Die rechtsextremen Lehrburschis vom ÖPR

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Am ers­ten Wochen­en­de im Sep­tem­ber ver­sam­meln sich die Lehr­bur­schis vom Öster­rei­chi­schen Pen­nä­ler-Ring (ÖPR) zu ihrem 39. Pen­nä­ler­tag in Kla­gen­furt. Mit einer Erzäh­lung, die so ein­deu­tig rechts­extrem ist wie sel­ten zuvor. Kein Wun­der, haben doch die aka­de­mi­schen Bur­schen­schaf­ter die ideo­lo­gi­sche Schu­lung der Jung­bur­schis über­nom­men. Die schwei­gen zwar über Anti­se­mi­tis­mus und Natio­nal­so­zia­lis­mus, faseln dafür vom „staat­lich gelenk­ten Bevöl­ke­rungs­aus­tausch“ und erhal­ten dafür auch noch vom Staat viel Geld.

Eigent­lich fin­det der 39. Pen­nä­ler­tag des ÖPR im Jahr 2136 statt. Eine Eigen­heit der Pen­nä­ler ist näm­lich, dass sie ihre Zeit­rech­nung mit der Schlacht von Noreia (113 v.Chr.) begin­nen, in der ger­ma­ni­sche Stäm­me wie die Teu­to­nen und Kim­bern den Römern eine schwe­re Nie­der­la­ge zufüg­ten. Eh klar, ein ger­ma­ni­scher Sieg eig­net sich bes­tens für deutsch­völ­ki­sche Hel­den­er­zäh­lung. Blöd nur, dass die Teu­to­nen weni­ge Jah­re spä­ter ver­nich­tend von den Römern geschla­gen wur­den. Aber von Aus­las­sun­gen, Revi­sio­nis­men, Anti­se­mi­tis­mus und Ras­sis­mus ist die Geschich­te des ÖPR und sei­ner Mit­glieds­bün­de ja übervoll.

Volk – Heimat – Staat

Die Zeit­rech­nung mit der Schlacht von Noreia fin­det sich nicht mehr in der offi­zi­el­len Ankün­di­gung des Pen­nä­ler­ta­ges. Waren es die aka­de­mi­schen Bur­schis, die ihren Lehr­lings­bur­schis die­se kin­di­schen Flau­sen aus­ge­trie­ben haben? Der „Ver­band Frei­heit­li­cher Aka­de­mi­ker Kärn­ten“ (VFAK) hat jeden­falls Orga­ni­sa­ti­on und Aus­rich­tung des Sym­po­si­ums am Sams­tag, 2. Sep­tem­ber über­nom­men. Der VFAK wird von Wen­de­lin Möl­zer (FPÖ-Abge­ord­ne­ter zwi­schen 2013 und 2019, Corps Van­da­lia Graz und Sue­via Mün­chen) gelei­tet, dem zwei „War­te“ zur Sei­te ste­hen: der „Säckel­wart“ (Kas­sier) Mag. Wil­fried Hasel­may­er (Ver­ein Deut­scher Stu­den­ten) und der „Schrift­wart“ Prim. Dr. Bernd Stöckl (Aka­de­mi­sche Lands­mann­schaft Tyrol).

Burschentagsymposium am 2.9.23 ohne Angabe der Redner

Bur­schen­tag­sym­po­si­um am 2.9.23 ohne Anga­be der Redner

The­ma des Sym­po­si­ums ist: Volk – Hei­mat – Staat. Nichts Neu­es also. Das Leit­mo­tiv wird am Sams­tag durch­de­kli­niert, nach­dem am Frei­tag abends die Lehr­bur­schis mit Bier und Destil­la­ten der Braue­rei Schlep­pe abge­füllt wer­den. Mar­kus Krumpl von der Bur­schen­schaft Olym­pia darf den Pen­nä­lern erklä­ren, was die­se Begrif­fe „für uns“ bedeu­ten. Arno Kampl vom Kärnt­ner Abwehr­kämp­fer­bund dekli­niert die Begrif­fe „in Bezug auf Kärn­ten“ durch. Ben­ja­min Fert­schai von der pen­na­len Bur­schen­schaft Armi­nia Vil­lach (aus der aka­de­mi­schen Bur­schen­schaft Sile­sia Wien wur­de er 2010 aus­ge­schlos­sen), ein alter Bekann­ter, wird dies­mal einen mah­nen­den Fin­ger erhe­ben und klä­ren, war­um die Jugend „in der Hei­mat sein und arbei­ten“ soll . Den Rei­gen ermü­den­der Vor­trä­ge darf wie­der ein Olym­pe abschlie­ßen. Bru­no Bur­ch­hart, der so etwas wie ein „Diet­wart“ des Dach­ver­ban­des der deut­schen (aka­de­mi­schen) Bur­schen­schaft ist, ver­ab­reicht die letz­te deutsch­na­tio­na­le Dosis: „Unser Volk in Europa“.

Die Red­ner-Lis­te taucht auf der Web­site zum Bur­schen­tag aller­dings nicht auf. Viel­leicht, weil die Beset­zung den Ver­an­stal­tern pein­lich ist oder weil sie die­ses Rechts­au­ßen-Line-up ver­ber­gen wollen?

„Staatlicher Bevölkerungsaustausch“

Der Lan­des­de­le­gier­ten­con­vent (LDC), der die „wehr­haf­ten pen­na­len Kor­po­ra­tio­nen“ Kärn­tens reprä­sen­tiert und den Pen­nä­ler­tag am Wochen­en­de ver­ant­wor­tet, will auf sei­ner Home­page unter der Rubrik „Nach­hil­fe“ „200 Jah­re bur­schen­schaft­li­che Geschich­te“ präsentieren.

