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Lesezeit: 2 Minuten

Moschitz (ORF) gegen Strache (FPÖ): Ein toter Hund und ein Arschloch

Das mensch­li­che Gehör ist ein Hund. Es spielt einem manch­mal eigen­ar­ti­ge Strei­che. Man glaubt etwas zu hören, obwohl nichts zu hören war. In sol­chen Fäl­len emp­feh­len sich Ton­auf­nah­men. Und wenn auf den Ton­auf­nah­men auch nichts zu hören ist? Dann sind sie eben mani­pu­liert! Der Rest spielt vor Gericht, und da kommt der Hund wie­der ins Spiel.

23. Nov. 2011

Es könn­te fast für das „Hei­te­re Bezirks­ge­richt“ geschrie­ben wor­den sein, das Stück, das sich nun schon in meh­re­ren Fol­gen ent­fal­tet. Für Ed Mos­chitz, den Redak­teur der aus­ge­zeich­ne­ten ORF-Doku „Am rech­ten Rand“, war es aber gar nicht lus­tig, von Heinz-Chris­ti­an Stra­che der Anstif­tung zur NS-Wie­der­be­tä­ti­gung beschul­digt und wochen­lang öffent­lich vor­ge­führt zu wer­den. Stra­che will am 12. März 2010 bei einer Kund­ge­bung der FPÖ in Wie­ner Neu­stadt ein „Heil Hit­ler oder ein „Sieg Heil“ gehört haben. Das sei für ihn ja das Glei­che. Naja, inhalt­lich schon, hört sich aller­dings anders an! Stra­che habe das jeden­falls fast wie ein Schlag bzw. der Blitz getrof­fen (Kurier,23.11.2011). Kann sich jemand aus­ma­len, wie gezeich­net der Mann schon ist ange­sichts der vie­len zum ein­schlä­gi­gen Gruß erho­be­nen Hän­de bei FPÖ-Kundgebungen?

Die Ermitt­lun­gen gegen Ed Mos­chitz auf­grund einer Anzei­ge von Stra­che wur­den jeden­falls ein­ge­stellt. Jetzt waren ein­mal zur Abwechs­lung die FPÖ und damit ihr Vor­sit­zen­der Stra­che als Beschul­dig­te vor Gericht. Mos­chitz hat­te ein medi­en­recht­li­ches Ver­fah­ren wegen übler Nach­re­de oder Ver­leum­dung ange­strengt. Aber was sagt der Rich­ter Apos­tol am Beginn zu Mos­chitz? „Das könn­te ein Eigen­tor wer­den. Erst müs­sen wir die Vor­wür­fe gegen Sie ausräumen.“

Die Ein­ver­nah­me der Zeu­gen brach­te aber dann doch ande­re Per­spek­ti­ven. Abge­se­hen von Stra­che und sei­ner Pres­se­spre­che­rin wur­den die bei­den Prot­ago­nis­ten der Doku, Phil­ipp R. und Kevin M., ein­ver­nom­men. Der eine wird vom Rich­ter gefragt, was er von Stra­che hal­te. Der sagt, „Nix mehr„und „Arsch­loch“. Das bringt ihm eine Rüge des Rich­ters ein.

Bei den Ein­ver­nah­men der bei­den Neo­na­zi-Skins kommt auch der Hund wie­der ins Spiel. „Ich schwör auf mei­nen toten Hund, dass ich in Wie­ner Neu­stadt nie­mals Heil Hit­ler oder so was gesagt hab, wie der Stra­che gehört haben will. Der über­treibt. Alles, was da behaup­tet wird, ist falsch, und das ärgert mich“, berich­tet die „Kro­ne“ (23.11.2011).

Noch ein toter Hund kommt zur Spra­che im Pro­zess. Stra­che, der wei­ter auf sei­ne Ohren ver­traut, nennt den pen­sio­nier­ten ORF-Chef­re­dak­teur Wal­ter Sele­dec als Zeu­gen für die Mani­pu­la­ti­on der Ton­spu­ren und einen wei­te­ren Mit­ar­bei­ter, des­sen Namen er aber aus kar­rie­re­tech­ni­schen Grün­den nicht nen­nen will. Sele­dec werkt jetzt übri­gens als wei­te­rer Chef­re­dak­teur von „Zur Zeit“, dem „natio­nal-bewuss­tem Rich­tungs­blatt“ des Andre­as Möl­zer. Der Pro­zess wur­de zur Ladung wei­te­rer Zeu­gen vertagt.

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