Werner Königshofer: Wahre Freundschaft soll nicht wanken…

Der Königstiger aus Tirol ist von düsteren Ahnungen befallen: die Politjustiz in Österreich wird immer ärger und peinlicher, postet er auf Facebook. Denkt er dabei ein bisschen an sich? Einer, dem diese Botschaft „gefällt“, ist jedenfalls der nach dem NS-Verbotsgesetz verurteilte Sebastian F.

Aber der schwer angeschlagene Königstiger hat auch erfreuliche Botschaften: „Schön, dass mir schon 16 Freunde aus dem NR-Klub ihre Solidarität mitgeteilt haben“. Diese Botschaft „gefällt“ immerhin 27 Personen, dem Sebastian F. natürlich, aber auch dem „Karl Brandt“ (zu ihm noch später!). Aber wer sind die 16 Freunde aus dem Nationalratsklub?

16 von 37 Abgeordneten, das ist zwar noch keine Mehrheit im FPÖ-Klub, aber für einen eigenen Klub ginge es sich locker aus. Gibt es etwa schon eine heimliche Fraktion der Aufrührer? Geheime Treffen? Schriftliche oder mündliche Solidaritätsadressen, die Königshofer bei passender Gelegenheit triumphierend präsentieren wird? Nun, die Sache könnte einfacher sein. Wir haben unsere Rechercheure und Agents Provocateurs ausgeschickt und dabei folgendes herausgefunden:

Martin Graf, der ein bisschen uneinsichtig war wegen des Ausschlusses von Königshofer, dürfte – nach einem klärenden Gespräch mit Strache – nicht mehr unter den Verschwörern sein. Gerhard Kurzmann, der auch kurz aufgemuckt hat, sitzt nicht mehr im Nationalratsklub, sondern in der Steiermark, Barbara Rosenkranz in Niederösterreich. Wer sind die 16?

Was ist mit Harald Vilimsky und Norbert Hofer? Zwei von den drei Generalsekretären lachen noch von der Freundesliste des Werner Königshofer – der Kickl verweigert sich. Betreiben die beiden Gehorsamsverweigerung oder geht es ihnen um die echte, die wahre Männerfreundschaft, die auch solche Stürme überdauert? Oder sind sie einfach pflichtvergessen?

Mit den Generalsekretären sind noch weitere 14 Abgeordnete auf Königshofers Freundesliste! Macht genau 16 insgesamt (1). Wobei einer besonders schlau ist und seine Freundschaft mit Königshofer etwas verbirgt: Christian Höbart ist nur über Scrollen als Freund aufzufinden. Andere, die man jedenfalls auf der Freundesliste vermuten würde, lassen völlig aus: Werner Neubauer oder Walter Rosenkranz etwa. Oder haben sie gerade wieder Probleme mit den Neuen Technologien?

Aber der Königstiger hat ja noch viele weitere Freunde, die sich kein bisschen verstecken! Die beiden NPD-Landtagsabgeordneten Holger Apfel und Arne Schimmer aus Sachsen etwa, zwei heimische Neonazis, die schon ganz dringend auf ihren Verbotsprozess warten, oder eben auch den „Karl Brandt“, dem in den letzten Tagen einige Meldungen von Königshofer so gefallen haben, dass er ganz begeistert „Gefällt mir“ geklickt hat.


Ein paar Daten über „Karl Brandt“

„Karl Brandt“ ist natürlich ein Nickname, der von dem SS-Verbrecher und Hitler-Arzt geborgt ist. Während der echte Karl Brandt 1948 gehängt wurde, geistert der falsche durch Facebook und hat sich dem Königshofer als Freund angetragen. Der hat natürlich wieder einmal keine Ahnung, wer sein Freund ist, der nicht nur ihm, sondern vor allem dem Nationalsozialismus und Adolf Hitler im besonderen treu ergeben ist! Ein widerlicher Neonazi und Holocaustleugner der übelsten Sorte jedenfalls.


Hitlerverehrung

Darum ist nicht nur Werner Königshofer gefordert, sondern in diesem Fall auch die Exekutive!


(1) Die 16 Facebook – FreundInnen von Königshofer aus dem Nationalratsklub (Stand 10.8.2011):
 
Gerhard Deimek, Carmen Gartelgruber, Roman Haider, Christian Höbart, Norbert Hofer, Harald Jannach, Anneliese Kitzmüller, Mario Kunasek, Edith Mühlberghuber, Elmar Podgorschek, Josef Riemer, Harald Stefan, Harald Vilimsky ,Bernhard Vock, Susanne Winter und Wolfgang Zanger.