Rechtsextreme "Nachhilfe" des LDC Kärnten

Rechts­extre­me „Nach­hil­fe” des LDC Kärnten

Dar­in fin­det sich kein ein­zi­ges Wort über die Geschich­te pen­na­ler Ver­bin­dun­gen, dafür eine Weiß­wa­schung der aka­de­mi­schen Bur­schen­schaf­ten und ihrer evi­den­ten Ver­bin­dung zu Anti­se­mi­tis­mus und Natio­nal­so­zia­lis­mus. Kein Wort zum anti­se­mi­ti­schen Waid­ho­fe­ner Abkom­men oder Prin­zip von 1896, das bei etli­chen pen­na­len Kor­po­ra­tio­nen Öster­reichs nach wie vor Gül­tig­keit hat. Auch die radi­kal anti­se­mi­ti­schen Beschlüs­se des Eisen­acher Bur­schen­ta­ges der Deut­schen Bur­schen­schaft, durch die der „Ras­se­stand­punkt“ für die aka­de­mi­schen Bur­schen­schaf­ter ein­stim­mig (!) für ver­bind­lich erklärt wur­de, wird nicht erwähnt. Die eif­rigs­ten Ver­fech­ter von Anti­se­mi­tis­mus und Ras­sis­mus (der „Ras­se­stand­punkt“ for­der­te, „frei von jüdi­schem oder far­bi­gem Blut­ein­schlag zu sein“) damals waren übri­gens (wie auch spä­ter) öster­rei­chi­sche Burschenschaften.

Die (über­wie­gend) frei­wil­li­ge Selbst­auf­lö­sung der Bur­schen­schaf­ten und ihre Über­füh­rung in die zen­tra­lis­tisch orga­ni­sier­ten Kame­rad­schaf­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus wer­den in eine schwam­mi­ge „Auf­lö­sung“ umin­ter­pre­tiert , der Jubel über die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Macht­er­grei­fung wird eben­so ver­schwie­gen wie das Fak­tum, dass die Bur­schen­schaf­ter Tei­le der NS-Eli­te stell­ten. Was dann als „Nach­hil­fe“ für die Jah­re nach 1945 folgt, mün­det in offe­ne ras­sis­ti­sche Het­ze, Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gie und Rechtsextremismus:

Im Jahr 2015 nimmt der staat­lich gelenk­te Bevöl­ke­rungs­aus­tausch neue Dimen­sio­nen mit unab­seh­ba­ren Fol­gen an. In nur zwei Jah­ren kom­men rund 2 Mil­lio­nen wehr­fä­hi­ge Män­ner aus dem ara­bi­schen Raum nach Deutsch­land und Öster­reich. Die Fol­gen sind für tau­sen­de Frau­en und Mäd­chen trau­ma­ti­sie­rend.

Es kommt aber noch ärger:

Unter dem Schlag­wort „Coro­na-Pan­de­mie“ erfolgt 2020 der nächs­te gro­ße Schlag der glo­ba­len Eli­ten gegen die Völ­ker. Im Wind­schat­ten angeb­li­cher Pan­de­mie­be­kämp­fung wer­den fun­da­men­ta­le Grund­rech­te aus­ge­he­belt. Die Poli­tik setzt inzwi­schen auf die Durch­imp­fung der Bevöl­ke­rung mit expe­ri­men­tel­len Sub­stan­zen.
Der Umbau der Gesell­schaft wird kon­se­quent vor­an­ge­trie­ben. Gen­der-Expe­ri­men­te und Diver­si­tät sol­len den fami­liä­ren Zusam­men­halt zer­stö­ren. Die Grund­fes­ten von Wirt­schaft und Ener­gie wer­den „kli­ma­freund­lich“ abge­tra­gen, Wahl­er­geb­nis­se müs­sen hin­ter­fragt wer­den, Zen­sur und Über­wa­chung über­tref­fen alle Dystopien.
Heu­te besin­nen sich vie­le Bur­schen­schaf­ter wie­der ihrer revo­lu­tio­nä­ren Wur­zeln und enga­gie­ren sich ver­stärkt in den zahl­rei­chen Protestbewegungen.

Das ist nicht mehr harm­lo­ses und dümm­li­ches rech­tes Gewäsch wie die Zeit­rech­nung von Noreia, son­dern kla­re rechts­extre­me Pro­pa­gan­da. Weil der­ar­ti­ger Dreck auch noch mit öffent­li­chen Gel­dern mas­siv geför­dert wird, wer­den wir uns auch noch in einer Fort­set­zung damit beschäftigen.

Hetze und andere Dummheiten am ÖPR-Burschentag-Telegram-Kanal

Het­ze und ande­re Dumm­hei­ten am ÖPR-Burschentag-Telegram-Kanal

Kärntner Maler Eduard Manhart: Mitglied der SA (Wikipedia)

Kärnt­ner Maler Edu­ard Man­hart: Mit­glied der SA (Wiki­pe­dia)

Eduard Manhart auf dem TG-Kanal des ÖPR-Burschentags: Weglassung seiner Mitgliedschaft bei der SA

Edu­ard Man­hart auf dem TG-Kanal des ÖPR-Bur­schen­tags: Weg­las­sung sei­ner Mit­glied­schaft bei der SA