Datenklau von Alpen-Donau?

Daten­klau von Alpen-Donau?

Der Schweiz­er Alexan­der Segert, der für die FPÖ Steier­mark das het­zerische Moschee-Baba-Spiel entwick­elt hat, spricht von „wider­rechtlichem Daten­klau“, weil die Neon­azis von Alpen-Donau das Spiel auf ihrer Seite seit Son­ntag anbi­eten. Seine Fir­ma, so Segert, habe bere­its rechtliche Schritte gegen den Provider von Alpen-Donau in den USA ein­geleit­et. Ein Kom­men­tar zur FPÖ und alpen-donau.info von Karl Öllinger.

Das Het­zspiel ist also von den Neon­azis geklaut wor­den und die FPÖ ste­ht ziem­lich nackt da: das geistige Eigen­tum des ziem­lich erbärm­lichen Pro­duk­ts liegt anscheinend bei der Fir­ma von Segert. Ganz so ein­fach kann aber die FPÖ ihren Kopf nicht aus der Schlinge ziehen. Immer­hin enthält das Spiel ja auch in der Neon­azi-Vari­ante das FPÖ- Logo und den Wahlaufruf für die FPÖ. Oder stellt das kein Prob­lem für die FPÖ dar?

Die FPÖ ste­ht vor der Gretchen­frage, wie sie’s mit den Nazis hal­ten will. Kla­gen oder Nichtk­la­gen – ein biss­chen Dis­tanzierung reicht da nicht! Es gibt ohne­hin schon zu viele ungek­lärte Beziehun­gen zwis­chen einzel­nen FPÖlern und den Alpen-Donau-Nazis.

Der Brief des FPÖ-Abge­ord­neten Peter Ficht­en­bauer zum Beispiel. Der erschien als Fak­sim­i­le auf zwei Nazi-Seit­en, um Ficht­en­bauer ein biss­chen zu diskred­i­tieren. Auf Alpen-Donau war die Fax-Zeile abgeschnit­ten, auf der anderen Nazi-Seite wurde darauf vergessen. Und so kon­nte man dort lesen, dass das Fak­sim­i­le von der Fax-Num­mer Gude­nus abge­sandt wor­den war. Ob das Fax von Gude­nus eine Zwis­chen­sta­tion oder tat­säch­lich der Absender an die Nazi-Seit­en war, ist offen. Die Fax-Num­mer gehört jeden­falls zu dem Tele­fo­nan­schluss von John und Markus Gude­nus. Markus Gude­nus, der im FPÖ-Klub arbeit­et, kon­nte und wollte sich jeden­falls auf Nach­frage des „Kuri­er“ nicht an seine Wohnadresse und Tele­fon­num­mer erin­nern. In der par­la­men­tarischen Anfrage zu Alpen-Donau sind noch weit­ere Vor­fälle doku­men­tiert (88 Fra­gen zu alpen-donau)


Links der Brief des FPÖ-Abge­ord­neten Peter Ficht­en­bauer auf alpen-donau.info, der auf ein­er anderen recht­sex­tremen Seite mit Fußzeile zu sehen war. So zeigt auch das thumb­nail-Bild (rechts) noch Spuren des Orig­i­nals, wie auch die Bild­dat­en zeigen das bei­de Doku­mente um 14:16:21 Uhr am 2009:04:28 erstellt wur­den. Ob das Fax von Gude­nus eine Zwis­chen­sta­tion oder tat­säch­lich der Absender an die Nazi-Seit­en war, ist offen.

Auch die Exeku­tive ist gefordert – oder will sie ein­mal mehr taten­los oder mit Achselzuck­en zuschauen, wie ihr und uns die Nazis auf der Nase herum­tanzen? Bish­er gab es immer die gebetsmüh­le­nar­tig vorge­brachte Ausrede vom US-Provider Dreamhost ( über den Alpen-Donau läuft), bei dem man –lei­der, lei­der – nichts machen könne, da NS-Wieder­betä­ti­gung nach US-Recht nicht straf­bar sei. Schon- aber die Nazis, die die Seite machen, sitzen in Öster­re­ich! Zudem bietet sich beim Het­zspiel die schöne Gele­gen­heit, auch nach US- bzw. kali­for­nischem Recht vorzuge­hen. Kali­fornien hat nicht nur ein Urhe­ber­recht, son­dern auch eine Hate-Crimes-Bill. Die Ver­fas­sung der USA schützt nicht nur die Frei­heit des Wortes, son­dern auch die der Religionsausübung.

Worauf noch warten? Kla­gen, aus­forschen, die Nazi-Seite stil­l­le­gen und die Nazis vor Gericht brin­gen – und bitte keine Ausre­den mehr!