Vilimskys Plagiatkonglomerat: Was war die Leistung?

Schon ein­mal haben wir freche Pla­gia­teure aufgedeckt. Aus­gerech­net das recht­sex­treme Mag­a­zin „Info-Direkt“, das regelmäßig über die „Lügen­presse“ herzieht, hat aus­giebig von dieser abgeschrieben – ohne Quel­lenangabe. Wenn jet­zt eine vom EU-Spitzenkan­di­dat­en der FPÖ, Har­ald Vil­im­sky, bei ein­er blauen Beratungs­ge­sellschaft in Auf­trag gegebene Studie eben­falls sehr deut­liche Pla­giate und Fal­si­fikate aufweist, dann stellen sich gle­ich mehrere Fragen.

Die erste und noch ein­fach zu beant­wor­tende Frage ist natür­lich, um welche Studie han­delt es sich? Die Studie bzw. eigentlich „Recherche“ genan­nte Arbeit trägt den Titel „Für ein Europa der Vater­län­der … Europas rechts­demokratis­che und patri­o­tis­che Bewe­gun­gen – poli­tis­che Aktiv­itäten, Wahler­folge, inhaltliche Ori­en­tierung im Zeitraum 2016 und 2017“.

Ein Titel mit großem Anspruch, dem die von Har­ald Vil­im­sky mit der Durch­führung der „Recherche“ beauf­tragte „Edi­tion K3 Gesellschaft für Sozialpoli­tis­che Stu­di­en. Ver­lags- und Beratungs Ges.mbH“ mit ihrem Kärnt­ner Büro nicht wirk­lich gerecht wird. Das ist sehr, sehr milde aus­ge­drückt. Das aus Mit­teln des Europäis­chen Par­la­ments (Bud­getlin­ie 400) finanzierte Werk war ursprünglich über die EU-Seite der FPÖ in ein­er nicht down­load­baren Ver­sion abruf­bar, danach ver­schwand diese Ver­sion, tauchte gut ver­steckt, wieder an ander­er Stelle auf, und nun, kurz nach­dem es dazu eine Anfrage des „Stan­dard“ an Vil­im­sky gab, ist das Opus Mag­num auch dort nicht mehr zu find­en. Ein Schelm, wer dabei Bös­es denkt!

Vilimsky/K3-"Studie": nach der Standard-Anfrage "verschwunden"

Vilimsky/K3-„Studie”: nach der Stan­dard-Anfrage „ver­schwun­den”

Wer weit­er sucht, stößt noch auf einen Upload bei „Yumpu“.  Ent­ge­gen unseren Gepflo­gen­heit­en ver­linken wir hier zum Werk, denn die Pla­giate und Fal­si­fikate sollen von allen Inter­essierten auch über­prüft wer­den können.

Wom­it wir bei der näch­sten Frage wären: Wie ist der so gravierende Vor­wurf eines Pla­giats (es han­delt sich um viele) und Fal­si­fikats belegt – und was sind Pla­giate und Fal­si­fikate eigentlich? Zu Let­zterem: Wir bedi­enen uns ein­er ein­fachen und klaren Def­i­n­i­tion. Hed­wig Kain­berg­er, Jour­nal­istin der „Salzburg­er Nachricht­en“ (9.1.19) benen­nt das so:

Wer­den etwa For­mulierun­gen ander­er über­nom­men, ohne dies kor­rekt zu zitieren, heißt dies Pla­giat. Wird ein Satz absichtlich verän­dert, heißt dies Fal­si­fikat. Ein Jour­nal­ist, der wieder­holt fladert, fälscht oder flunk­ert, ver­stößt so sehr gegen den Beruf­sethos, dass er gefeuert wird. Ein Wis­senschafter, der bei schlampigem Zitieren ertappt wird, ver­liert zumin­d­est sein Renommee.“

Gilt das nicht für einen Poli­tik­er? Oder für die von ihm beauf­tragte Beratungs­ge­sellschaft? Wer wird da wohl gefeuert, wenn wir nach­weisen, dass die Studie voll von Pla­giat­en und auch Fal­si­fikat­en ist? Wir kön­nen auch bele­gen, dass da nicht bloß schlampig plagi­iert und fal­si­fiziert wurde, son­dern mit voller Absicht.

