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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Stiftung, Krypto, Jobbörse: Wie Report24-Betreiber Florian Machl ein Netz aus Schein-Seriosität knüpft

Flo­ri­an Machl, Betrei­ber des rechts­extre­men Por­tals Report24, hat 2022 die „Stif­tung Recht und Ver­fas­sung“ gegrün­det und sie 2024 wie­der löschen las­sen. Sein Mit­grün­der taucht gleich­zei­tig als Prot­ago­nist und Spon­sor im Machl-Medi­um auf. Dazu kommt eine Job­bör­se, eben­falls mit Machl als Mit­ei­gen­tü­mer, die mit nicht exis­tie­ren­den Per­so­nen als Team warb.

7. Nov. 2025
"Stiftung Recht und Verfassung" mit Direktoren Florian Machl und Oliver Antunovic (Screenshot North Data 6.11.25)
"Stiftung Recht und Verfassung" mit Direktoren Florian Machl und Oliver Antunovic (Screenshot North Data 6.11.25)

Die London-„Stiftung“

Bei der „Stif­tung Recht und Ver­fas­sung“ han­del­te es sich recht­lich um eine bri­ti­sche „pri­va­te com­pa­ny limi­t­ed by gua­ran­tee“ (CLG), also eine Gesell­schaft ohne Antei­le, typi­scher­wei­se für Ver­ei­ne/­Non-pro­fits. Sie nutz­te die gesetz­li­che Mög­lich­keit, „Limi­t­ed“ aus dem Namen zu strei­chen. Das wirkt im deutsch­spra­chi­gen Raum wie eine „Stif­tung“, ist aber schlicht eine bri­ti­sche Fir­men­form ohne Cha­ri­ty-Sta­tus. Ein­ge­tra­gen wur­de die „Stif­tung“ im Sep­tem­ber 2022 in Lon­don – mit den bei­den „Direc­tors“ Flo­ri­an Machl und Oli­ver Ant­un­o­vic. Sie wur­de im Febru­ar 2024 per „com­pul­so­ry strike-off“, also zwangs­wei­se, aus dem Regis­ter ent­fernt. (northdata.de)

Hin­zu kommt: Die Stif­tungs­adres­se „20–22 Wen­lock Road, Lon­don“ ist eine Mas­sen­adres­se, die als Dienst­leis­tung ver­mie­tet wird; unzäh­li­ge Fir­men sind (oder waren) dort regis­triert. Eine sol­che „Brief­kas­ten­adres­se“ schützt Pri­vat­sphä­ren, begüns­tigt aber Intransparenz.

Die Kom­bi­na­ti­on aus CLG, „Limited“-Befreiung und einer Vir­tu­al-Office-Adres­se macht es sehr ein­fach, schnell und preis­wert, eine juris­ti­sche Hül­le mit offi­zi­ös klin­gen­dem Namen („Stif­tung“) zu schaf­fen – ohne Cha­ri­ty-Sta­tus und mit gerin­ger Rechen­schaft. Bei Ver­säum­nis­sen folgt, wie bei Mach­ls Stif­tung gesche­hen, rasch die Zwangslöschung.

Der Lon­don-Man­tel war ein güns­ti­ges, seri­ös wir­ken­des Vehi­kel, mit dem man schnell Spenden/Beiträge ein­sam­meln und Ver­trä­ge schlie­ßen konn­te. Der nichts­sa­gen­de Name „Stif­tung Recht und Ver­fas­sung“ ließ vie­le Akti­vi­tä­ten zu, in die das Geld geflos­sen sein könnte.

Stiftungsmitgründer Antunovic bei Report24: PR, Krypto-Wunderwaffe und Geldflüsse

Mach­ls Stif­tungs­part­ner Ant­un­o­vic fir­miert in Lon­don zusätz­lich als Direc­tor der „STANDARD IN GOLD LTD“, ein­ge­tra­gen am sel­ben Wen­lock-Road-Stand­ort. Laut Bran­chen­klas­si­fi­ka­tio­nen reicht die Span­ne von Edel­me­tall­pro­duk­ti­on bis Finanzmanagement.

Weni­ge Mona­te vor der Stif­tungs­grün­dung begann „Report24“ Ant­un­o­vics „Stan­dard in Gold“ auf­fal­lend wohl­wol­lend zu bewer­ben. Bereits am 13.2.2022 erschien ein Arti­kel „Ers­te gold­ge­deck­te Kryp­to­wäh­rung kommt aus Öster­reich“, basie­rend auf einer Pres­se­aus­sendung der „Stan­dard In Gold E.U.“ – inklu­si­ve direk­ter Wer­be­links. Autor des Arti­kels: „Wil­li Huber“, ein Pseud­onym, hin­ter dem Flo­ri­an Machl werkt.

Am 12.3.2022 folg­te ein Bei­trag (dies­mal mit Machl als Autor gekenn­zeich­net) samt Inter­view „Die­ser Mann will mit einer Kryp­to­wäh­rung die wich­ti­ge Gold­preis­bin­dung wie­der ein­füh­ren“, am 14.5.2023 kam erneut ein Inter­view – Repor­t24-gemäß mit Deep-Sta­te-Nar­ra­tiv. Mit Finanz­re­cher­chen oder seriö­ser Infor­ma­ti­on haben die Arti­kel nichts gemein, es ist schlich­ter Pro­mo­ti­ons­jour­na­lis­mus und das aus­ge­rech­net für Mach­ls dama­li­gen Stiftungspartner.

