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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Erdogan und die Gäste von der FPÖ

Der auto­ri­tä­re rech­te tür­ki­sche Minis­ter­prä­si­dent hat­te am 19.6. einen umstrit­te­nen pri­va­ten Auf­tritt in Wien vor tau­sen­den Fans – für die Frei­heit­li­chen und alle aus­län­der­feind­li­chen, anti­tür­ki­schen und anti­is­la­mi­schen Hass­grup­pen in den sozia­len Netz­wer­ken ein Kampf­tag der Sonderklasse.

20. Juni 2014

Die FPÖ ließ sich den Besuch Erdo­gans auch mate­ri­ell eini­ges kos­ten. Wäh­rend sie einer­seits for­der­te, dass die Tür­kei die Kos­ten für Erdo­gans Auf­tritt in Wien zah­len sol­le, finan­zier­te sie ande­rer­seits Inse­ra­te, in denen sie „kei­ne natio­na­lis­ti­sche Tür­kei-Pro­pa­gan­da in Wien“ ver­lang­te und dabei selbst  „kein Tür­kisch als Matu­r­a­spra­che“ for­der­te. Nur „Welt­spra­chen“ dürf­ten für die Matu­ra aner­kannt wer­den, for­dert die FPÖ in stu­pi­der natio­na­lis­ti­scher Anti-Tür­kei-Pro­pa­gan­da. Ver­mut­lich wol­len Stra­che und Co. dabei auch bestim­men, was für sie eine Welt­spra­che ist.

Mit sei­nem Face­book-Ein­trag „Erdo­gan gehe heim und neh­me dei­ne Anhän­ger gleich mit!“ hat HC Stra­che jeden­falls ein­mal mehr Zwei­fel an sei­nen Kennt­nis­sen der deut­schen Spra­che auf­kom­men las­sen: Der Impe­ra­tiv von „neh­men” im Sin­gu­lar heißt immer noch „nimm“.

Die Fans von Stra­che haben sich durch das schlech­te Deutsch ihres Idols nicht irri­tie­ren las­sen und phan­ta­sie­ren in zahl­rei­chen Ein­trä­gen dar­über, auf wel­che Art und Wei­se die „Tür­ken“ ins­ge­samt nach Hau­se geschickt wer­den könn­ten – beglei­tet von zahl­rei­chen Flü­chen, Schimpf­wör­tern und Hetzbotschaften.

Tau­sen­de haben sich auf Stra­ches Face­book-Sei­te am Tür­ken-Bas­hing betei­ligt und damit zu neu­en „Gefällt mir“-Rekorden bei­getra­gen. Stra­che-Vize Johann Gude­nus kann da nicht mit­hal­ten: „Bei unse­ren Poli­zis­ten – Erdo­gan in Wien: wir schi­cken ihm die Rech­nung”, lau­tet sei­ne etwas wir­re Bot­schaft. Nur rund 500 Fans gefällt die­se Mel­dung. Dafür ist bei Gude­nus auch Platz für ein­deu­tig ein­schlä­gi­ge Bot­schaf­ten: „raus mit der sau und sei­ne lands­leu­te soll er glei mit­neh­men 88.“ Das ist zugleich Het­ze und NS-Wiederbetätigung.

Da der in Zah­len kodier­te Hit­ler­gruß nicht zum ers­ten Mal auf der Face­book-Sei­te von Johann Gude­nus auf­tauch­te, soll­te er eigent­lich schon bekannt und längst gelöscht sein – bis Frei­tag, 20.6. mit­tags war das nicht der Fall.

Die FPÖ for­dert alos, dass „die Kos­ten für das Erdo­gan-Spek­ta­kel (…) die Tür­kei tra­gen“ soll. Wenn es eine Ver­an­stal­tung der AK-Par­tei ist, war­um soll die Tür­kei zah­len? Soll­te da nicht eher die Par­tei des Gas­tes zah­len? Wir erin­nern uns an die Auf­trit­te von FPÖ-Poli­ti­ke­rIn­nen bei diver­sen Spek­ta­keln der Pro-Bewe­gung in Nord­rhein-West­fa­len, bei denen eben­falls Hun­dert­schaf­ten an Poli­zei unter­wegs waren. Bei der Bevöl­ke­rung waren die­se Auf­trit­te von Pro NRW und FPÖ sicher noch unbe­lieb­ter als der Erdo­gan-Auf­tritt in Wien. Eine Kos­ten­über­nah­me durch die Par­tei der Gäs­te wäre in die­sem Fall jeden­falls angebracht.

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Schlagwörter: FPÖ | Hetze | Neonazismus/Neofaschismus | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Veranstaltung | Wiederbetätigung | Wien

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