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Geleakte Midgård-Kundendatei mit 277 österreichischen DatensätzenLesezeit: 1 Minute

Schon die Start­sei­te des schwe­di­schen Mid­­gård-Ver­­­sands kommt ein­deu­tig daher: optisch, aber auch, was die neo­na­zis­ti­sche Pro­dukt­pa­let­te betrifft. Eine schwe­di­sche Anti­­fa-Grup­­pe hat die Kun­den­da­tei gele­akt.  „Der „Midgård“-Versand ist einer der größ­ten Online-Stores der skan­di­na­vi­schen Nazi­sze­ne und wird von „Ring­hor­ne AB“ betrie­ben. Die Fir­ma gehört Mar­tin Flenn­fors and Mar­tin Enge­lin, die bei­de gute Kon­tak­te zur Nazi­or­ga­ni­sa­ti­on „Nor­dic […]

7. Dez 2023

„Der „Midgård“-Versand ist einer der größ­ten Online-Stores der skan­di­na­vi­schen Nazi­sze­ne und wird von „Ring­hor­ne AB“ betrie­ben. Die Fir­ma gehört Mar­tin Flenn­fors and Mar­tin Enge­lin, die bei­de gute Kon­tak­te zur Nazi­or­ga­ni­sa­ti­on „Nor­dic Resis­tance Move­ment“ haben“, schreibt die die Auto­no­me Anti­fa Frei­burg.

Wer hier bestellt, soll­te mit Blick auf die Auf­ma­chung, aber vor allem aufs Sor­ti­ment, bereits wis­sen, wo der Mid­gård-Ver­sand ange­sie­delt ist: in der rechts­extre­men bis tief­brau­nen Ecke. Die alt­her­ge­brach­te Aus­re­de von Bestel­lern bei frü­he­ren Leaks, man habe nichts von der poli­ti­schen Aus­rich­tung des jewei­li­gen Ver­sands gewusst, gilt hier eben­so wenig wie schon in der Vergangenheit.

Verschiedene Ausgaben von "Mein Kampf" im Midgård-Versand (Screenshot Website Midgård)
Ver­schie­de­ne Aus­ga­ben von „Mein Kampf” im Mid­gård-Ver­sand (Screen­shot Web­site Midgård)

61 Per­so­nen aus Öster­reich tau­chen in der Neo­na­zi-Kun­den­da­tei des Mid­gård-Ver­sands auf; sie haben dem­nach zwi­schen 2017 und 2023 ins­ge­samt 277 Bestel­lun­gen getä­tigt. Unter den geor­der­ten Arti­keln fin­den sich etwa eine Soft­co­ver-Aus­ga­be von Hit­lers „Mein Kampf“ und jede Men­ge Nazi-Cds von Blood & Honour-Packa­ges über „Erschies­sungs­kom­man­do“, „Stahl­ge­wit­ter“, die die NSU-Mor­de abfei­ern­den „Gigi und die brau­nen Stadt­mu­si­kan­ten“, Frank Ren­ni­ke, Blitz­krieg, Fron­tal 88 sowie wei­te­ren mehr oder min­der bekann­ten Musi­kern aus der rechts­extre­men Szene.

Unter den öster­rei­chi­schen Besteller*innen sind eini­ge bekann­te Namen – von ver­ur­teil­ten Neo­na­zis, Ex-FPÖ-Poli­ti­kern bis zu sol­chen Käufer*innen, die bis­her noch nicht öffent­lich auf­ge­fal­len sind.

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