Mörderischer Besuch bei HC Strache

Der Besuch der Face­book-Seite von HC Stra­che sollte eigentlich nur nach ein­er War­nung möglich sein. So in der Art von Beipackzetteln bei Medika­menten. Vor allem blaue Fans sind schw­er­stens gefährdet, dort die Kon­trolle über Hirn und Psy­che zu ver­lieren. Sie machen Äußerun­gen, die oft wider­lich, manch­mal auch mörderisch sind. Die Admin­is­tra­toren der Stra­che-Seite lassen die Het­zer meis­tens unbe­hel­ligt. Selb­st nach Auf­forderung zur Löschung.

Es gibt vieles zu beacht­en, wenn man die FB- Seite von HC Stra­che besucht. Vor allem sollte man nicht die Beherrschung ver­lieren, wenn man dort von blauen Fans ange­gan­gen und niedergemacht wird, weil man es gewagt hat, gegen ein Post­ing von HC oder das eines blauen Fans Stel­lung zu nehmen.

Man braucht auch viel Geduld und einen guten Magen, um sich durch einen einzi­gen Thread durchzuar­beit­en. Tausende Post­ings wer­den manch­mal unter ein­er einzi­gen Mel­dung von Stra­che abgelegt, etwa zu der vom 30. Mai: „Asyl­wer­ber schlu­gen in der Wiener City zu“ mit dem kurzen Stra­che-Kom­men­tar „Sofor­tiger Abschub von krim­inellen Asyl­wer­bern!“.

Wer das schon mal beobachtet hat, der weiß, dass das, was auf ein Post­ing mit diesen Reizwörtern fol­gt, wie in einem Labor­ex­per­i­ment abläuft. Es begin­nt mit den üblichen Beschimp­fun­gen, in diesem Fall an die Adresse der festgenomme­nen Asyl­wer­ber bzw. an alle gerichtet:

„Trot­teln“, „Krem­pl“, „Saugsindl“, „Drecksback“(sic!), „Affen“, „Gfrasta“,“Bagage“, „Abschaum“,“Gesocks“, „Miss­ge­burten“, „Rat­ten“, „Homos“ und „Wichser“ in allen unmöglichen Schreib­vari­anten („Wixxer“, „Wigsa“).

Auf dieser Ebene der Beschimp­fun­gen greift kein Admin­is­tra­tor der Stra­che-Seite ein, es sei denn, eine Beschimp­fung ist gegen Stra­che selb­st gerichtet.

Auch auf der näch­sten Erre­gungsstufe, wo dann schon physis­che Gewalt, ver­mis­cht mit Folter­phan­tasien, zur Sprache kommt, lassen die Admin­is­tra­toren die Dinge laufen. Und wo ist eigentlich HC Stra­che selb­st? Es ist ja immer­hin seine Seite, auf der Robert P. etwa vorschlägt: „So a Lumpen­pack, ordentlich knüp­peln und weg damit“.

Es gibt auch keinen Ein­spruch von HC , wenn Stra­che-Fans wie Her­bert A. den ‚Islamis­chen Staat‘ noch an Grausamkeit über­bi­eten wollen: „Sofort bei­de Hände abhack­en so wie man es bei denen macht“. Isabel­la M.D. schlägt eine andere Vari­ante vor: „Rechte Hand und linken Fuss habhacken(sic!) – so wie sie es von zu Hause gewohnt sind“. Ähn­lich auch Alekos M.: “Hand abhack­en, ohne beteubung“ (sic!)

Blaue Fans haben offen­sichtlich über­haupt kein Prob­lem damit, das vorzuschla­gen, was ihre Chefs befürcht­en: die Ein­führung von Kör­per­strafen nach islamis­chem Recht.

Stra­che und seine Admins schweigen aber auch, wenn Fans nicht bloß die Todesstrafe fordern, son­dern zur Lynchjus­tiz aufrufen :

„gle­ich um die ecke und an die Wand Peng“….und die Öster­re­ichis­chen Asylpoli­tik­er schauen dep­pat zu…“, phan­tasiert Fre Nzo.

Sell­ei L. “aufn naxtn bam aufi ghängt und guad sich“

Rene P. „Ab mit dem kopf“

Matthias G. “Weg mit de oder glei kreuzigen“

Klaus S. “ob owa rasch und an die Wand…“

Markus G.S.: „Gebts mir meine geliebte StG77 und ich stell mich sel­ber auf die Grenze!!!“

Die Liste an mörderischen Besuch­ern bzw. Aufrufen zu Mord, Ver­stüm­melung, Todesstrafe und Prügel­strafe nur zu diesem Stra­che-Post­ing vom 30. Mai ließe sich noch ergänzen.

Wolf­gang Orgler, er ist Aktivist der Grü­nen Donaus­tadt, hat sich geduldig durch den Schlamm durchgear­beit­et, die über ein­tausend Post­ings gesichtet, zu den wider­lich­sten davon Screen­shots gemacht und HC Stra­che am 4. Juli eine Mail geschickt, in der er fest­stellt, dass eine Vielzahl von Kom­mentaren sein­er Mei­n­ung nach den Tatbe­stand der Ver­het­zung erfüllen:

„Ich fordere Sie daher auf, die entsprechen­den Kom­mentare zu Ihrem Post­ing unverzüglich zu ent­fer­nen“.

Auf seine höfliche Mail vom 4. Juli hat Wolf­gang Orgler bis heute keine Antwort erhal­ten. Die von ihm über Screen­shot angezeigten Post­ings sind durch die Bank noch abruf­bar. Ob sie jet­zt den Ver­dacht der Ver­het­zung (§ 283 StGB) oder den Ver­dacht der Auf­forderung zu mit Strafe bedro­ht­en Hand­lun­gen (§ 282) begrün­den oder ein­fach nur wider­liche Het­ze sind, sollte die Staat­san­waltschaft entscheiden.

Wenn der Chef der FPÖ aber nicht ein­mal nach Auf­forderung die wider­lich­sten Post­ings und Poster ent­fer­nt, ja nicht ein einziges Mal dazu Stel­lung bezieht, dann muss man wohl annehmen, dass er keinen Ein­wand gegen die von seinen Fans geforderten Kör­per­strafen und Tötungsarten hat.