Ein schlampiges Pla­giat wäre denkbar, wenn in der Arbeit etwa bei einem oder mehreren Zitat­en auf die Angabe der Quelle vergessen wor­den wäre. Schön wär’s! Bei der bezahlten Arbeit von K3 für Vil­im­sky find­en sich über­haupt keine Quel­lenangaben. Bei den von uns unter­sucht­en Kapiteln gibt es – mit Aus­nahme von eini­gen nichtssagen­den Ein­leitungszeilen – kein­er­lei Eigenan­teil, also keine auf die ange­blichen Ver­fass­er der Arbeit rück­führbare Eigen­leis­tung. Nichts, nada, niente!

Die Belege

Kapi­tel: Die neue Mitte

Das Kapi­tel ist gle­ich ein­mal ein schönes Beispiel für ein Pla­giat und ein Fal­si­fikat. Im Orig­i­nal bei wikipedia lautet der Titel „Poli­tis­che Rechte (Poli­tik)“. Bei Vilimsky/K3 wird umgedichtet auf „Die neue Mitte“. Nach einem unverbindlichen Ein­leitungssatz wird abgeschrieben und aus­ge­lassen (der Absatz über Öster­re­ich z. B.). Auch die im Orig­i­nal auf wikipedia angegebe­nen Hyper­links wer­den weggelassen.

Wikipedia

Poli­tis­che Rechte (Poli­tik)
Als poli­tis­che Rechte wird ein Teil des poli­tis­chen Spek­trums beze­ich­net. Sie geht von ein­er Ver­schieden­heit der Men­schen aus und befür­wortet oder akzep­tiert daher eine gesellschaftlicheHier­ar­chie.[1][2][3] Ungle­ich­heit wird deshalb von der poli­tis­chen Recht­en als unauswe­ich­lich, natür­lich, nor­mal und wün­schenswert betra­chtet. (Siehe auch: Egal­i­taris­mus)[1] Hier ist zu unter­schei­den zwis­chen der klas­sis­chen Recht­en, welche die Ungle­ich­heit durch Erb­folge und Fam­i­lien­tra­di­tion gerecht­fer­tigt sieht, und der lib­eralen Recht­en, welche Ungle­ich­heit nur dann für gerecht­fer­tigt hält, wenn sie das Resul­tat eines fairen Wet­tbe­werbs ohne Vorteil­sweit­er­gabe an Nach­fahren ist.[1] Rechte Poli­tik kann sich sowohl auf die gesellschaft­spoli­tis­che als auch auf die wirtschaft­spoli­tis­che Ebene beziehen.[4][5][6]
Nor­ber­to Bob­bio dif­feren­ziert anhand des Kri­teri­ums „Gle­ich­heit“ nicht nur eine poli­tis­che Rechte von ein­er poli­tis­chen Linken, son­dern anhand des Kri­teri­ums „Frei­heit“ auch zwis­chen „rechter Mitte“ und „extremer Rechte“.[7] Rechts­gerichtete Strö­mungen reichen von kon­ser­v­a­tiv­en über recht­spop­ulis­tis­che Posi­tio­nen inner­halb des demokratis­chen Spek­trums bis hin zu ver­schiede­nen Erschei­n­ungs­for­men des anti­demokratis­chen Recht­sex­trem­is­mus, die ihre äußer­sten Extreme in Bewe­gun­gen wie Faschis­mus oder Nation­al­sozial­is­mus finden.
Auch wenn diese Strö­mungen mitunter weit voneinan­der ent­fer­nt sind, eint sie alle­samt die Ablehnung ein­er aktiv emanzi­pa­torischen Gesellschaftsverän­derung auf poli­tis­chem Wege, wie sie von den ver­schiede­nen Strö­mungen des linken Spek­trums angestrebt wird. Poli­tis­che Rechte wollen die tra­di­tionelle gesellschaftliche Ord­nung sowie deren Werte und Nor­men nicht grundle­gend verän­dern (kon­ser­v­a­tive Rechte), in einen früheren Zus­tand zurück­set­zen (reak­tionäre Rechte) oder grundle­gend erneuern (rev­o­lu­tionäre Rechte).

