Die London-„Stiftung“
Bei der „Stiftung Recht und Verfassung“ handelte es sich rechtlich um eine britische „private company limited by guarantee“ (CLG), also eine Gesellschaft ohne Anteile, typischerweise für Vereine/Non-profits. Sie nutzte die gesetzliche Möglichkeit, „Limited“ aus dem Namen zu streichen. Das wirkt im deutschsprachigen Raum wie eine „Stiftung“, ist aber schlicht eine britische Firmenform ohne Charity-Status. Eingetragen wurde die „Stiftung“ im September 2022 in London – mit den beiden „Directors“ Florian Machl und Oliver Antunovic. Sie wurde im Februar 2024 per „compulsory strike-off“, also zwangsweise, aus dem Register entfernt. (northdata.de)
Hinzu kommt: Die Stiftungsadresse „20–22 Wenlock Road, London“ ist eine Massenadresse, die als Dienstleistung vermietet wird; unzählige Firmen sind (oder waren) dort registriert. Eine solche „Briefkastenadresse“ schützt Privatsphären, begünstigt aber Intransparenz.
Die Kombination aus CLG, „Limited“-Befreiung und einer Virtual-Office-Adresse macht es sehr einfach, schnell und preiswert, eine juristische Hülle mit offiziös klingendem Namen („Stiftung“) zu schaffen – ohne Charity-Status und mit geringer Rechenschaft. Bei Versäumnissen folgt, wie bei Machls Stiftung geschehen, rasch die Zwangslöschung.
Der London-Mantel war ein günstiges, seriös wirkendes Vehikel, mit dem man schnell Spenden/Beiträge einsammeln und Verträge schließen konnte. Der nichtssagende Name „Stiftung Recht und Verfassung“ ließ viele Aktivitäten zu, in die das Geld geflossen sein könnte.
Stiftungsmitgründer Antunovic bei Report24: PR, Krypto-Wunderwaffe und Geldflüsse
Machls Stiftungspartner Antunovic firmiert in London zusätzlich als Director der „STANDARD IN GOLD LTD“, eingetragen am selben Wenlock-Road-Standort. Laut Branchenklassifikationen reicht die Spanne von Edelmetallproduktion bis Finanzmanagement.
Wenige Monate vor der Stiftungsgründung begann „Report24“ Antunovics „Standard in Gold“ auffallend wohlwollend zu bewerben. Bereits am 13.2.2022 erschien ein Artikel „Erste goldgedeckte Kryptowährung kommt aus Österreich“, basierend auf einer Presseaussendung der „Standard In Gold E.U.“ – inklusive direkter Werbelinks. Autor des Artikels: „Willi Huber“, ein Pseudonym, hinter dem Florian Machl werkt.
Am 12.3.2022 folgte ein Beitrag (diesmal mit Machl als Autor gekennzeichnet) samt Interview „Dieser Mann will mit einer Kryptowährung die wichtige Goldpreisbindung wieder einführen“, am 14.5.2023 kam erneut ein Interview – Report24-gemäß mit Deep-State-Narrativ. Mit Finanzrecherchen oder seriöser Information haben die Artikel nichts gemein, es ist schlichter Promotionsjournalismus und das ausgerechnet für Machls damaligen Stiftungspartner.

In wessen Hintern steckt Florian Machl?
Die Nähe zeigt sich später nicht nur inhaltlich. 2024 und 2025 wird „Standard in Gold“ auf „Report24“ als „Werbepartner“ benannt. Damit sind Antunovic und seine Firma nicht nur Thema, sondern auch Geldgeber im Machl-Kosmos. Jedes seriöse Medium hat eine von der Werbung-/Inserate-Verwaltung getrennte unabhängige Redaktion – bei Machl ist diese journalistische Mindestanforderung nicht gegeben.

Wie meinte Machl, der auf Social Media auch unter „FMpolitics“ unterwegs ist? „JournANAList, der Mitarbeiter eines Systemmediums, der tief im Hintern seiner Geldgeber steckt.” Die Frage stellt sich also umgekehrt: In wessen Hintern steckt Florian Machl?

morejobs OG – die Jobbörse mit Fake-Team
Im November 2021 gründeten Machl und Rudolf Rammer die „morejobs OG“ in Linz als Jobvermittlungsbörse. „Mit dem Ziel, durch die Krise arbeitslosen Menschen eine neue Perspektive zu finden“, hieß es auf der Website. Die Gesellschaft wurde Anfang April 2025 aus dem Firmenbuch gelöscht.

Stoppt die Rechten hat sich bereits 2023 die Websiteeite „morejobs.at“ näher angesehen: Jobs dürften eher Mangelware gewesen sein, aber im Menü „Über uns“ zeigte die Firmenwebsite ein imposant wirkendes, international agierendes „Team“ mit Namen wie „Matt John – Web Developer“, „Peter Hawkins – WebDeveloper“, „Lori Ramo – Marketing Expert“. Diese Personen waren allerdings keine realen Akteure von „morejobs” – es handelte sich um Stock-/Template-Bilder, die weltweit auf x‑beliebigen Webseiten identisch auftauchen. Beispiele: Ahlam Hospitality Jobs („Our Creative Team“), Virtual Assistant Nigeria, Jobhubsource – alle zeigen exakt dieselben Gesichter. Das Foto vom vermeintlichen „morejobs”-Experten „Matt John“ wird bei Adobe-Stockfotos als „Smiling manager portrait“ angepriesen.

Wenn ein Portal so über die involvierten Personen täuscht, handelt es bewusst irreführend gegenüber potenziellen Geschäftspartner*innen und Bewerber*innen. Oder vielleicht sind sie auch nur „reingerutscht“?
Warum ist das relevant?
„Wir sehen uns der Wahrheit und hohen journalistischen Standards verpflichtet”, heißt es auf der Report24-Website. Machl inszeniert sich mit „Report24“ als „Gegenstimme“ zum verhassten „Mainstream“, die auch „Transparenz“ fordert. Im eigenen Umfeld finden wir jedoch: eine eigenartige „Stiftung“ mit Briefkastenadresse, ein eng verbandeltes Krypto-Projekt, das redaktionell hofiert und zugleich als Werbepartner geführt wird und eine Jobbörse, die mit falschen Gesichtern Vertrauen erschlich. Aber irgendwie passt das ja alles auch zu Machls Medium, das seine journalistischen Standards aus einem Mix von Fake News und empörungsgeladener Giftspritzerei speist.
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