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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Ulrichsberg/K: Nazi-Sprüche und Panzerpatscherl

Gud­run Bur­witz, Toch­ter des „Reichs­füh­rers der SS“, Hein­rich Himm­ler, wird es auch heu­er nicht mehr zum Auf­marsch am Ulrichs­berg in Kärn­ten schaf­fen. Die Ver­samm­lung von Neo­na­zis, Rechts­extre­men und Ewig­gest­ri­gen soll heu­er grö­ßer wer­den. Aus ganz Euro­pa sol­len sie auf den Ulrichs­berg gekarrt wer­den. Das kos­tet Geld. Her­mann Kan­dus­si, der Orga­ni­sa­tor, will des­halb die Lan­des­re­gie­rung um zusätz­li­che Koh­le anpumpen.

8. Sep. 2012

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist der Auf­marsch ziem­lich aus­ge­dünnt. Zum einen, weil Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Dara­bos die Teil­nah­me von Bun­des­heer-Ein­hei­ten unter­sagt hat­te und die Alt­na­zis nicht mehr mit Bun­des­heer-Fahr­zeu­gen auf den Berg gekarrt wer­den konn­ten, zum ande­ren, weil das Feh­len der alten Nazi-Grö­ßen, an denen vor­bei­de­fi­liert wur­de, dem Fest etwas Glanz genom­men hat. Ja, und dann gab es auch immer wie­der Pro­test­ak­tio­nen. 2009 war die abso­lu­te Kata­stro­phe! Zum Ulrichs­berg rief nur mehr die Kärnt­ner FPÖ (nicht die FPK), die dort auf Gott­fried Küs­sel und eini­ge ande­re Neo­na­zis traf. Jetzt soll alles anders wer­den. Für das Wochen­en­de 14.–16. Sep­tem­ber sind die Akti­vi­tä­ten rund um den Ulrichs­berg geplant. Obmann Kan­dus­si, der via Face­book und You­Tube ein lang­at­mi­ges Video mit den restau­rier­ten Gedenk­stei­nen prä­sen­tiert, will „völ­lig neue Akzen­te“ setzen.

Die „neu­en Akzen­te“ sind schon sicht­bar auf der Face­book-Sei­te Ulrichs­berg­ge­mein­schaft der Heim­keh­rer- und Euro­pa­ge­denk­stät­te. Pro­mi­nent prangt das Foto von müden und ver­letz­ten Sol­da­ten auf der Pinn­wand mit einem Spruch des Nazi-Poe­ten Hery­bert Men­zel, der die Bezeich­nung „Homer der SA“ erhal­ten hat. Trost und Rat hat Men­zel immer vom Bild des Chefs per­sön­lich erhalten:

„Vorm Bild des Führers
Wenn ich nur zweif­le, schau ich auf dein Bild,
Dein Auge sagt mir, was allein uns gilt….“

Jetzt darf Men­zel der Ulrichs­berg­ge­mein­schaft Trost spen­den. Doch der reicht das allei­ne nicht aus. Sie will auch Geld. Noch mehr Geld. Die Ulrichs­berg­ge­mein­schaft hat zwi­schen 2008 und 2010 schon viel Geld für ihr Trei­ben von der Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung erhal­ten: 60.000 Euro. Die Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung erhielt dafür hef­ti­ge Kri­tik vom Rech­nungs­hof. Aber was küm­mert das die? Die hat ande­re Sor­gen: Anzei­gen, straf­recht­li­che Ermitt­lun­gen, Ankla­gen und auch Urtei­le und eine Mehr­heit im Land, die Neu­wah­len will. 11.000 Euro hat die Ulrichs­berg­ge­mein­schaft für heu­er schon von der Lan­des­re­gie­rung erhal­ten. Kan­dus­si, der erst kurz Chef der Ulrichs­ber­ger ist, will aber noch ein­mal 8.000 Euro und rech­net auch mit einem Besuch von Lan­des­haupt­mann Dörf­ler, der anschei­nend zuge­sagt hat, wenn es sein „Ter­min­ka­len­der“ zulässt. Der Ter­min­ka­len­der von Gott­fried Küs­sel ist zwar rand­voll und ermög­licht kei­ne Teil­nah­me, aber die Pro­pa­gan­da auf den ein­schlä­gi­gen Sei­ten mit Nazi-Sprü­chen, ‑Lie­dern und ‑Fotos begeis­tert so, dass neben diver­sen Neo­na­zis auch FPÖ-Orts­or­ga­ni­sa­tio­nen zum Tref­fen aufrufen.

Viel­leicht schafft es Kan­dus­si sogar, mit den Gel­dern des Lan­des Kärn­ten irgend­wel­che ehe­ma­li­ge Ange­hö­ri­ge der frei­wil­li­gen Waf­fen-SS-Ver­bän­de auf den Ulrichs­berg zu kar­ren? Das wären dann ver­mut­lich die ver­spro­che­nen „völ­lig neu­en Akzente“.

Soll­ten kei­ne SS-Grei­se auf­tau­chen, könn­ten die Pan­zer-Pat­scherl, die auf der FB-Sei­te Ulrichs­berg­ge­mein­schaft der Heim­keh­rer- und Euro­pa­ge­denk­stät­te ange­prie­sen wer­den, ja Küs­sel und sei­nen Nazi-Kame­ra­den in den diver­sen Zel­len ange­bo­ten wer­den. Die freu­en sich sicher!

Wei­te­re Infos:

↳ Kärn­ten: Die Neo­na­zis rufen zum Berg
↳ u‑berg.at

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