Graz/Wien: Neonazi-Prozesse beginnen

Nach dem ersten Neon­azi-Prozess, der mit ein­er Rei­he von Verurteilun­gen endete, begin­nt heute (7. Mai 2012) der zweite Neon­azi-Prozess in Graz. Zehn Angeklagte zwis­chen 21 und 44 Jahren müssen sich vor Gericht wegen mehrfach­er Delik­te nach dem NS-Ver­bots­ge­setz ver­ant­worten. Der Stan­dard schreibt: „Einige der Angeklagten mussten sich bere­its in den let­zten Wochen vor Gericht ver­ant­worten und wur­den zum Teil auch verurteilt, allerd­ings ging es da nur um Kör­per­ver­let­zun­gen bei zwei Auseinan­der­set­zun­gen in einem Lokal und bei einem Pub­lic-View­ing in Graz. Ab 7. Mai geht es zwar auch um diese bei­den Vor­fälle, allerd­ings soll nun zur Sprache kom­men, was die Schlägereien über­haupt aus­gelöst hat.”

Franz Radl muss sich für die Web­sites gerhard-honsik.net und honsik.com ver­ant­worten. Ihm wird vorge­wor­fen immer wieder neon­azis­tis­che Pro­pa­gan­da und Texte von Gerd Hon­sik auf diesen Seit­en veröf­fentlicht zu haben.

Einen guten Überblick über die Angeklagten und die Vor­würfe gibt May­day Graz: Vor dem Neon­aziprozess in Graz.

Eine Woche später, am 14. Mai 2012, begin­nt der Prozess gegen Got­tfried Küs­sel, Felix B. und Chris­t­ian W. A. Der Vor­wurf: Das Ein­richt­en und Betreiben der Neon­azi-Home­page alpen-donau.info. Küs­sel habe, laut Staat­san­walt, den Vor­satz gehabt, „die Ziele der NSDAP zu fördern“.

Über Küs­sels Aktiv­itäten und Verbindun­gen berichtet das Pro­fil schon in ein­er sein­er April-Aus­gaben: Got­tfried Küs­sel: Prozess wegen Wiederbetätigung