Polnische Neofaschisten in Wien: Treffen mit Ewald Stadler

Der „Kuri­er“ berichtet in sein­er aktuellen Aus­gabe über die Aussper­rung pol­nis­ch­er Neo­faschis­ten aus der Pfarre St. Sev­erin, wo am Woch­enende ein „Patri­otenkongress“ hätte stat­tfind­en sollen. Über die beachtliche Reak­tion der Kirche haben wir vor ein­er Woche bere­its berichtet, der Kongress fand allerd­ings trotz­dem statt. Und Ewald Stadler traf sich mit den pol­nis­chen Rechtsextremen!


„Wieden­s­ka Inic­jaty­wa Nar­o­dowa“ (WIN, Wiener Nationale Ini­tia­tive), bei der Gegen­demon­stra­tion zur Regenbogenparade
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Ein­fach war es nicht für die „Wieden­s­ka Inic­jaty­wa Nar­o­dowa“ (WIN), zu deutsch ‚Wiener Nationale Ini­tia­tive‘, die Her­aus­forderun­gen des ver­gan­genen Woch­enen­des zu bewälti­gen. Es musste näm­lich nicht nur ein neuer Ver­anstal­tung­sort für den Kongress mit den pol­nis­chen Neo­faschis­ten gefun­den wer­den, son­dern auch die Kundge­bung vor der pol­nis­chen Botschaft und das Freizeit­pro­gramm mit den Ref­er­enten aus Polen arrang­iert werden.

Nach­dem auch das Gasthaus, das als Ersatz für die Pfarre ange­sprochen wurde, abge­sagt hat­te (die Ver­anstal­ter von der WIN sahen darin natür­lich eine Ver­schwörung), fan­den sie schließlich ein Hin­terz­im­mer, in dem sich rund 20 bis 30 Inter­essierte trafen, um den pol­nis­chen Ref­er­enten zu lauschen.


Kleines Häufchen an ZuhörerInnen
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Die waren sehr begeis­tert und bedank­ten sich über­schwänglich bei den Organ­isatoren in Wien, die ihnen dieses Woch­enende zusam­mengestellt hat­ten, das nicht nur den Mini-Kongress, son­dern auch eine Mini-Kundge­bung vor der pol­nis­chen Botschaft, den Besuch ein­er Messe im lateinis­chen Rit­us („coole Sache“) und als Krö­nung ein Tre­f­fen mit dem ver­hin­derten EU-Abge­ord­neten und Rekos-Chef Ewald Stadler bein­hal­tete. Krzystof Bosak, der sich auf seinem FB-Mini-Blog so begeis­tert zeigte, ist ein­er der Führungskad­er der recht­sex­tremen Ruch Nar­o­dowy, die eng mit den ungarischen Neo­faschis­ten von Job­bik kooperiert.

Zu den Wahlen für das Europäis­che Par­la­ment kan­di­dierte auch Ruch Nar­o­dowy, ging aber ähn­lich unter wie Rekos mit Ewald Stadler in Öster­re­ich. Ob sich die Gespräche darauf bezogen?


Beim ver­bren­nen ein­er EU-Flagge: „nicht rot, nicht regen­bo­gen­far­ben, son­dern pol­nisch national“
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Die Wiedeńs­ka Inic­jaty­wa Nar­o­dowa (WIN) ist als pol­nis­ch­er Jugend­vere­in reg­istri­ert – öffentlich aufge­fall­en ist die recht­sex­treme Gruppe in Wien erst­mals bei der Regen­bo­gen-Parade, als sie bei der Gegen­demon­stra­tion „Marsch für die Fam­i­lie“ teil­nahm. Zum ersten Mai 2014 ver­wies die Gruppe auf ihrem FB-Kon­to auf ein YouTube-Video, in dem mehrere Per­so­n­en (ohne Gesicht) gezeigt wer­den, die eine EU-Flagge ver­bren­nen und dazu Parolen gegen „pädophile“ und „päderastis­che“ Europa- Befür­worter und „nicht rot, nicht regen­bo­gen­far­ben, son­dern pol­nisch nation­al“ brüllen (am 1. Mai 2004 ist Polen der Europäis­chen Union beigetreten).