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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 4 Minuten

Ein rechtsextremes Magazin präsentiert sich

Die Num­mer Zwei des extrem rech­ten Maga­zins “Info-Direkt“ ist vor kur­zem erschie­nen. Wie ange­kün­digt, fand die öffent­li­che Prä­sen­ta­ti­on in den Räu­men des Alten Rat­hau­ses von Linz statt. Der FPÖ-Stadt­rat Det­lef Wim­mer fun­gier­te wie­der als Saal­mie­ter. Unser Lin­zer Kor­re­spon­dent war „Under­co­ver“ bei die­ser Ver­an­stal­tung dabei und hat sich Noti­zen gemacht.

13. Mai 2015

Kor­re­spon­den­ten­be­richt aus Linz

Die Ver­an­stal­tung fand wie­der (wie anläß­lich der 1.Vorstellung) in den Räum­lich­kei­ten des Alten Rat­hau­ses in Linz, im Medi­en­saal (aus­ge­bau­tes Dach­ge­schoß) statt. Der Vor­trag dreh­te sich kom­plett um Medi­en­kri­tik, alles in allem recht unin­ter­es­sant. Es wur­den Argu­men­te nach­ein­an­der auf­ge­reiht, um den Jour­na­lis­mus (ins­be­son­de­re Aus­lands­be­richt­erstat­tung) in ein schlech­tes Licht zu rücken. Auf den Inhalt des Maga­zins „Info-Direkt“ wur­de nicht wirk­lich eingegangen.

Ein zen­tra­les The­ma, die Ukrai­ne-Poli­tik, wur­de z.B. nur kurz in einem dümm­lich-het­ze­ri­schen Bei­spiel ange­spro­chen: „Wäre Putin eine les­bi­sche schwar­ze Frau, so wäre er/sie vor­wie­gend posi­tiv in der west­li­chen Welt dar­ge­stellt, als Befrei­er mit Aus­sicht auf den Frie­dens­no­bel­preis und die Ukrai­ne als die Faschis­ten.“ Sonst nichts wirk­lich Erwähnenswertes.

Es gab zwei kur­ze Film­vor­füh­run­gen: zum einen eine Auf­zeich­nung aus dem ZDF, in der ein Come­di­an die Ver­stri­ckun­gen von Gold­man Sachs in der Welt­po­li­tik erklärt. Vor­ge­führt wur­de der Film als kur­zes Set­up für mehr Medi­en­kri­tik, wie mit sol­chen Aus­sa­gen umge­gan­gen wird und die­se spä­ter wie­der revi­diert wer­den. Kon­kret ange­spro­chen wur­de dabei der Sager „Gold­man Sachs regiert die Welt” von Ales­sio Rastani.

Der zwei­te Film war umso inter­es­san­ter: eine Col­la­ge aus Film­ma­te­ri­al, unter­legt mit meh­re­ren Spre­chern und Kla­vier­mu­sik im Hin­ter­grund. Der Film streu­te Revo­lu­ti­ons­ge­dan­ken und rief auf, sich zu empö­ren. Inhalt­lich, so wie vie­le ande­re Clips in sozia­len Netz­wer­ken, wur­de die­ser in einer etwas ande­ren Form dar­ge­stellt. Wie­der­erkannt wur­den Tei­le des Fil­mes anhand der Audio­spur, die am Mon­tag, 20. April an der Frie­dens­mahn­wa­che in Linz abge­spielt wur­den. Wer das dort abge­spielt hat­te (offe­nes Mikro), ist nicht bekannt. Es hat sich seit Win­ter­be­ginn eini­ges geän­dert, vie­le der ursprüng­li­chen Orga­ni­sa­to­ren der Frie­dens­mahn­wa­che sind nicht mehr zu sehen.

Kurz zum Inhalt: Gezeigt wur­den im Film Inhal­te aus der Doku­men­ta­ti­on „Zeit­geist: Moving For­ward”, spe­zi­ell Mate­ri­al aus der End­se­quenz, sowie Audio & Video aus dem medi­en­kri­ti­schen Film „Net­work” und hier die bekann­tes­te Sze­nen aus dem Film, Stich­wort „Die Röh­re”, immer wie­der unter­legt mit Bil­dern & kur­zen Clips.

Anwe­send waren etli­che Per­so­nen aus dem Freun­des­kreis von Lud­wig Rein­th­a­ler, die bereits letz­ten Juni auf einer Mahn­wa­che auf­ge­fal­len sind. Vie­le Per­so­nen mit auf­fäl­li­gen Täto­wie­run­gen auf Hän­den & Nacken, z.B. Runen und Schrift­zug „ACAB” im Nacken, ver­mut­lich also eini­ge davon Hools. Mit dabei auch Ste­fan Magnet, Harald Haas, Wolf­gang Kitz­mül­ler (macht einen abge­ma­ger­ten Ein­druck), Micha­el Scharf­mül­ler, Gün­ther Alt­mann mit 2 Kin­dern (als Kame­ra­mann) und Ger­hard Staudinger.

Beim anschlie­ßen­den Buf­fet fiel ein auf­ge­dun­se­ner Mann mit wei­ßen Haa­ren und Halb­glat­ze längs, Haa­re nur auf der Sei­te, ca. 50–60 Jah­re alt, mit sei­nen Aus­sa­gen über angeb­lich fal­sche Zah­len jüdi­scher Holo­caust-Opfer, Stich­wort „Holo­kotz” auf. Sein Gegen­über, Wolf­gang Kitz­mül­ler nick­te nur und brach­te sich sehr wenig ein. Der unbe­kann­te auf­ge­dun­se­ne Mann hat­te einen leicht deut­schen Akzent und sprach auch kurz über die deut­sche Ver­lags­po­li­tik, wo angeb­lich ein der­ar­ti­ges Maga­zin, wie es Info-Direkt dar­stellt, gar nicht mög­lich wäre, da aus­nahms­los alles über pri­va­te Ver­lags­kon­zer­ne lau­fen muss. Wolf­gang Kitz­mül­ler war die Per­son offen­sicht­lich bekannt.

Felix Mül­ler, Mit­glied der Bur­schen­schaft Armi­nia Czer­no­witz Linz, habe ich nicht erblickt, er ist dafür auf dem Ver­an­stal­tungs­fo­to von ges­tern, 24.4.2015 in Wien zu sehen (Ver­an­stal­tungs­saal Hotel Asto­ria Kärnt­ner­stra­ße, FB-Sei­te „Direkt Maga­zin”, ganz vor­ne beim Fens­ter ste­hend mit dem Bart). Im 2. Maga­zin gibt es eine Mei­nungs­ko­lum­ne von „Mül­ler” mit einer auf­fäl­li­gen Bart-Kari­ka­tur, die Felix Mül­ler sehr ähnelt.


24. April 2014, Wien, Hotel Asto­ria Vor­stel­lung 2. Maga­zin „Info-Direkt“

Alles in allem eine mäßig inter­es­san­te Ver­an­stal­tung mit geschätz­ten 40 Per­so­nen, die aber von den Ver­an­stal­tern sehr genau beob­ach­tet wur­de: Vor dem Rat­haus und auf dem Haupt­platz war eine Außen­si­che­rung mit einem Foto­gra­fen auf­ge­zo­gen worden.


„Außen­si­che­rung”

Ein­ge­tra­ge­ner Mie­ter des Saa­les war wie­der der Sicher­heits­stadt­rat der FPÖ Det­lef Wim­mer. Es gab einen Bücher­tisch. Dort waren Fol­der und Fly­er auf­ge­legt wie: Weg­war­te – Mit­tei­lung der Initia­ti­ve Hei­mat & Umwelt, Aus­tritt aus der EU, über­par­tei­li­ches Volks­be­geh­ren, (Inge Rauscher).


Für die ABO-Bestel­lung lagen Kugel­schrei­ber bereit, die alle mit dem Logo des Wie­ner Clubs Prat­er­do­me ver­se­hen waren.

Lud­wig Rein­th­a­ler war mit einem PKW Vari­ant unbe­kann­te Mar­ke mit brau­ner Far­be und einer Per­son, die unter dem Nick „Trend Set­ter“ auf Face­book auf­tritt, nach Linz gekom­men. „Trend Set­ter“ spiel­te bei der 3. Anmel­dung zur PEGI­DA-Demo für den 3. Mai 2015 (die ver­bo­ten wur­de) eine füh­ren­de Rol­le. Der PKW wies auf der Heck­schei­be selbst gefer­tig­te Auf­kle­ber der WPÖ auf („Wei­ße Par­tei Öster­reichs“ unter dem Vor­sit­zen­dem RA Mag. Klaus Burg­hol­zer Linz).

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