Vilimsky/K3

Die neue Mitte
Als poli­tis­che Rechte wird ein Teil des poli­tis­chen Spek­trums beze­ich­net. Sie geht von ein­er Ver­schieden­heit der Men­schen aus und befür­wortet oder akzep­tiert daher eine gesellschaftliche Hier­ar­chie. Ungle­ich­heit wird deshalb von der poli­tis­chen Recht­en als unauswe­ich­lich, natür­lich, nor­mal und wün­schenswert betra­chtet. Hier ist zu unter­schei­den zwis­chen der klas­sis­chen Recht­en, welche die Ungle­ich­heit durch Erb­folge und Fam­i­lien­tra­di­tion gerecht­fer­tigt sieht, und der lib­eralen Recht­en, welche Ungle­ich­heit nur dann für gerecht­fer­tigt hält, wenn sie das Resul­tat eines fairen Wet­tbe­werbs ohne Vorteil­sweit­er­gabe an Nach­fahren ist. Rechte Poli­tik kann sich sowohl auf die gesellschaft­spoli­tis­che als auch auf die wirtschaft­spoli­tis­che Ebene beziehen.
Nor­ber­to Bob­bio dif­feren­ziert anhand des Kri­teri­ums „Gle­ich­heit“ nicht nur eine poli­tis­che Rechte von ein­er poli­tis­chen Linken, son­dern anhand des Kri­teri­ums „Frei­heit“ auch zwis­chen „rechter Mitte“ und „extremer Rechte“. Rechts­gerichtete Strö­mungen reichen von kon­ser­v­a­tiv­en über recht­spop­ulis­tis­che Posi­tio­nen inner­halb des demokratis­chen Spek­trums bis hin zu ver­schiede­nen Erschei­n­ungs­for­men des anti­demokratis­chen Recht­sex­trem­is­mus, die ihre äußer­sten Extreme in Bewe­gun­gen wie Faschis­mus oder Nation­al­sozial­is­mus finden.
Auch wenn diese Strö­mungen mitunter weit voneinan­der ent­fer­nt sind, eint sie alle­samt die Ablehnung ein­er aktiv emanzi­pa­torischen Gesellschaftsverän­derung auf poli­tis­chem Wege, wie sie von den ver­schiede­nen Strö­mungen des linken Spek­trums angestrebt wird. Poli­tis­che Rechte wollen die tra­di­tionelle gesellschaftliche Ord­nung sowie deren Werte und Nor­men nicht grundle­gend verän­dern (kon­ser­v­a­tive Rechte), in einen früheren Zus­tand zurück­set­zen (reak­tionäre Rechte) oder grundle­gend erneuern (rev­o­lu­tionäre Rechte).

Kapi­tel: AfD sagt Estab­lish­ment Kampf an

Da wird zunächst ein­mal von „kurier.at“ abgeschrieben, ausgenom­men der schräge Unter­ti­tel „Erstes Pro­gramm der ‚Alter­na­tive‘ trägt frei­heitliche Züge“, die unter­schiedlichen Zeit­en (Präsens bzw. Prä­ter­i­tum) und die „Recht­spop­ulis­ten“, die durch die glat­te For­mulierung „die mit­tler­weile mit den Frei­heitlichen eng zusam­me­nar­bei­t­en­den Vertreter“ erset­zt wurden.

„kurier.at“ weist seinen Beitrag als Zusam­men­stel­lung aus Agen­turmel­dung und redak­tioneller Bear­beitung aus. Sehr ähn­liche For­mulierun­gen gibt es auch in ein­er orf.at-Meldung, die – eben­falls kor­rekt – als dpa-Mel­dung zitiert wird. Aus diesem orf.at-Beitrag schreiben Vilimsky/K3 dann noch ein­mal ab, natür­lich ohne Quellenangabe.

Kuri­er

 

Wofür ste­ht die Alter­na­tive für Deutsch­land (AfD)? Als die Partei 2013 gegrün­det wurde, zog sie gegen den Euro zu Felde und schaffte 2014 den Einzug ins Europäis­che Par­la­ment. Mit der Flüchtlingskrise im Herb­st wurde der Kampf gegen Massenein­wan­derung und für Gren­zschließun­gen ihr großes The­ma und bescherte der AfD Spitzen­ergeb­nisse bei den Land­tagswahlen im März.
Bun­desparteitag am Wochenende
Am Woch­enende kom­men die Recht­spop­ulis­ten zu einem Bun­desparteitag in Baden-Würt­tem­berg zusam­men, um ein Parteipro­gramm zu ver­ab­schieden. Mehr als 2.000 der rund 23.000 Mit­glieder haben sich als Teil­nehmer angemeldet. Ein rund 75-seit­iger Lei­tantrag der Parteispitze liegt vor, aus der Parteiba­sis kamen rund 1.200 Änderungsanträge.
Mit einem Grund­satzpro­gramm will die Partei ihr Pro­fil schär­fen, nach­dem sie bish­er vor allem als typ­is­che Protest­partei Stim­men ein­sam­melte. In acht von 16 Lan­despar­la­menten ist die AfD schon vertreten, in Sach­sen-Anhalt wurde sie am 13. März mit 24,3 Prozent der Stim­men zweit­stärk­ste Partei.

