Als wir zuletzt im Juni 2023 über „das blaubraune Immo-Business“ und damit auch über dessen zentrale Figur Harald Schmidt berichtet haben, gingen wir davon aus, dass sein Kartenhaus mit den zahlreichen Firmengründungen, dem permanenten Wechseln von Gesellschaftern, Geschäftsführern und Firmensitzen bald einmal zusammenbrechen würde. Da haben wir uns aber gewaltig getäuscht!
Die jüngere Vergangenheit
Waren es damals rund 20 Firmen, in denen Harald Schmidt als Gesellschafter und/oder Geschäftsführer registriert war, so ist der aktuelle und historische Bestand an Firmen, in denen Harald Schmidt aufgetaucht ist, mittlerweile beträchtlich gewachsen. Mit Anfang Februar ist er in insgesamt 23 GmbHs als Geschäftsführer registriert, wobei er in fünf davon nur mehr als Liquidator werkt, weitere sechs haben einen Insolvenzvermerk. In der vom Finanzministerium geführten Liste der Scheinunternehmen tauchen gleich neun Firmen mit dem Sitz Eisvogelgasse 6, Wien (eine aktuelle Firmenadresse von Schmidt-Firmen) auf.

Dann gibt es auch noch die historischen Daten, also die Angaben, in welchen Firmen Harald Schmidt in der Vergangenheit Eigentümer (Gesellschafter) oder Geschäftsführer war. Da kommt er auf die stolze Zahl von 41 Einträgen. Wobei sich diese „Vergangenheit“ als eifriger Firmenentsorger fast ausschließlich in den letzten fünf Jahren abgespielt hat.
Die längere Vergangenheit
Harald Schmidt hat aber auch noch eine andere Vergangenheit – die politische. Sie begann mit seiner Spitzenkandidatur für die neonazistische „Aktion Neue Rechte“ bei den Hochschülerschaftswahlen 1981, setzte sich fort in Aktivitäten für die „Ausländer Halt“-Bewegung von Gerd Honsik und einer Funktion als 2. Wiener Landessprecher der NDP des Norbert Burger. In den Folgejahren dürfte Schmidt an seiner juristischen Karriere gearbeitet haben, die ihn als Anwalt und Helfer der Serienmörderin Elfriede Blauensteiner vor Gericht und zu einer Verurteilung wegen versuchten schweren Betrugs und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang brachte. Von den sieben Jahren unbedingt musste Schmidt allerdings nur drei Jahre absitzen, verlor aber seine Anwaltsberechtigung. Einem Bericht der „NÖN“ (11.10.11) zufolge lebte Schmidt in den Jahren nach seiner Freilassung von Gelegenheitsjobs und einem Bezug der Notstandshilfe, bis er schließlich 2011 wegen seiner Beiträge unter dem Pseudonym „Athanarich“ im neonazistischen Alpen-Donau-Info-Forum 18 Monate Haft wegen NS-Wiederbetätigung ausfasste. Nach Schmidts eigener Darstellung in einem rechtsextremen Blatt wurde er 2015 neuerlich zu zwölf Monaten Haft wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt.

Bis zum Ausbruch der Covid-Pandemie 2020 wurden keine weiteren öffentlichen Aktivitäten Schmidts bekannt. Ab 2020 ging es aber los: Gründung des Vereins Iuvalex, der im Impressum der „Corona Querfront“ stand. Schmidt trat als Redner bei einer „Querdenken“ (Vorläufer von „Fairdenken“-Demo im August 2020 auf und beteiligte sich – oft mit Gottfried Küssel – an weiteren Corona-Demos. Die Iuvalex, „Gesellschaft für juristische Zusammenarbeit und Rechtshilfe“ fungierte in den Folgejahren – bis heute – allerdings bevorzugt als Vehikel für die wirtschaftlichen Aktivitäten von Harald Schmidt.
Mit Lucas Tuma, „Imperator“ von Küssels Ferialverbindung Imperia, demonstrierte Schmidt 2023 beim neonazistischen Lukov-Marsch in Sofia. 2025 war Schmidt in einem neckischen schwarzen Kurzhosendress beim rechtsextremen Sommerfest in Schnellroda zugegen. Er ist auch alljährlich bei den Identitären-Sommerdemonstrationen in Wien anzutreffen.
