Ein rechtsextremes Magazin präsentiert sich

Die Num­mer Zwei des extrem recht­en Mag­a­zins “Info-Direkt“ ist vor kurzem erschienen. Wie angekündigt, fand die öffentliche Präsen­ta­tion in den Räu­men des Alten Rathaus­es von Linz statt. Der FPÖ-Stad­trat Detlef Wim­mer fungierte wieder als Saalmi­eter. Unser Linz­er Kor­re­spon­dent war „Under­cov­er“ bei dieser Ver­anstal­tung dabei und hat sich Noti­zen gemacht.

Kor­re­spon­den­ten­bericht aus Linz

Die Ver­anstal­tung fand wieder (wie anläßlich der 1.Vorstellung) in den Räum­lichkeit­en des Alten Rathaus­es in Linz, im Medi­en­saal (aus­ge­bautes Dachgeschoß) statt. Der Vor­trag drehte sich kom­plett um Medi­enkri­tik, alles in allem recht unin­ter­es­sant. Es wur­den Argu­mente nacheinan­der aufgerei­ht, um den Jour­nal­is­mus (ins­beson­dere Aus­lands­berichter­stat­tung) in ein schlecht­es Licht zu rück­en. Auf den Inhalt des Mag­a­zins „Info-Direkt“ wurde nicht wirk­lich eingegangen.

Ein zen­trales The­ma, die Ukraine-Poli­tik, wurde z.B. nur kurz in einem dümm­lich-het­zerischen Beispiel ange­sprochen: „Wäre Putin eine les­bis­che schwarze Frau, so wäre er/sie vor­wiegend pos­i­tiv in der west­lichen Welt dargestellt, als Befreier mit Aus­sicht auf den Frieden­sno­bel­preis und die Ukraine als die Faschis­ten.“ Son­st nichts wirk­lich Erwähnenswertes.

Es gab zwei kurze Filmvor­führun­gen: zum einen eine Aufze­ich­nung aus dem ZDF, in der ein Come­di­an die Ver­strick­un­gen von Gold­man Sachs in der Welt­poli­tik erk­lärt. Vorge­führt wurde der Film als kurzes Set­up für mehr Medi­enkri­tik, wie mit solchen Aus­sagen umge­gan­gen wird und diese später wieder rev­i­diert wer­den. Konkret ange­sprochen wurde dabei der Sager „Gold­man Sachs regiert die Welt” von Alessio Rastani.

Der zweite Film war umso inter­es­san­ter: eine Col­lage aus Film­ma­te­r­i­al, unter­legt mit mehreren Sprech­ern und Klavier­musik im Hin­ter­grund. Der Film streute Rev­o­lu­tion­s­gedanken und rief auf, sich zu empören. Inhaltlich, so wie viele andere Clips in sozialen Net­zw­erken, wurde dieser in ein­er etwas anderen Form dargestellt. Wieder­erkan­nt wur­den Teile des Filmes anhand der Audiospur, die am Mon­tag, 20. April an der Friedens­mah­nwache in Linz abge­spielt wur­den. Wer das dort abge­spielt hat­te (offenes Mikro), ist nicht bekan­nt. Es hat sich seit Win­ter­be­ginn einiges geän­dert, viele der ursprünglichen Organ­isatoren der Friedens­mah­nwache sind nicht mehr zu sehen.

Kurz zum Inhalt: Gezeigt wur­den im Film Inhalte aus der Doku­men­ta­tion „Zeit­geist: Mov­ing For­ward”, speziell Mate­r­i­al aus der End­se­quenz, sowie Audio & Video aus dem medi­enkri­tis­chen Film „Net­work” und hier die bekan­nteste Szenen aus dem Film, Stich­wort „Die Röhre”, immer wieder unter­legt mit Bildern & kurzen Clips.

