Eau de Strache: Jetzt müssen Anzeigen folgen !

„Eau de Stra­che“, die Web­seite, die unkom­men­tiert Zitate von blauen Fans bzw. blauen Seit­en ins Netz stellt, ist wieder online. Nach Dro­hun­gen gegen den Betreiber ging die Seite kurz vom Netz und wurde neu organ­isiert: Michel Rei­mon, EU-Par­la­men­tari­er der Grü­nen, fungiert jet­zt als Domain­in­hab­er, das Host­ing übern­immt Har­ald Kap­per, ein Inter­net-Unternehmer. Gut so! Was aber passiert mit den unfass­baren het­zerischen Postings?


Eau de Stra­che wieder online
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Fast 1.000 Sprüche sind mit­tler­weile auf der Seite doku­men­tiert und ver­linkt mit dem Thread auf Face­book, unter dem das Hass-Post­ing abgelegt wurde. Das jüng­ste Post­ing von Otti R. stammt von HC Stra­ches Seite und lautet: „Wie üblich halt. Das Gesindl gehört sofort ver­gast !“.

Stra­ches Putzkolonne hat das braune Post­ing mit­tler­weile gelöscht. An ihm lässt sich allerd­ings gut darstellen, wie das Erre­gungsmuster funk­tion­iert. Stra­che stellt – wie so oft – die Mel­dung ein­er anderen Seite „zur Info“ online. Dies­mal ist es „unzensuriert.at“, die recht­sex­treme Inter­net-Pos­tille der Mar­tin-Graf-Jünger, zu der er ver­linkt: „Asyl­fak­tencheck Mai: 250,36 % Steigerung zum Vor­jahr“ ist der Titel des Beitrags, zu dem Stra­che gar nichts mehr kom­men­tieren muss, weil er weiß, wie das auf sein­er Seite funk­tion­iert. Bin­nen kurzem sind die Poster bei der üblichen Het­ze ange­langt: alles nur Wirtschafts­flüchtlinge; die wür­den von der Regierung absichtlich ins Land geholt, um sich neue Wäh­lerIn­nen zu schaf­fen usw.

Dann postet ein Nor­bert B. aus Anther­ing ein Video, auf dem man sieht, wie schwarze Män­ner ein Cara­binieri-Auto mit Prügeln demolieren. Nobert B. tex­tet dazu: “Spen­gler­work­shop in Ital­ien. Nach dem ersten Kul­turschock geht es sofort rein in das Pro­jekt!!“. Damit sug­geriert er, dass es sich bei den Män­nern um neu angekommene Flüchtlinge han­delt. Wer das Video genauer betra­chtet wie die „aktiv­en Arbeit­slosen“, die dazu auch posten, wird fest­stellen, dass es sich um eine gestellte Szene handelt:

„Ein­deutig eine gestellte Film­szene, wie das im oberen linken Rand here­in­ra­gende Film­mikro­fon, der Beleuchter mit dem weißen Reflek­tor und der Rest der Film­crew die vorne beim Auto hockt zeigt. …“.

Dieser Hin­weis inter­essiert aber auf Stra­ches Seite nie­man­den, auch nicht Stra­ches Putzkolonne, die zumin­d­est not­dürftig den braunen Dreck wegsäu­bern sollte: das Hetz-Post­ing von Nor­bert B. darf bleiben, nur das Ver­ga­sungspost­ing von Otti R. wird gelöscht.

Stra­ches Seite iliefert in den let­zten Wochen die meis­ten Zitate für „Eau de Stra­che“. Maßge­blich ver­ant­wortlich dafür ist das Stra­che-Post­ing zum Spruch der FPÖ-Abge­ord­neten Dag­mar Belakow­itsch-Jenewein, die eine Abschiebung von abgelehn­ten Asyl­wer­bern in Bun­desheer-Trans­port­flugzeu­gen forderte: “Denn dann kön­nten sie da drin­nen schreien, so laut sie wollen“.

