Leoben: Lebenslang für Wiederbetätigung und Mordversuch

Am 25. Mai wurde in Leoben der Prozess gegen Markus N. (27) fort­ge­set­zt, der wegen NS-Wieder­betä­ti­gung und Mord­ver­such angeklagt war. Der Angeklagte war schon am ersten Ver­hand­lungstag dadurch aufge­fall­en, dass er seine Nazi-Gesin­nung ganz offen zur Schau stellte. Die braune Gesin­nung sei auch seine Gesin­nung, erk­lärte er dem Geschwore­nense­n­at. Am zweit­en Ver­hand­lungstag ging es mehr um den Mordversuch.


Markus N. auf Facebook

Das Opfer, ein Schul­fre­und des Angeklagten, war schon am ersten Ver­hand­lungstag zu Tather­gang und möglichem Motiv befragt wor­den, kon­nte sich aber nicht erk­lären, warum ihn Markus N. ange­grif­f­en und schw­er ver­let­zt hat­te. „Das Opfer erlitt einen offe­nen Schädel­bruch, Ris­s­quetschwun­den und ein Schädel­hirn­trau­ma; außer­dem schlug ihm der 27-Jährige mehrere Zähne ab“, fasst der ORF Steier­mark zusam­men . Die „Kro­ne“ (26.5.16) ergänzt: „Das Opfer flüchtete, der Angeklagte machte bis zum Ein­tr­e­f­fen der Polizei noch Self­ies von seinem blutver­schmierten Gesicht und aus­gestreck­tem Mittelfinger.“

Der Neon­azi ges­tand die Tat, kon­nte oder wollte zu Tather­gang und Motiv aber nichts beitra­gen und verneinte auch die Mord­ab­sicht. Die Geschwore­nen fol­gten ihm bei dieser Ver­ant­wor­tung nicht und erkan­nten ihn der NS-Wieder­betä­ti­gung und des Mord­ver­suchs für schuldig. Das Urteil, lebenslange Haft, ist noch nicht rechtskräftig.