Vilimsky/K3

Erstes Pro­gramm der ‚Alter­na­tive‘ trägt frei­heitliche Züge

Wofür ste­ht die Alter­na­tive für Deutsch­land (AfD)? Als die Partei 2013 gegrün­det wurde, zog sie gegen den Euro zu Felde und schaffte 2014 den Einzug ins Europäis­che Par­la­ment. Mit der Flüchtlingskrise im Herb­st wurde der Kampf gegen Massenein­wan­derung und für Gren­zschließun­gen ihr großes The­ma und bescherte der AfD Spitzen­ergeb­nisse bei den Land­tagswahlen im März.

Am Woch­enende kamen die mit­tler­weile mit den Frei­heitlichen eng zusam­men arbei­t­en­den Vertreter der AfD zu einem Bun­desparteitag in Baden-Würt­tem­berg zusam­men, um ein Parteipro­gramm zu ver­ab­schieden. Mehr als 2.000 der rund 23.000 Mit­glieder hat­ten sich als Teil­nehmer angemeldet. Ein rund 75-seit­iger Lei­tantrag der Parteispitze lag vor, aus der Parteiba­sis kamen rund 1.200 Änderungsanträge.
Mit diesem Grund­satzpro­gramm will die Partei ihr Pro­fil schär­fen, nach­dem sie bish­er vor allem als typ­is­che Protest­partei Stim­men ein­sam­melte. In acht von 16 Lan­despar­la­menten ist die AfD schon vertreten, in Sach­sen-Anhalt wurde sie am 13. März mit 24,3 Prozent der Stim­men zweit­stärk­ste Partei.

Das Kapi­tel ist mit diesem Pla­giat und Fal­si­fikat aber noch nicht zu Ende! Wer’s genau wis­sen will: Es geht weit­er mit einem Pla­giat von orf.at (30.4.2016), dann mit dem schon weit­er oben zitierten orf.at-Beitrag (30.4.16), weit­er mit Auszü­gen aus ein­er APA-Mel­dung, die wir – kor­rekt zitiert – auf standard.at gefun­den haben.

Diverse Online-Anbi­eter wie die US-Han­del­skonz­erne Ama­zon und Wal­mart bieten auf ihrer Web­seite ein E‑Book von Thom Delißen über die AfD an, dessen Kurzbeschrei­bung sich exakt im Text von Vilimsky/K3 wiederfind­et. Der let­zte Satz über die recht­sex­tremen bzw. völkischen Ten­den­zen bei der AfD wurde dezent zen­siert, dafür deutet der Titel „Ein wahre Alter­na­tive …“ auf eine eigen­ständi­ge Leis­tung von Vilimsky/K3 hin.

Ankündi­gung­s­text E‑Book Delißen
[Wortzusam­men­ziehun­gen im Original]


Die Alter­na­tive für Deutsch­land (abgekürzt AfD) ist eine poli­tis­che Partei­in Deutsch­land. Sie wurde als Reak­tion auf die Euro-Ret­tungspoli­tik am 6.Februar 2013 in Berlin gegrün­det. Sie gewann bei der Europawahl 2014erstmals über­re­gionale Man­date und zog 2014 in die Lan­despar­la­mente von­Sach­sen, Bran­den­burg, Thürin­gen, 2015 in jene von Ham­burg und Bre­men sowie2016 in jene von Sach­sen-Anhalt, Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz ein.Parteisprecher waren bis Juli 2015 die Bun­desvor­standsmit­glieder Bernd­Lucke, Frauke Petry und Kon­rad Adam. Nach einem monate­lan­genin­ner­parteilichen Machtkampf wur­den Frauke Petry und Jörg Meuthen als­gle­ich­berechtigte Parteivor­sitzende gewählt. Daraufhin spal­tete sich der­bere­its zuvor auf Ini­tia­tive von Lucke gegrün­dete Weck­ruf 2015 ab und esent­stand die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch.Politikwissenschaftler verorten die AfD seit 2014 im poli­tis­chen Spek­trum­rechts von den Union­sparteien und beze­ich­nen sie über­wiegend alsrecht­spop­ulis­tisch oder recht­spop­ulis­tisch bee­in­flusst. Der Führungswech­selder Partei im Juli 2015 wurde als Recht­sruck und Sieg desna­tion­alkon­ser­v­a­tiv­en über den wirtschaft­slib­eralen Partei­flügeleingestuft. Einige Wis­senschaftler erken­nen sei­ther bei Teilen oderbes­timmten Führungsper­so­n­en der AfD auch recht­sex­treme beziehungsweise völkische Tendenzen.