Dr. H. Arschloch und Waltraud
Mit Lucas Tuma verbinden ihn auch einige der geschäftlichen Aktivitäten. Aber nicht alle aus der braunen Szene haben gute Erinnerungen an Schmidt. Die Person, die damals noch Walter Gerhard Piranty hieß, war nach eigenen Angaben ein Angestellter in Schmidts Firmenreich – und ein Geschädigter. Durch die Insolvenz einer Schmidt-Firma verloren er und weitere sieben Angestellte viel Geld. Vier von ihnen klagten mithilfe der Arbeiterkammer ihre Ansprüche ein, und drei erhielten Geld vom Insolvenz-Entgelt-Fonds. Piranty muss noch warten.
Noch schlechter dürfte es Marco H. erwischt haben. Der Jungnazi fungierte als Geschäftsführer in Schmidt-Firmen und musste sich deshalb vor dem Handelsgericht verantworten, was seine Mutter zu folgendem Kommentar auf Telegram veranlasste:
Handelsgericht Rechtsprobleme von meinem Sohn, weil ihn ein urfalscher „Kamerad” in ungute Scheinfirmen Angelegenheiten reingezogen hat und trotz vieler juristischer Gegen — Schritte — nicht einmal damit aufhört. Unser Titel : Dr. H.Arschloch ist mittlerweile zutreffend. Ein krimineller ehrenloser Charakter wird sich wohl nie ändern.
Susanne H. über Harald Schmidt (Screenshot TG 27.11.25)
Die Vereine des Harald Schmidt
2022 dürfte die Stimmung und das Einvernehmen zwischen Harald Schmidt und Marco H. noch gut gewesen sein, denn die beiden gründeten gemeinsam den schrägen Verein „Soziales Friedhofswerk“. Soziales Friedshofswerk, nicht „Soziales Friedenswerk“. Dieser Verein ist zwar auch ziemlich rechts angesiedelt, hat aber nichts mit Friedhöfen zu tun. Beim Friedhofswerk-Verein führt mittlerweile Schmidt allein den Laden, wobei Marco H. zwischenzeitlich durch einen längeren Haftaufenthalt wegen Wiederbetätigung verhindert war.
Das „Soziale Friedhofswerk“ hat uns neugierig gemacht – schließlich haben wir keinerlei soziale Friedhofsaktivitäten entdecken können. Dafür eine Reihe anderer Vereine, die von Harald Schmidt geführt werden.
Die „Iuvalex-Gesellschaft für juristische Zusammenarbeit und Rechtshilfe“ gegründet 2020 und geführt natürlich von Harald Schmidt, haben wir bereits vorgestellt.
Seit 2024 gibt es auch noch die „Aequalex – Gesellschaft für juristische Zusammenarbeit und Rechtsvergleichung“, natürlich mit dem bereits bewährten Obmann Schmidt.
Parallel dazu wurde 2024 auch die „Fungalex-Gesellschaft für Immobilienentwicklung und Projektgestaltung“ auf die Füße des Harald Schmidt gestellt. Ihr Name deutet an, dass sie für die bereits in etlichen GmbHs engagierte Iuvalex eine Entlastung, für andere aber vermutlich eine weitere Belastung bilden könnte.
Was Schmidts Verein „Work Angel“, der im Mai 2025 gegründet wurde, anstellen soll, entzieht sich jeglicher Öffentlichkeit. Klingt jedenfalls gefährlich nach Personalmanagement.
Die „Skadi-Geselllschaft für Rechtsgestaltung“ existiert schon seit 2018 und hat sogar einen Präsidenten: Schmidt natürlich.
2016 wurde die „Österreichisch-Pridnestrowische Gesellschaft“ gegründet. Als Schmidts Stellvertreter ist der mittlerweile der aus der Taliban-Haft zurückgekehrte Herbert Fritz unterstützend tätig. Pridnestrowien war übrigens der frühere Name für die völkerrechtlich nicht anerkannte Transnistrische Republik, eine von Russland besetzte Zone Moldawiens.
Schon seit 2002 gibt es die „Mesiteia – Gesellschaft für Mediation und Konfliktforschung“, die als Langzeitpräsidenten natürlich Harald Schmidt hat.
Acht Vereine, die alle von Harald Schmidt geführt werden. Nur von einem Verein, der Iuvalex, wissen wir in etwa, was er macht (Gesellschafterin in wackligen GmbHs) bzw. gemacht hat (Corona-Querfront). Nicht wirklich beruhigend.
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