Der Het­zspruch der Abge­ord­neten und das Post­ing von Stra­che dazu: das bedeutet uneingeschränkt grünes Licht für die kleinen blauen Het­zer, die gar nicht genug kriegen kön­nen. Gehet­zt wird aber nicht nur auf Stra­ches Face­book-Seite, son­dern auf vie­len anderen blauen Seit­en und Pro­filen. Das Ver­di­enst von „Eau de Stra­che“ ist es, nicht nur auf diese Seit­en aufmerk­sam zu machen, son­dern die Botschaft von den veröf­fentlicht­en Het­z­post­ings auf diese Seit­en zurückzubringen.

Auf eini­gen blauen Seit­en wer­den daraufhin die Het­z­post­ings tat­säch­lich gelöscht – manch­mal bleibt die Het­ze aber tage- oder wochen­lang online.

Auf der Face­book-Seite „Unsere blaue Seite“ hat Diet­mar S. am 5. Juni „Erschiessen und ver­gasen“ gepostet. Obwohl Sebas­t­ian S. am 12. Juni den Ver­fass­er und den Seit­en­be­treiber auf das Post­ing aufmerk­sam gemacht hat, ist es noch immer online.

Auch ein weit­er­er Nazi-Spruch ist auf „Unsere blaue Seite“ noch immer online. Am 26. Juni postete Robert W. über Asyl­wer­ber, die gegen ihre Unter­bringung in Zel­ten protestiert haben:

„Daun quartiert sas in Mau­thausen!!!!!“.

Darauf aufmerk­sam gemacht, dass er damit eine Gren­ze über­schrit­ten hat, antwortet Robert W. aggressiv:

„Lach! Ich sagte nur Mau­thausen! Ihr Dumpf­back­en! Seht ihr son­st etwas ste­hen? Neine! Also! Klappe hal­ten!“.

Robeert W. ist offen­bar der Mei­n­ung, dass er strafrechtlich nicht belangt wer­den kann, weil er das KZ nicht direkt ange­sprochen, son­dern nur Mau­thausen erwäh­nt habe. Drum wird er noch frech­er, macht einen Schritt zurück und zwei nach vor:

„Ich habe das sicher­lich nicht auf die scheußliche Zeit des zweit­en Weltkrieges bezo­gen!!! War vielle­icht nicht ger­ade geschickt von mir, Mau­thausen zu erwäh­nen!!!! Hätte auch Inns­bruck, Salzburg sagen kön­nen! Doch in Mau­thausen, wäre doch genug Platz!!??“.

Der Betreiber von „Unsere blaue Seite“ hat auch diese Post­ings nicht gelöscht.

Deshalb wird der Betreiber dieser Seite genau­so angezeigt wie die Hetz-Poster Diet­mar S. und Robert W..

Auch die FPÖ Hei­den­re­ich­stein und der Poster Josef L. , der auf dieser Seite am 27.6. gepostet hat:

„ich hätte da eine unterkunft..Mauthausen und wenn dieses pack da nicht rein wollen,dann ab ins meer..“.

Auch dieser Poster und die Seite FPÖ Hei­den­re­ich­stein wur­den aufmerk­sam gemacht, dass dieses Post­ing auf „Eau de Stra­che“ gelis­tet wurde und in die Kat­e­gorie ver­het­zen­der Post­ings fällt. Reak­tion bish­er: keine! Deshalb ist es höch­ste Zeit, dass da über Anzeigen eine Klärung her­beige­führt wird.

Hin­weise über Het­z­poster und Het­z­seit­en, die dem Out­ing durch „Eau de Stra­che“ keine Kon­se­quen­zen fol­gen lassen, bitte an unsere Mailadresse!

Ein let­zter Hin­weis noch: auch die Poster, deren braune und het­zerische Post­ings von den Seit­en­be­treibern gelöscht wur­den, soll­ten sich nicht zu früh freuen: Wieder­betä­ti­gung bleibt auch dann Wieder­betä­ti­gung, wenn sie nur wenige Stun­den zu lesen ist. Das gilt auch für Verhetzung!