Wiener Neustadt: Berufung gegen „Spraymers“-Urteil

Wegen 62 unter­schiedlich­er Delik­te, von Ein­bruchs­dieb­stählen über schwere Sachbeschädi­gung bis hin zu Ver­het­zung und NS-Wieder­betä­ti­gung standen zwei Lehrlinge in der Vor­woche in Wiener Neustadt vor Gericht. Verurteilt wur­den sie aber nur wegen schw­er­er Sachbeschädi­gung und Ver­het­zung. Die Staat­san­waltschaft hat gegen das Urteil jet­zt berufen.

Die zwei Lehrlinge waren über Monate plün­dernd und mit NS-Schmier­ereien in der Gegend von Wiener Neustadt und Neunkirchen unter­wegs gewe­sen. Sie schmierten beispiel­sweise Dutzende Hak­enkreuze am Parkdeck des Fisch-Parks, brachen unter anderem in ihre eige­nen Lehrstät­ten ein und verur­sacht­en durch Dri­ve-by-Aktio­nen erhe­bliche Schä­den an gepark­ten Autos. Der Schaden belief sich auf Zig­tausende Euros.

Das Lan­des­gericht Wiener Neustadt hat­te sie in der Vor­woche zu jew­eils 18 Monat­en Haft verurteilt, wovon nur ein Monat unbe­d­ingt aus­ge­sprochen wurde. Das Gericht sah den Vor­wurf der NS- Wieder­betä­ti­gung nicht als erwiesen an, die Staat­san­waltschaft legte aber gegen das Urteil Beru­fung und Nichtigkeit ein.

Da die bei­den Lehrlinge während der Ermit­tlun­gen sechs Wochen in Unter­suchung­shaft waren, bleiben sie einst­weilen auf freiem Fuß.

(Quelle: NÖN-Wiener Neustädter Zeitung, 14.11.2011)