Mistelbach (NÖ): Einzelfall mit braunem Loch!

Der Mis­tel­bach­er FPÖ-Stad­trat Wal­ter Schwarz hat ein in der FPÖ nicht unüblich­es Prob­lem. Er ver­mutet, dass sein Face­book-Pro­fil gehackt wurde. Auf sein­er Time­line wurde näm­lich ein Beitrag der NPD geteilt. Außer­dem soll er sich in ein­er Diskus­sion zu ein­er Demon­stra­tion in Traiskirchen het­zerisch geäußert haben. Der blaue Stad­trat, haupt­beru­flich ein Unterof­fizier des Bun­desheeres, bestre­it­et. Sein Dien­st­ge­ber hat ihn vor­läu­fig suspendiert.

„Mein Face­book-Account wurde gehackt“, ver­sucht der blaue Stad­trat eine Erk­lärung für die recht­sex­tremen Post­ings zu find­en. Es macht natür­lich gle­ich ein anders Bild, wenn man sich als Opfer dun­kler Mächte sehen will!

Bei den Blauen sind fremdges­teuerte elek­tro­n­is­che Geräte ein häu­figes Erk­lärungsmuster. Da wäre ein­mal der PC des mit­tler­weile aus der FPÖ aus­geschlosse­nen Wern­er Königshofer, der nach dessen Angaben Königshofers ohne sein Zutun Tätigkeit­en aus­ge­führt hat, die ange­blich dem Königshofer nicht so angenehm waren – eine lange Geschichte!

Dann waren da auch der Druck­er bzw. der Mon­i­tor beim FPÖ-Abge­ord­neten Wern­er Neubauer, die ganz fürchter­liche Aktio­nen durch­führten, die der gepeinigte Abge­ord­nete in ein­er Eingabe an die Präsi­dentin des Lan­des­gericht­es Linz detail­liert beschrieben hat. 

Zulet­zt berichtete die blaue Glog­gnitzer Gemein­derätin Maria Schmidl davon, dass die recht­sex­tremen und het­zerischen Post­ings nicht von ihr, son­dern von ein­er anderen Per­son stam­men, die in ihrem Namen posten würde. Schmidls Fall war für die Lan­des-FPÖ immer­hin so inter­es­sant, dass sie den PC der Man­datarin Mitte Juni „über­prüfen“ ließ.

Offen­sichtlich ohne durch­schla­gen­den Erfolg, denn erst vor weni­gen Tagen postete eine Maria Schmidl „Sor­ry das hat­te ich nicht gepostet“. Den Satz kann natür­lich auch die falsche Maria Schmidl gepostet zu haben, um die Ver­wirrung noch größer zu machen. Die ver­schiede­nen Schmidls sind jeden­falls nicht voneinan­der zu unterscheiden.

Und das bringt uns wieder zum Mis­tel­bach­er FPÖ-Stad­trat. Bei dem liegt der Fall noch etwas kom­pliziert­er. Wie die „NÖN“ minu­tiös recher­chierte, gibt der blaue Stad­trat zu, die bei­den Ein­träge vor und nach dem NPD ‑Post­ing tat­säch­lich per­sön­lich gepostet zu haben. Dazwis­chen eine Unacht­samkeit, ein kurz­er Moment der Entspan­nung oder was son­st auch immer – und schon ist es passiert. Unerk­lär­lich jeden­falls für Schwarz, der der NÖN erk­lärt: „Ich weiß gar nicht, ob ich zu dem Zeit­punkt, als das NPD-Post­ing gepostet wurde, über­haupt online war“.

Die NÖN glaubt es genauer zu wis­sen: “Muss er aber, da der Ein­trag vor der kri­tisierten Mel­dung in der gle­ichen Minute auf die Pin­nwand geschrieben wurde, wie jenes Post­ing, von dem Schwarz zugibt, es gepostet zu haben“ (NÖN,28.7.2015). Ach, die Kleingeis­ter von der „NÖN“! Was wis­sen die schon? Die Astro­physik behil­ft sich dort, wo sie wenig weiß, mit Annah­men über Schwarze Löch­er, Braune Zwerge oder Dun­kle Materie. Ver­mut­lich haben wir es bei der unbekan­nten Kraft, die auf den PC des blauen Unterof­fiziers in Mil­lisekun­den Ein­fluss nehmen kann, mit dem „Braunen Loch“ zu tun, das sich sofort wieder zurückziehen kann, ohne Spuren ein­er frem­den („braunen“) Materie zu hinterlassen.


Hier ein Schwarzes Loch
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Ver­mut­lich war das „Braune Loch“ auch schon früher bei anderen blauen PCs aktiv. Um das „Braune Loch“ bei blauen PCs genauer beforschen und gegebe­nen­falls nach­weisen zu kön­nen, wäre ein Großver­such mit allen blauen PCs – ähn­lich dem von CERN in Genf — notwendig. Nur so kön­nte ver­mut­lich die gewaltige „Braune Materie“, die sich in dem „Braunen Loch“ ver­steckt, sicht­bar gemacht und ihre beson­dere Beziehung zu blauen PCs analysiert werden.

Mit sicht­bar­er brauner Materie a la NPD wollen wed­er Wal­ter Schwarz noch die Bezirks- und Lan­des-FPÖ etwas zu tun haben: „Zur NPD haben wir keinen Bezug, es gibt keine Kon­tak­te. Wir dis­tanzieren uns von allen extremen Men­schen, die in ewiggestrige Zeit­en tendieren!“ (NÖN).

ÖVP und die „Liste aktiv­er Bürg­er“ in Mis­tel­bach sind mit den bish­eri­gen Erk­lärun­gen der FPÖ bzw. von Schwarz eben­so wenig zufrieden wie der Arbeit­ge­ber Bun­desheer. Während die einen den Rück­tritt von Schwarz fordern, hat der Dien­st­ge­ber Schwarz vom Dienst sus­pendiert und ein diszi­pli­narver­fahren ein­geleit­et. “Die Causa wurde zudem bei der Staat­san­waltschaft angezeigt“ (Kuri­er, 28.7.2015)