehört sich nicht, aber wir haben hier keine Anklage auf Mord und Totschlag’, ver­suchte der Vertei­di­ger zu relativieren“.

Der Anwalt des Zwei­tangeklagten wurde noch deut­lich­er und ergänzte, „die Dummheit stirbt nicht aus“. Außer­dem befand er, das Ver­bots­ge­setz sei ein „Anachro­nis­mus“ — also über­holt -, denn schließlich „haben wir nicht April 1945“ (ORF Steier­mark).

Bei bes­timmten Vertei­di­gern ist die Dummheit sog­ar mit freiem Auge erkennbar!