Original oder Kopie: FPÖ oder NPD ?

Wer schreibt von wem ab? Bei der „Sozialen Heimat­partei“ scheint es ein­fach: Die neon­azis­tis­che NPD dürfte von der FPÖ geklaut haben. Oder von den recht­sex­tremen „Repub­likan­ern“, die den gle­ichen Slo­gan schon vor eini­gen Jahren ver­wen­det haben.

Soziale Heimatpartei?

NPD-Logo: Soziale HeimatparteiFPÖ-Logo: Die soziale Heimatpartei

Asyl für FPÖ und NPD

Schwieriger schon beim näch­sten Slo­gan: „Heim­flug statt Asyl­be­trug“ ist von der NPD, „Asyl­be­trug heisst Heimat­flug“ von der FPÖ. Der recht­sex­treme Slo­gan kommt bei der FPÖ etwas „lyrisch­er” daher …

FPÖ-Plakat: Asylbetrug heißt HeimatflugNPD-Plakat: Heimatflug statt Asylbetrug

Arbeit, Heimat und Armut

Bei diesem The­ma toben sich bei­de aus. „Arbeit – Fam­i­lie – Heimat“ titelt die NPD, „Arbeit ist Heimat!“ die (männlichen) frei­heitlichen Arbeit­nehmer – ohne Familie.

NPD-Plakat: Arbeit-Familie-HeimatFPÖ-Plakat: Arbeit ist Heimat

„Arbeit statt Armut!“ fordert die NPD, „Arbeitsstellen statt Kündi­gungswellen!“ die FPÖ.

FPÖ-Plakat: Arbeitsstellen statt ZuwanderungswellenNPD-Plakat: Arbeit statt Armut NPD-Plakat: Arbeit zuerst für DeutscheFPÖ-Plakat: Österreich zuerst

Und dann natür­lich die alles entschei­dende Frage: Für wen die ganze Hackn? Daher auch: „Abend­land in Chris­ten­hand” (FPÖ), „Unser Land in deutsch­er Hand“ (NPD) oder tief­sin­nig und hin­ter­gründig „Heimat­land in Heimat­hand (FPÖ) bzw. „Jet­zt geht’s um uns Öster­re­ich­er” (FPÖ).

NPD-Plakat: Unser Land in Deutscher HandFPÖ-Plakat: Abendland in Christenhand
FPÖ-Plakat: Heimatland in HeimathandFPÖ-Plakat: Es geht um unser Österreich

Grenzen des Diebstahls

Nur ober­fläch­liche Diver­gen­zen auch bei der Gren­zsicherung. Die FPÖ will die „Gren­zen sich­ern! Heimat schützen“, während die NPD fordert „Gren­ze sich­ern! Krim­i­nal­ität stoppen!“

NPD-Plakat: Grenze sichern! Kriminalität stoppen!FPÖ-Plakat: Grenze sichern! Heimat schützen!

Michel oder Pummerin

Die FPÖ ver­ste­ht sich auf den Paar­reim bess­er als die deutschen Recht­sex­tremen – soviel ste­ht fest. „Sag nein zur Moschee –wähl NPD“, kommt schon ziem­lich plump, während die Tirol­er FPÖ mit ihrem Slo­gan „Glock­en­klang statt Muezzinge­sang“ die Het­ze schon in säus­lerische Höhen gebracht hat. „Michel statt Moschee“ von der recht­sex­tremen DVU schafft immer­hin noch einen dümm­lichen Stabreim, während „Pum­merin statt Muezzin“ das gle­iche meint, aber anders reimt.
„Islamis­ten raus!“ (NPD) ist platt und het­zerisch. „Daham statt Islam“ oder etwas hol­priger „Kein Daham dem Radikal-Islam“(FPÖ) nur dumm und hetzerisch.

NPD-Plakat: Nein zur Moschee wählt NPDDVU-Plakat: Michel statt Moschee
NPD-Plakat: Islamisten raus!
FPÖ-Plakat: Daham statt IslamFPÖ-Plakat: Kein Daham dem Radikal-Islam

Kriminelle Schande

Wenig tren­nt FPÖ und NPD dort, wo es um Miss­brauch und sex­uelle Gewalt an Kindern geht. Michael Win­ter forderte zu seinen Glanzzeit­en als steirisch­er RFJ-Obmann noch die Todesstrafe für Kinder­schän­der, Susanne Win­ter, seine Mut­ter, arbeit­ete sich beim gle­ichen The­ma an Mohammed ab, wahlmäs­sig hat­te das The­ma aber schon das BZÖ beset­zt: „Keine Gnade für Kinder­schän­der“ wurde 2006 gefordert, die NPD titelt ähn­lich: „Höch­st­strafe für Kinder­schän­der”. Mit Angst wollte 2006 auch die ÖVP ein biss­chen im Trüben fis­chen und forderte „Volle Härte bei Kindesmissbrauch“.

BZÖ-Plakat: Keine Gnade für KinderschänderNPD-Plakat: Höchststrafe für Kinderschänder
FPÖ-Plakat: Volle Härte bei Kindesmissbrauch

Auf den Punkt gebracht

Die FPÖ ver­sucht ange­blich einen Strate­giewech­sel: mehr SVP (Schweiz­er Volkspartei), weniger NPD. Der Slo­gan für die steirische Land­tagswahl 2010 heißt: „Unser Geld für unsre Leut“. Aha, eine sub­lim­ierte Vari­ante von „Öster­re­ich zuerst!“ oder „Jet­zt geht’s um uns Österreicher!“

Dankenswert­er­weise gibt es noch Frei­heitliche, die klar aussprechen, was sie meinen bzw. glauben zu sein. Vorhang auf deshalb für den frei­heitlichen Bauern, der sich bzw. sein­er Kuh kein Zaumzeug angelegt hat: „Rein­ras­sig & echt” Ja, kein Zweifel! Damit ist die Frage, wer das Orig­i­nal ist und wer die Kopie, auch hin­re­ichend beantwortet.

FPÖ-Plakat: Reinrassig und echt