Norbert Hofer (FPÖ): Braune Freundschaften

Nor­bert Hofer, Stra­ches Stel­lvertreter auf Erden, hat sich ein Strahle­mann-Image aufge­baut: sauber, fre­undlich, verbindlich. Das gefällt vie­len. Verbindlich und befre­un­det ist Hofer aber auch mit Recht­saußen. Damit meinen wir Grup­pen und Per­so­n­en, die – da sind wir streng! – unter das NS-Ver­bots­ge­setz fallen.

Vor weni­gen Wochen noch haben sich Medi­en wie „pro­fil“ (Nr. 35 vom 29.8.2011) oder die „Presse am Son­ntag“ (14.8.2011) mit Hofer schw­er­ge­tan. „Das fre­undliche Gesicht der FPÖ“ titelte die „Presse“. „Pro­fil“ tat sich etwas schw­er­er, beze­ich­nete ihn zwar im Titel als „Heinzis Susi“ (in Anspielung auf die Rolle von Susanne Riess-Pass­er unter Haider), fragte sich aber dann, ob er „Feigen­blat­t­funk­tionär“, „Ali­bi-Lib­eraler“ oder die „Aus­nahme von der blauen Regel“ sei.

Wir befürcht­en: wed­er noch! Für das Image ein­er koali­tions­fähi­gen FPÖ wäre es wahrschein­lich nicht schlecht, einen Sauber­men­schen präsen­tieren zu kön­nen, der nicht anfäl­lig ist für braune Schmud­delkon­tak­te. Hat nicht Hofer den Königshofer streng abgemah­nt wegen sein­er braunen Kon­tak­te und Stel­lung­nah­men, bevor ihn dann Stra­che aus­geschlossen hat?

Hal­ten wir in Erin­nerung: Hofer mah­nt Königshofer ab wegen dessen Aus­sagen und brauner Kon­tak­te und bleibt noch mehrere Wochen nach dessen Auss­chluss mit Königshofer befre­un­det auf Face­book, sodass sich der schon Hoff­nung macht, der halbe Klub stünde hin­ter ihm.

Nach­dem wir Hofer öffentlich darauf aufmerk­sam gemacht haben, löscht er Königshofer aus sein­er Fre­un­desliste. Nun gut – what’s the problem?

Zur gle­ichen Zeit gibt Hofer der NPD-Zeitschrift „hier & jet­zt“ ein Inter­view!

Eine Erk­lärung von Hofer, warum er ein­er Nazi-Zeitung ein Inter­view gegeben hat, haben wir bis heute noch nicht vernommen! 

Ein ein­ma­liger Ausrutscher?

Nor­bert Hofer gibt nicht nur Nazi-Zeitschriften Inter­views, er ist auch — natür­lich auf Face­book — in eben­solchen Com­mu­ni­ties unter­wegs: Besseres Europa heißt diese Gruppe, in der — neben Wern­er Königshofer — auch Nor­bert Hofer reg­istri­ert ist als Mitglied!


„Besseres Österreich”-MItglieder: Hofer und Königshofer
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Wie er zu dieser Mit­glied­schaft gekom­men ist, wis­sen wir nicht — aber sich­er völ­lig unschuldig! Die FB-Gruppe Besseres Europa hat vier Admin­is­tra­toren: Andreas Keltscha, Roland Scheutz, Yvonne Klüter und Peter Haschka.


Grund­sätze und Admins
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Um die Sache etwas zu vere­in­fachen, greifen wir uns die Admin­is­tra­torin Yvonne Klüter her­aus. Die Regeln der Gruppe Besseres Europa ver­bi­eten zwar NS-Sym­bole und ‑Fotos! Auf dem per­sön­lichen Kon­to von Yvonne Klüter schaut die Sache aber schon ganz anders aus: sie ist z.B. eine begeis­terte Fre­undin von Her­mann Göring!


Peter Hasch­ka und die Göring-Fotosammlung
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Roland Scheutz alias Roland Odin, auch ein Admin­is­tra­tor des Besseren Europa, stellt sich auf Face­book durch fol­gen­den Spruch vor: “Trau keinem Fuchs auf grün­er Heid und keinem Jud bei seinem Eid“. Und natür­lich das übliche Ehre-Treue-Gequatsche (die anderen Admin­is­tra­toren sparen wir uns für später auf).

Die Diskus­sio­nen in der Gruppe Besseres Europa sind auf dem üblichen Niveau von Recht­sex­trem­is­ten und Neon­azis. Türken wer­den als „Eselfick­er“ beschimpft, den Griechen wird ver­sichert: „Ich würde euch Griechen beib­rin­gen und ein­trichtern, was Arbeit und Schuften bis 70 heißt!“

Nun, wir kön­nen uns das lei­der zu gut vorstellen! Darum ver­lassen wir die ange­bräunte Gruppe mit der Frage: Was macht der stel­lvertre­tende FPÖ- Vor­sitzende Hofer in dieser Gruppe?


Hofer und Roland Scheutz alias Roland Odin
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Hofer, der ein öffentlich­es Face­book-Kon­to als Poli­tik­er führt, hat noch ein zweites pri­vates Face­book-Kon­to, das er gut abschirmt vor Öffentlichkeit und nur für seine Fre­unde zugänglich macht. Nicht nur für Fre­unde wie Roland Scheutz etwa, son­dern auch für Fre­undin­nen! Eine davon ist Aman­da Alice Mar­avelia, deren selt­same Nei­gung zum Nation­al­sozial­is­mus das Web-Kollek­tiv Bawekoll schon öffentlich gemacht hat.


Nor­bert Hofer und Aman­da Alice Mar­avelia, zumin­destens auf Face­book „Fre­unde”
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Mar­avelia, die beken­nende Nation­al­sozial­istin „bis zum End­sieg“, ist mit Nor­bert Hofer, dem stel­lvertre­tenden Vor­sitzen­den der FPÖ befreundet!


Aman­da Alice Mar­avelia schreibt: „Ruhm und Ehre der Waffen-SS!”
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Sich­er hat Nor­bert Hofer auch dafür eine passende Erk­lärung, oder? Nur: jet­zt muss er eigentlich schon einiges erk­lären: das Inter­view mit der Nazi-Zeitung, die Mit­glied­schaft im Besseren Europa und seine Fre­und­schaft mit der Nazi-Tante.

Siehe auch:

  • oe24.at — FPÖ-Hofer mit Neon­azi „befre­un­det”
  • derstandard.at — FP-Hofer zu Nazi-Fan: „Die ist mir durchgerutscht”