Wiederbetätiger beim Bundesheer vor Gericht

Ein ehe­ma­liger Gefre­it­er des öster­re­ichis­chen Bun­desheeres muss sich am Mon­tag wegen des Vor­wurfs der Wieder­betä­ti­gung vor einem Geschwore­nen­gericht in Kla­gen­furt ver­ant­worten. Der aus St. Veit stam­mende gel­ernte Koch (20) war im Rah­men eines Aus­land­sein­satzes in Bosnien-Herze­gow­ina stationiert.

Die Anklage wirft dem Ex-Sol­dat­en vor, seine rechte Hand zum Hitler-Gruß erhoben und „Sieg Heil“ gerufen zu haben. Zu Beginn seines Aus­land­sein­satzes habe er sich die Tätowierung „Blut und Ehre“ in den Unter­arm stechen lassen. Einen ‚Aus­län­der‘ habe er mit dem Umbrin­gen bedro­ht: „Du Aus­län­der­sau, ich bring Euch alle um“, meldet die APA.

Im „Stan­dard“ vom 2. 12.2010 wird der Vor­fall, der zur Rück­hol­ung und Anzeige durch das Vertei­di­gungsmin­is­teri­um geführt hat, etwas genauer beschrieben. Dem­nach hat der Sol­dat im Rah­men ein­er Geburt­stags­feier in Sara­je­wo „anwe­sende Bosnier und einen türkischstäm­mi­gen öster­re­ichis­chen Sol­dat­en ras­sis­tisch beschimpft“. Nach einem Bericht des Kärnt­ner Lan­desamtes für Ver­fas­sungss­chutz sei der Angeklagte bis­lang nicht wegen NS-Wieder­betä­ti­gung aufgefallen.

Der Vor­fall in Bosnien-Herze­gow­ina ist lei­der nicht der einzige dieser Art. Im Okto­ber 2010 war ein Unterof­fizier zu der milden Strafe von drei Monat­en auf Bewährung verurteilt wor­den, weil er zuvor im Koso­vo wegen anti­semi­tis­ch­er Bemerkun­gen und einem Hitler-Leiberl aufge­fall­en war.

Erst jüngst, im Okto­ber 2011, war ein Sol­dat von den Golan-Höhen (Syrien) wegen des Ver­dachts auf Wieder­betä­ti­gung zurück­ge­holt und angezeigt worden.

Das Vertei­di­gungsmin­is­teri­um hat in den jüng­sten Fällen jew­eils rasch reagiert. Allerd­ings waren bei dem Vor­fall im Koso­vo wesentlich mehr Sol­dat­en aktiv beteiligt, wie aus einem Bericht von „News“ hervorgeht.