Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 3 Minuten

„Johnnyboy“ und sein Nazi-Vater

Der bereits betagte Sohn eines früheren NS-Bürgermeisters musste sich am Landesgericht Wien wegen Holocaustleugnung verantworten. Ein Gutachter nahm seine Ausreden zu anonymen Forenpostings auseinander.

22. Mai 2026
Landesgericht Wien (© SdR)
Landesgericht Wien (© SdR)

Franz G. war illegaler Nazi und Bürgermeister einer Gemeinde im Burgenland. Ab 1938 hat er in seiner Gemeinde ein regelrechtes Terror- und Denunziationsregime aufgezogen. 1947 musste er sich deshalb vor einem Volksgerichtshof verantworten und kam mit drei Jahren Kerker davon, von denen er nur wenige Monate absitzen musste. Sein Sohn musste sich am 12.5.26 wegen Holocaustleugnung in Wien verantworten und kam ebenfalls ziemlich billig davon.

80 Jahre ist der Angeklagte K.H.G. alt und als Poster in diversen Foren noch immer ziemlich aktiv. Sein Geburtsdatum, der 10. Mai 1945, spielt im Prozess auch eine Rolle, weil er irgendwann in einem seiner Kommentare geschrieben hatte, dass er noch im Krieg geboren sei. „Ich bin nicht im Krieg geboren“, versucht der Angeklagte seine Verteidigungsstrategie, dass er die inkriminierten Postings nicht geschrieben habe, zu untermauern.

Die historischen Fakten sehen anders aus. Am 8. Mai kapitulierte zwar das Deutsche Reich der Nazis, der Zweite Weltkrieg war aber erst mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945 beendet. Die historischen Fakten hatte G. unter seinem Nickname „Johnnyboy“ am 27. Oktober 2024 aber noch viel entschiedener verdreht:

Es ist meiner Ansicht nach nicht wahr dass Hitler den Befehl zur Ermordung von Juden, Zigeunern u.anderer gab. Man hätte diesen Befehl ohnedies nicht ausgeführt. Wahr ist vielmehr dass der Zusammenhalt dieser Menschen untereinander so stark ist, dass deshalb Neid aufkommt. Völker lassen sich eben nur schwer vermischen. Im Grunde will man das auch gar nicht. Intigration (sic!) ist nur ein Wort.

Der Kommentar war in einem Forum der Russmedia öffentlich zugänglich und wurde deshalb nach § 3h Verbotsgesetz angeklagt. Weil der Angeklagte bei einem ersten Verhandlungstermin vor zwei Monaten behauptet hatte, nichts mit dem Verfasser „Johnnyboy“ und dessen Kommentar zu schaffen zu haben, war ein Gutachter bestellt und die Verhandlung auf den 12.5. vertagt worden.

Sich selbst versuchte der Angeklagte mehr über seine Frau zu beschreiben:

Er lebe mit seiner deutlich jüngeren irakischen Frau zusammen, die sei „sehr sozial engagiert“ und empfange immer wieder Besucher. Da weder sein Laptop noch sein Mobiltelefon gesichert seien, könnte sich jeder mit seinen Geräten einen Account angelegt haben, vermutet er. (derstandard.at, 13.5.26)

Der Gutachter zerlegt diese Ausreden eindrücklich und präzise, sodass es keinen Zweifel mehr gibt, dass die Kommentare von „Johnnyboy“ und „trifokalbetrachtet“ auf das Konto von K.H.G. gehen. Der angeklagte, holocaustleugnende Kommentar ist vor dem Hintergrund des Wütens seines Vaters besonders zynisch und abgeschmackt. Wir können hier nur sehr zurückhaltend darüber berichten, weil wir die Persönlichkeitsrechte des Sohnes beachten müssen.

Der fanatische Nazi Franz G. hat seinen Ort noch im Herbst 1938 für „judenfrei“ erklärt, zuvor die jüdischen Bürger*innen mit großer Brutalität misshandelt, beraubt und nach Wien deportieren lassen. Auch die Misshandlung ukrainischer Zwangsarbeiter*innen und eines Kommunisten sowie Denunziationen warf ihm die Anklage 1947 vor. Dass der Sohn trotz der „Schwamm drüber“-Mentalität der Nachkriegsjahre, die in der milden Bestrafung seines Vaters zum Ausdruck kam, nichts von der Brutalität seines Vaters mitbekommen haben soll, ist wohl kaum anzunehmen.

Angedeutet wurde in der Verhandlung, dass beim Landesgericht Feldkirch noch eine Anklage wegen des Verdachts der Verhetzung bevorstehen könnte.

Die Geschworenen waren sich, was die Schuld von K.H.G. betrifft, ziemlich einig (7:1). Die Strafe blieb mit zwölf Monaten bedingt und der Verpflichtung zu einem geführten Rundgang durch das ehemalige KZ Mauthausen an der untersten Grenze. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an; es ist bereits rechtskräftig.

Wir danken für die Prozessbeobachtung!

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Holocaustleugnung/-verharmlosung | Neonazismus/Neofaschismus | Verbotsgesetz | Wiederbetätigung | Wien

Verwandte Beiträge

  • 2. Mai 2026
    Freispruch für vielfache Holocaustleugnung
    Schild Schwurgerichtssaal Landesgericht Graz (© SdR)
  • 29. Jan. 2026
    Der „Hacker“ im Urlaubshotel oder: Wie ein Gutachten nach hinten losging
    Landesgericht Korneuburg (Foto: SdR)

Beitragsnavigation

« Mélange KW 20/26 (Teil 2): Blaue Sicherheitslücken, blauer Machtkampf und blaue Autofahrt
Freiheitliche Jugend Kärnten: Ein Neonazi findet Anschluss »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter