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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Kärntner Polizist: “An die Wand mit der Drecksau!“

Das Aus­maß der Het­ze des Kärnt­ner Poli­zis­ten, der auf Face­book zur Selbst­be­waff­nung und Selbst­jus­tiz mit der Pis­to­le auf­ge­for­dert hat, ist viel grö­ßer, als wir ursprüng­lich wuss­ten. Mitt­ler­wei­le lie­gen uns wei­te­re Pos­tings des Poli­zis­ten vor, die ein fürch­ter­li­ches Bild abgeben.

14. Aug. 2015

Man­fred S., der in Kla­gen­furt als Poli­zist tätig ist, wird den Beam­ten des Lan­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz sein Pos­ting mit der Auf­for­de­rung zur Selbst­jus­tiz erklä­ren müs­sen, berich­tet die Tages­zei­tung „Öster­reich“. Dort heißt es auch, dass „die (mini­ma­le) Mög­lich­keit besteht, dass der Face­book-Account gehackt wur­de und jemand unter sei­nem Namen das Schock-Pos­ting ver­öf­fent­licht hat“.

Die­se mini­ma­le Mög­lich­keit ist jetzt noch klei­ner gewor­den, denn Man­fred S. hat nicht nur das eine Pos­ting mit der Auf­for­de­rung zu Selbst­be­waff­nung und Selbst­jus­tiz ver­fasst, son­dern zahl­rei­che Hetz-Pos­tings, die einen Zeit­raum von mehr als ein­ein­halb Jah­ren abdecken.

Im Juni 2014 reim­te er – harm­los, aber typisch für sei­ne Gesin­nung: „Grün und Rot des Vol­kes Tod…..“

Auf der Face­book-Sei­te von Heinz-Chris­ti­an Stra­che hat­te er Mona­te zuvor, Ende Jän­ner 2014, eine weni­ger lyri­sche Bot­schaft hin­ter­las­sen. Weil Stra­che sich über „links­extre­me Gut­men­schen“, die am Ste­phans­platz demons­triert hat­ten, erei­fer­te, berie­ten die Stra­che-Fans, wie man denn am bes­ten mit den „links­extre­men Gut­men­schen“ fer­tig­wer­den könn­te. Eini­ge schlu­gen „drauf­knüp­peln“ vor, S., der Poli­zist, hin­ge­gen erklär­te: „Ich wür­de die Gum­mi­ge­schos­se gegen Blei austauschen.”

Die meis­ten uns vor­lie­gen­den Pos­tings stam­men aus den letz­ten Mona­ten. Das heißt nicht, dass Man­fred S. in den Mona­ten bzw. Jah­ren zuvor wenig Het­ze­ri­sches gepos­tet hat, son­dern nur, dass er uns frü­her nicht auf­ge­fal­len ist. Jetzt dafür umso mehr!

Als „unzen­su­riert“ im Mai von einem Plan der Grü­nen für ein Hun­de­ver­bot in Wien hal­lu­zi­nier­te, mel­de­te sich Man­fred S. mit einem bezeich­nen­den Pos­ting zu Wort: „De Grü­nen wol­len die Hun­de aus der Stadt ver­ban­nen, damit dann die Asy­lan­ten auf die Geh­steig uma­schei­ßen können.“

Als es Anfang Juni die­ses Jah­res zu Berich­ten über Pro­tes­te im Lin­zer Zelt­la­ger kam, beschimpf­te S. die Asyl­wer­ber: „Dreck­sä­cke, sofort abschie­ben, wenn sie nicht zufrie­den sind, zu Hau­se fres­sen sie wahr­schein­lich Scheiße!”

Das alles ist schon uner­träg­lich, auch unver­träg­lich für einen Poli­zis­ten, aber es kommt noch ärger. Den Bericht von „Öster­reich“ auf FB über die Ver­ge­wal­ti­gung eines Babys kom­men­tiert er mit: „An die Wand mit der Drecksau!“

Für die­se Form der Lynch­jus­tiz hat der Kla­gen­fur­ter Poli­zist beson­de­re Vor­lie­ben. Ein Bericht über die Ent­füh­rung und Ermor­dung eines Kin­des in Frank­reich durch einen „Aus­län­der“ wird von ihm so kom­men­tiert: „an die Wand stel­len und b.….….” Was auch immer „b…….” bedeu­ten soll, soll­te er am bes­ten einem Gericht erklä­ren müssen.

Es geht näm­lich noch so wei­ter. Einen Bericht über Schlep­per auf der A 4 kom­men­tiert er so: „Schlep­per sofort an die Wand gestellt, dann schau ma wie es weitergeht.“

Man­fred S. ist Teil der Exe­ku­ti­ve, die das Gewalt­mo­no­pol des Staa­tes sehr, sehr sorg­sam zu ver­wal­ten und aus­zu­üben hat bzw. hät­te. Man­fred S., der Kla­gen­fur­ter Poli­zist, ist aber dezi­diert gegen das Gewalt­mo­no­pol des Staa­tes. Er tritt dafür ein, dass man sich gegen Asyl­wer­ber („sol­che Typen“) bewaff­nen und auch schie­ßen soll („wich­tig is, dass es wirkt“), er wür­de Schlep­per, Ver­ge­wal­ti­ger und Kin­der­mör­der an die Wand stel­len und gegen Demons­trie­ren­de schar­fe Muni­ti­on ein­set­zen. Ein Rechts­we­sen, das sich das von einem Exe­ku­tor des Rechts gefal­len lässt, kann abdanken.

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