Report24-Artikel zu Antunovic (Screenshot Website Report24)
Repor­t24-Arti­kel zu Ant­un­o­vic (Screen­shot Web­site Report24)

In wessen Hintern steckt Florian Machl?

Die Nähe zeigt sich spä­ter nicht nur inhalt­lich. 2024 und 2025 wird „Stan­dard in Gold“ auf „Report24“ als „Wer­be­part­ner“ benannt. Damit sind Ant­un­o­vic und sei­ne Fir­ma nicht nur The­ma, son­dern auch Geld­ge­ber im Machl-Kos­mos. Jedes seriö­se Medi­um hat eine von der Wer­bung-/In­se­ra­te-Ver­wal­tung getrenn­te unab­hän­gi­ge Redak­ti­on – bei Machl ist die­se jour­na­lis­ti­sche Min­dest­an­for­de­rung nicht gegeben.

"Standard in Gold" als Werbepartner von Report24 (Screenshot 30.12.24)
„Stan­dard in Gold” als Wer­be­part­ner von Report24 (Screen­shot 30.12.24)

Wie mein­te Machl, der auf Social Media auch unter „FMpo­li­tics“ unter­wegs ist? „Journ­ANA­List, der Mit­ar­bei­ter eines Sys­tem­me­di­ums, der tief im Hin­tern sei­ner Geld­ge­ber steckt.” Die Fra­ge stellt sich also umge­kehrt: In wes­sen Hin­tern steckt Flo­ri­an Machl?

Florian Machl definiert "Journanalist" (Screenshot Facebook 17.4.24)
Flo­ri­an Machl defi­niert „Journ­ana­list” (Screen­shot Face­book 17.4.24)

morejobs OG – die Jobbörse mit Fake-Team

Im Novem­ber 2021 grün­de­ten Machl und Rudolf Ram­mer die „more­jobs OG“ in Linz als Job­ver­mitt­lungs­bör­se. „Mit dem Ziel, durch die Kri­se arbeits­lo­sen Men­schen eine neue Per­spek­ti­ve zu fin­den“, hieß es auf der Web­site. Die Gesell­schaft wur­de Anfang April 2025 aus dem Fir­men­buch gelöscht.

Ziel von "morejobs": "2021 gestartet. Mit dem Ziel, durch die Krise arbeitslosen Menschen eine neue Perspektive zu finden." (Screenshot Website 23.7.23)
Ziel von „more­jobs” (Screen­shot Web­site 23.7.23)

Stoppt die Rech­ten hat sich bereits 2023 die Web­siteei­te „morejobs.at“ näher ange­se­hen: Jobs dürf­ten eher Man­gel­wa­re gewe­sen sein, aber im Menü „Über uns“ zeig­te die Fir­men­web­site ein impo­sant wir­ken­des, inter­na­tio­nal agie­ren­des „Team“ mit Namen wie „Matt John – Web Deve­lo­per“, „Peter Haw­kins – Web­De­ve­lo­per“, „Lori Ramo – Mar­ke­ting Expert“. Die­se Per­so­nen waren aller­dings kei­ne rea­len Akteu­re von „more­jobs” – es han­del­te sich um Stock-/Tem­p­la­te-Bil­der, die welt­weit auf x‑beliebigen Web­sei­ten iden­tisch auf­tau­chen. Bei­spie­le: Ahl­am Hos­pi­ta­li­ty Jobs („Our Crea­ti­ve Team“), Vir­tu­al Assistant Nige­ria, Job­hub­sour­ce – alle zei­gen exakt die­sel­ben Gesich­ter. Das Foto vom ver­meint­li­chen „morejobs”-Experten „Matt John“ wird bei Ado­be-Stock­fo­tos als „Smi­ling mana­ger por­trait“ angepriesen.

Rubrik "Über uns" auf morejobs: Fake-Mitarbeiter (Screenshot Website 20.3.23)
Rubrik „Über uns” auf „more­jobs”: Fake-Mit­ar­bei­ter (Screen­shot Web­site 20.3.23)

Wenn ein Por­tal so über die invol­vier­ten Per­so­nen täuscht, han­delt es bewusst irre­füh­rend gegen­über poten­zi­el­len Geschäftspartner*innen und Bewerber*innen. Oder viel­leicht sind sie auch nur „rein­ge­rutscht“?

Warum ist das relevant?

„Wir sehen uns der Wahr­heit und hohen jour­na­lis­ti­schen Stan­dards ver­pflich­tet”, heißt es auf der Repor­t24-Web­site. Machl insze­niert sich mit „Report24“ als „Gegen­stim­me“ zum ver­hass­ten „Main­stream“, die auch „Trans­pa­renz“ for­dert. Im eige­nen Umfeld fin­den wir jedoch: eine eigen­ar­ti­ge „Stif­tung“ mit Brief­kas­ten­adres­se, ein eng ver­ban­del­tes Kryp­to-Pro­jekt, das redak­tio­nell hofiert und zugleich als Wer­be­part­ner geführt wird und eine Job­bör­se, die mit fal­schen Gesich­tern Ver­trau­en erschlich. Aber irgend­wie passt das ja alles auch zu Mach­ls Medi­um, das sei­ne jour­na­lis­ti­schen Stan­dards aus einem Mix von Fake News und empö­rungs­ge­la­de­ner Gift­sprit­ze­rei speist.

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Schlagwörter: Oberösterreich | Rechtsextremismus | report24

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