Ulrichsberg (Ktn): Nazi-Sprüche und Panzerpatscherl

Gudrun Bur­witz, die Tochter des „Reichs­führers der SS“, Hein­rich Himm­ler, wird es auch heuer nicht mehr schaf­fen zum Auf­marsch am Ulrichs­berg in Kärn­ten. Die Ver­samm­lung von Neon­azis, Recht­sex­tremen und Ewiggestri­gen soll heuer größer wer­den. Aus ganz Europa sollen sie auf den Ulrichs­berg gekar­rt wer­den. Das kostet Geld. Her­mann Kan­dus­si, der Organ­isator, will deshalb die Lan­desregierung um zusät­zliche Kohle anpumpen.

In den ver­gan­genen Jahren ist der Auf­marsch ziem­lich aus­gedün­nt. Zum einen, weil Vertei­di­gungsmin­is­ter Dara­bos die Teil­nahme von Bun­desheer-Ein­heit­en unter­sagt hat­te und die Alt­nazis nicht mehr mit Bun­desheer-Fahrzeu­gen auf den Berg gekar­rt wer­den kon­nten, zum anderen, weil das Fehlen der alten Nazi-Größen, an denen vor­bei­de­fil­iert wurde, dem Fest etwas Glanz genom­men hat. Ja, und dann gab es auch immer wieder Protest-Aktio­nen! 2009 war die absolute Katas­tro­phe! Zum Ulrichs­berg rief nur mehr die Kärnt­ner FPÖ (nicht die FPK), die dort auf Got­tfried Küs­sel und einige andere Neon­azis traf. Jet­zt soll alles anders wer­den. Für das Woch­enende 14.–16. Sep­tem­ber sind die Aktiv­itäten rund um den Ulrichs­berg geplant. Obmann Kan­dus­si, der via Face­book und YouTube ein lan­gat­miges Video mit den restau­ri­erten Gedenksteinen präsen­tiert, will „völ­lig neue Akzente“ setzen.

Die „neuen Akzente“ sind schon sicht­bar auf der Face­book-Seite Ulrichs­bergge­mein­schaft der Heimkehrer- und Europage­denkstätte. Promi­nent prangt das Foto von müden und ver­let­zten Sol­dat­en auf der Pin­nwand mit einem Spruch des Nazi-Poet­en Hery­bert Men­zel, der die Beze­ich­nung „Homer der SA“ erhal­ten hat. Trost und Rat hat Men­zel immer vom Bild des Chefs per­sön­lich erhalten:

„Vorm Bild des Führers
Wenn ich nur zwei­fle, schau ich auf dein Bild,
Dein Auge sagt mir, was allein uns gilt….“

Jet­zt darf Men­zel der Ulrichs­bergge­mein­schaft Trost spenden. Doch der reicht Trost nicht aus. Sie will auch Geld. Noch mehr Geld. Die Ulrichs­bergge­mein­schaft hat zwis­chen 2008 und 2010 schon viel Geld für ihr Treiben von der Kärnt­ner Lan­desregierung erhal­ten: 60.000 Euro! Die Kärnt­ner Lan­desregierung erhielt dafür heftige Kri­tik vom Rech­nung­shof. Aber was küm­mert das die? Die hat andere Sor­gen: Anzeigen, strafrechtliche Ermit­tlun­gen, Ankla­gen und auch Urteile und eine Mehrheit im Land, die Neuwahlen will. 11.000 Euro hat die Ulrichs­bergge­mein­schaft für heuer schon von der Lan­desregierung erhal­ten. Kan­dus­si, der erst kurz Chef der Ulrichs­berg­er ist, will aber noch ein­mal 8.000 Euro und rech­net auch mit einem Besuch von Lan­deshaupt­mann Dör­fler, der anscheinend zuge­sagt hat, wenn es sein „Ter­minkalen­der“ zulässt. Der Ter­minkalen­der von Got­tfried Küs­sel ist zwar rand­voll und ermöglicht keine Teil­nahme, aber die Pro­pa­gan­da auf den ein­schlägi­gen Seit­en mit Nazi-Sprüchen, – Liedern und – Fotos begeis­tert so, dass neben diversen Neon­azis auch FPÖ-Ort­sor­gan­i­sa­tio­nen zum Tre­f­fen aufrufen.

Vielle­icht schafft es Kan­dus­si sog­ar, mit den Geldern des Lan­des Kärn­ten irgendwelche ehe­ma­lige Ange­hörige der frei­willi­gen Waf­fen-SS-Ver­bände auf den Ulrichs­berg zu kar­ren? Das wären dann ver­mut­lich die ver­sproch­enen „völ­lig neuen Akzente“.

Soll­ten keine SS-Greise auf­tauchen, kön­nten die Panz­er-Patscherl, die auf der FB-Seite Ulrichs­bergge­mein­schaft der Heimkehrer- und Europage­denkstätte ange­priesen wer­den, ja dem Küs­sel und seinen Nazi-Kam­er­aden in den diversen Zellen ange­boten wer­den. Die freuen sich sicher!

Weit­ere Infos:

Kärn­ten: Die Neon­azis rufen zum Berg

u‑berg.at
bnr.de — Stelldichein der Ewiggestrigen