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Norbert Hofer (FPÖ): Braune FreundschaftenLesezeit: 3 Minuten

Nor­bert Hofer, Stra­ches Stell­ver­tre­ter, hat sich ein Strah­­le­­mann-Image auf­ge­baut: sau­ber, freund­lich, ver­bind­lich. Das gefällt vie­len. Ver­bind­lich und befreun­det ist Hofer aber auch mit Rechts­au­ßen. Damit mei­nen wir Grup­pen und Per­so­nen, die unter das NS-Ver­­­bots­­ge­­setz fal­len. Vor weni­gen Wochen noch haben sich Medi­en wie „pro­fil“ (Nr. 35 vom 29.8.2011) oder die „Pres­se am Sonn­tag“ (14.8.2011) mit […]

22. Sep 2011

Vor weni­gen Wochen noch haben sich Medi­en wie „pro­fil“ (Nr. 35 vom 29.8.2011) oder die „Pres­se am Sonn­tag“ (14.8.2011) mit Hofer schwer­ge­tan. „Das freund­li­che Gesicht der FPÖ“, titel­te die „Pres­se“. „pro­fil“ bezeich­ne­te ihn zwar im Titel als „Hein­zis Susi“ (in Anspie­lung auf die Rol­le von Susan­ne Riess-Pas­ser unter Hai­der), frag­te sich dann aber, ob er „Fei­gen­blatt­funk­tio­när“, „Ali­bi-Libe­ra­ler“ oder die „Aus­nah­me von der blau­en Regel“ sei.

Für das Image einer koali­ti­ons­fä­hi­gen FPÖ wäre es wahr­schein­lich nicht schlecht, einen Sau­ber­men­schen prä­sen­tie­ren zu kön­nen, der nicht anfäl­lig ist für brau­ne Schmud­del­kon­tak­te. Hal­ten wir in Erin­ne­rung: Hofer mahnt Königs­ho­fer ab wegen des­sen Aus­sa­gen und brau­ner Kon­tak­te und bleibt noch meh­re­re Wochen nach des­sen Aus­schluss mit Königs­ho­fer befreun­det auf Face­book, sodass sich der schon Hoff­nung macht, der hal­be Klub stün­de hin­ter ihm. Nach­dem wir Hofer öffent­lich dar­auf auf­merk­sam gemacht haben, löscht er Königs­ho­fer aus sei­ner Freun­des­lis­te. Zur glei­chen Zeit gibt Hofer der NPD-Zeit­schrift „hier & jetzt“ ein Inter­view. Eine Erklä­rung von Hofer, war­um er einer Nazi-Zei­tung ein Inter­view gege­ben hat, gibt es bis heu­te nicht. Ein ein­ma­li­ger Ausrutscher?

Nor­bert Hofer gibt nicht nur Nazi-Zeit­schrif­ten Inter­views, er ist auch auf Face­book in eben­sol­chen Com­mu­ni­ties unter­wegs: Bes­se­res Euro­pa heißt die­se Grup­pe, in der neben Wer­ner Königs­ho­fer auch Nor­bert Hofer als Mit­glied regis­triert ist.


„Bes­se­res Österreich”-MItglieder: Hofer und Königshofer


Grund­sät­ze und Admins

Die FB-Grup­pe Bes­se­res Euro­pa hat vier Admi­nis­tra­to­ren: Andre­as Kelt­scha, Roland Scheutz, Yvonne Klü­ter und Peter Hasch­ka. Die Regeln der Grup­pe Bes­se­res Euro­pa ver­bie­ten zwar NS-Sym­bo­le und ‑Fotos! Auf dem per­sön­li­chen Kon­to von Yvonne Klü­ter schaut die Sache aber schon ganz anders aus: Sie ist z.B. eine begeis­ter­te Freun­din von Her­mann Göring.

Roland Scheutz ali­as Roland Odin, eben­falls Admi­nis­tra­tor des Bes­se­ren Euro­pa, stellt sich auf Face­book durch fol­gen­den Spruch vor: „Trau kei­nem Fuchs auf grü­ner Heid und kei­nem Jud bei sei­nem Eid” Und natür­lich das übli­che Ehre-Treue-Gequatsche.

Die Dis­kus­sio­nen in der Grup­pe Bes­se­res Euro­pa sind auf dem übli­chen Niveau von Rechts­extre­mis­ten und Neo­na­zis. Tür­ken wer­den als „Esel­fi­cker“ beschimpft, den Grie­chen wird ver­si­chert: „Ich wür­de euch Grie­chen bei­brin­gen und ein­trich­tern, was Arbeit und Schuf­ten bis 70 heißt!“


Hofer und Roland Scheutz ali­as Roland Odin

Was macht der stell­ver­tre­ten­de FPÖ-Vor­sit­zen­de Hofer in die­ser Grup­pe? Hofer, der ein öffent­li­ches Face­book-Kon­to als Poli­ti­ker führt, hat noch ein zwei­tes pri­va­tes Face­book-Kon­to, das er gut abschirmt vor Öffent­lich­keit und nur für sei­ne Freun­de zugäng­lich macht. Nicht nur für Freun­de wie Roland Scheutz etwa, son­dern auch für Freun­din­nen. Eine davon ist Aman­da Ali­ce Mara­ve­lia, deren selt­sa­me Nei­gung zum Natio­nal­so­zia­lis­mus das Web-Kol­lek­tiv Bawe­koll schon öffent­lich gemacht hat.


Nor­bert Hofer und Aman­da Ali­ce Mara­ve­lia, zumin­des­tens auf Face­book „Freun­de”


Aman­da Ali­ce Mara­ve­lia schreibt: „Ruhm und Ehre der Waffen-SS!”

Mara­ve­lia, die beken­nen­de Natio­nal­so­zia­lis­tin „bis zum End­sieg“, ist mit Nor­bert Hofer, dem stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den der FPÖ befreun­det. Sicher hat Nor­bert Hofer auch dafür eine pas­sen­de Erklä­rung, oder? Jetzt muss er eigent­lich schon eini­ges erklä­ren: das Inter­view mit der Nazi-Zei­tung, die Mit­glied­schaft im Bes­se­ren Euro­pa und sei­ne Freund­schaft mit der Nazi-Tante.

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