Weiter Streit bei Pegida und ein Kachelofen

Das schaut nicht gut aus für Pegi­da! Die Vorarl­berg­er Sicher­heits­be­hör­den haben die für Sam­stag, 9. Mai angekündigte Pegi­da-Demo wegen zu erwartender Ver­stöße gegen das Strafrecht unter­sagt. Das kann eine prob­lema­tis­che Begrün­dung sein – im Fall des angekündigten Red­ners Michael Mannheimer aber wohl zutr­e­f­fend. Und jet­zt gibt’s schon wieder Zoff bei Pegida!

Nach­dem sich bei der ersten Pegi­da-Demo in Bre­genz am 22.3. nur ein „ver­lorenes Häu­flein“ (Vorarl­berg­er Nachricht­en) von 100 Per­so­n­en, mehrheitlich Deutsche, ver­sam­melt hat­te, wollte Pegi­da dies­mal alles richtig machen. Ein „promi­nen­ter Über­raschungs­gast“ wurde angekündigt, sowie Red­ner­In­nen aus der Schweiz, Deutsch­land, Vorarl­berg und Nor­we­gen. Als „Über­raschung“ wurde dann der Blog­ger „ Michael Mannheimer“ (eigentlich: Karl Michael Merkle) geoutet, der ein­er der schlimm­sten Has­spredi­ger im deutschsprachi­gen Raum ist.


Wie auf der Titanic°!
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Aber welche Pegi­da hat die Demo angemeldet? Die Volks­front von Judäa oder die judäis­che Volks­front? Schon bei der ersten Bre­gen­z­er Demo gab es ziem­liche Geheimniskrämerei, bis sich her­ausstellte, dass die oberöster­re­ichis­che Pegi­da den Vorarl­berg­ern hil­fre­ich unter die Arme gegrif­f­en hat­te. Dann, bei der Demo selb­st, ein biss­chen pein­lich: die Vorarl­berg­er „Mitor­gan­isatorin“ Susanne Helfen­bein darf nicht sprechen, der Red­ner (und mut­maßliche Anmelder) Markus Hamet­ner ist gar nicht mehr Sprech­er der Pegi­da OÖ und die Vorarl­berg­er Pegi­da hat fak­tisch Rede­ver­bot.

Die zweite Pegi­da-Demo wurde – wie Pegi­da jet­zt offen­herzig meldet – von Pegi­da Dreilän­dereck angemeldet. Kom­mu­nika­tion­s­mäßig nicht so gün­stig, weil Pegi­da Wien, die das Sprechen und Denken für Pegi­da Vorarl­berg über­nom­men hat – nach der Absage – nicht weiß, was in dem Bescheid drin­nen­ste­ht: “Lei­der kön­nen wir nichts zum Demo-Ver­bot schreiben, da wir den Bescheid der Behör­den nicht vor­liegen haben“.

Daraus schließen wir, dass auch die Kom­mu­nika­tion zwis­chen Pegi­da und Pegi­da Dreilän­dereck nicht wirk­lich gut läuft, was sich auch aus dem näch­sten Satz von Pegi­da Wien ergibt: “Gestern haben wir Pegi­da Vorarl­berg aufgenom­men! und alle han­del­nden Per­so­n­en ihrer Funk­tio­nen ent­bun­den! Diese sind auch kein Teil mehr von Pegi­da in Öster­re­ich“.


Welche Pegi­da spricht jetzt?
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Das ist etwas kryp­tisch geschrieben, aber nicht ganz so schw­er zu ver­ste­hen: Pegi­da Vorarl­berg wurde zwar bei Pegi­da in Öster­re­ich aufgenom­men, gibt’s aber eigentlich nicht mehr, weil alle han­del­nden Per­so­n­en ihrer Funk­tion ent­bun­den wur­den — sagt Pegi­da Wien. Alles klar? Nein? Pegi­da muss selb­st noch ein biss­chen nach­denken, wer wo was ist: „Weit­ere Infos fol­gen. Wir bit­ten euch um etwas Geduld“. Aber eines ist schon klar:

„Frau Susanne H. ist in kein­er Funk­tion für Pegi­da in Öster­re­ich tätig“. Damit ist klar, wer die han­del­nden Per­so­n­en waren, die jet­zt ihrer Funk­tion ent­bun­den wur­den. Für Susanne Helfen­bein ist das ein weit­er­er har­ter Schlag, nach­dem sie schon bei der ersten Pegi­da-Demo in Bre­genz nicht reden durfte. Ihr geht es so wie anderen, die in der Heimat nicht geschätzt wur­den – sie muss in Deutsch­land ihre Tal­ente zeigen. Am 4.5.2015 durfte sie bei der Pegi­da-Kundge­bung in München als Gas­tred­ner­in auftreten – vor fast keinem Pub­likum: “Ich geb zu, ich war noch ein wenig unsich­er (nach 2 Monat­en Rede­pause), aber das wird schon wieder“.

Wir sind uns nicht ganz so sich­er, ob das noch was wird. Susanne – „Wir sind das Volk“ – Helfen­bein hin­ter­ließ in München ein nicht nur schüt­teres, son­dern auch rat­los­es Pub­likum („Volk“) , als sie dieses bat, keine Lügen­presse mehr zu lesen, son­dern diese in den Kach­e­lofen zu steck­en. Wer vom Volk hat schon einen Kachelofen?


Kachelöfen für’s Volk!
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