Anwe­send waren etliche Per­so­n­en aus dem Fre­un­deskreis von Lud­wig Reinthaler, die bere­its let­zten Juni auf ein­er Mah­nwache aufge­fall­en sind. Viele Per­so­n­en mit auf­fäl­li­gen Tätowierun­gen auf Hän­den & Nack­en, z.B. Runen und Schriftzug „ACAB” im Nack­en, ver­mut­lich also einige davon Hools. Mit dabei auch Ste­fan Mag­net, Har­ald Haas, Wolf­gang Kitzmüller (macht einen abgemagerten Ein­druck), Michael Scharfmüller, Gün­ther Alt­mann mit 2 Kindern (als Kam­era­mann) und Ger­hard Staudinger.

Beim anschließen­den Buf­fet fiel ein aufge­dun­sen­er Mann mit weißen Haaren und Hal­bglatze längs, Haare nur auf der Seite, ca. 50–60 Jahre alt, mit seinen Aus­sagen über ange­blich falsche Zahlen jüdis­ch­er Holo­caust-Opfer, Stich­wort „Holokotz” auf. Sein Gegenüber, Wolf­gang Kitzmüller nick­te nur und brachte sich sehr wenig ein. Der unbekan­nte aufge­dun­sene Mann hat­te einen leicht deutschen Akzent und sprach auch kurz über die deutsche Ver­lagspoli­tik, wo ange­blich ein der­ar­tiges Mag­a­zin, wie es Info-Direkt darstellt, gar nicht möglich wäre, da aus­nahm­s­los alles über pri­vate Ver­lagskonz­erne laufen muss. Wolf­gang Kitzmüller war die Per­son offen­sichtlich bekannt.

Felix Müller, Mit­glied der Burschen­schaft Arminia Czer­nowitz Linz, habe ich nicht erblickt, er ist dafür auf dem Ver­anstal­tungs­fo­to von gestern, 24.4.2015 in Wien zu sehen (Ver­anstal­tungssaal Hotel Asto­ria Kärnt­ner­straße, FB-Seite „Direkt Mag­a­zin”, ganz vorne beim Fen­ster ste­hend mit dem Bart). Im 2. Mag­a­zin gibt es eine Mei­n­ungskolumne von „Müller” mit ein­er auf­fäl­li­gen Bart-Karikatur, die Felix Müller sehr ähnelt.


24. April 2014, Wien, Hotel Asto­ria Vorstel­lung 2. Mag­a­zin „Info-Direkt“

Alles in allem eine mäßig inter­es­sante Ver­anstal­tung mit geschätzten 40 Per­so­n­en, die aber von den Ver­anstal­tern sehr genau beobachtet wurde: Vor dem Rathaus und auf dem Haupt­platz war eine Außen­sicherung mit einem Fotografen aufge­zo­gen worden.


Außen­sicherung

Einge­tra­gen­er Mieter des Saales war wieder der Sicher­heitsstad­trat der FPÖ Detlef Wim­mer. Es gab einen Bücher­tisch. Dort waren Fold­er und Fly­er aufgelegt wie: Weg­warte – Mit­teilung der Ini­tia­tive Heimat & Umwelt, Aus­tritt aus der EU, über­parteilich­es Volks­begehren, (Inge Rauscher).


Für die ABO-Bestel­lung lagen Kugelschreiber bere­it, die alle mit dem Logo des Wiener Clubs Pra­ter­dome verse­hen waren.

Lud­wig Reinthaler war mit einem PKW Vari­ant unbekan­nte Marke mit brauner Farbe und ein­er Per­son, die unter dem Nick „Trend Set­ter“ auf Face­book auftritt, nach Linz gekom­men. „Trend Set­ter“ spielte bei der 3. Anmel­dung zur PEGI­DA-Demo für den 3. Mai 2015 (die ver­boten wurde) eine führende Rolle. Der PKW wies auf der Heckscheibe selb­st gefer­tigte Aufk­le­ber der WPÖ auf („Weiße Partei Öster­re­ichs“ unter dem Vor­sitzen­dem RA Mag. Klaus Burgholz­er Linz).