Vilimsky/K3

Eine wahre Alternative
Die AfD ist zwar jung, jedoch bere­its am Weg, Deutsch­land zu verän­dern – und das in Koop­er­a­tion mit der FPÖ

Die Alter­na­tive für Deutsch­land (abgekürzt AfD) ist eine poli­tis­che Partei in Deutsch­land. Sie wurde als Reak­tion auf die Euro-Ret­tungspoli­tik am 6. Feb­ru­ar 2013 in Berlin gegrün­det. Sie gewann bei der Europawahl 2014 erst­mals über­re­gionale Man­date und zog 2014 in die Lan­despar­la­mente von Sach­sen, Bran­den­burg, Thürin­gen, 2015 in jene von Ham­burg und Bre­men sowie 2016 in jene von Sach­sen-Anhalt, Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz ein. 

Parteis­prech­er waren bis Juli 2015 die Bun­desvor­standsmit­glieder Bernd Lucke, Frauke Petry und Kon­rad Adam. Nach einem monate­lan­gen inner­parteilichen Machtkampf wur­den Frauke Petry und Jörg Meuthen als gle­ich­berechtigte Parteivor­sitzende gewählt. Daraufhin spal­tete sich der bere­its zuvor auf Ini­tia­tive von Lucke gegrün­dete Weck­ruf 2015 ab und es ent­stand die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch.
Poli­tik­wis­senschaftler verorten die AfD seit 2014 im poli­tis­chen Spek­trum rechts von den Union­sparteien und beze­ich­nen sie über­wiegend als recht­spop­ulis­tisch oder recht­spop­ulis­tisch bee­in­flusst. Der Führungswech­sel der Partei im Juli 2015 wurde als Recht­sruck und Sieg des nation­alkon­ser­v­a­tiv­en über den wirtschaft­slib­eralen Partei­flügel eingestuft.

Die fol­gen­den Absätze dieses Kapi­tels stam­men aus dem umfan­gre­ichen wikipedia-Ein­trag über die „Alter­na­tive für Deutsch­land“, wo die Quellen detail­liert aus­gewiesen sind, während bei Vilimsky/K3 nur plagi­iert wird.

Weit­ere Kapi­tel abgeschrieben

Auch die Kapi­tel „Keine Alter­na­tive zur Alter­na­tive“, „Zer­reißprobe in der AfD“, „Ner­vosität beim Estab­lish­ment“ , „AfD im Wirbel“ , „Fran­zosen zuerst“, „Ist Le Pen zu stop­pen?“ haben wir gecheckt und dabei unter anderem Pla­giate von „wikipedia“, Reuters, welt.de, Tagesspiegel, APA bzw. standard.at , presse.com und Tirol­er Tageszeitung gefun­den. Anzunehmen ist, dass auch alle anderen Kapi­tel abgeschrieben wur­den oder zumin­d­est Textbausteine enthal­ten, die plagi­iert wurden.

Gram­matik­fehler auch abgeschrieben

Im Kapi­tel „Gegen Fremdbes­tim­mung“ tauchen zunächst Text­teile auf, die wir auf kurier.at ent­deckt haben. Dann fol­gt ein Abschnitt, der ein­er APA-Mel­dung „ent­nom­men“ wur­den – samt Gram­matik­fehler, schlampiger Aus­las­sung und der Wegstre­ichung der Charak­ter­isierung „aus­län­der­feindlich“ für die Lega Nord..

APA-Mel­dung (18.9.16)

Rom (APA) — Ital­iens Mitte-rechts-Lager sucht ohne Unter­stützung von Ex-Pre­mier Sil­vio Berlus­coni nach ein­er neuen poli­tis­chen Iden­tität. Dies soll mith­il­fe des von Berlus­coni mit der Neu­grün­dung der recht­skon­ser­v­a­tiv­en Forza Italia beauf­tragte Man­ag­er Ste­fano Parisi erfol­gen. Parisi rief an diesem Woch­enende die Mitte-rechts-Kräfte zu Zusam­men­halt auf, um der Wäh­ler­schaft eine poli­tisch Alter­na­tive zu bieten.

„Zusam­men sind wir in der Lage, das Kabi­nett Ren­zi zu erset­zen und Ital­ien zu regieren. Von Mai­land aus soll die Neu­grün­dung des Mitte-rechts-Lagers starten“, betonte Parisi, erfol­glos­er Kan­di­dat bei der Mailän­der Bürg­er­meis­ter­wahl im ver­gan­genen Mai. Der gebür­tige Römer, Ex-Gen­eraldirek­tor des Unternehmerver­bands Con­find­us­tria und Ex-Geschäfts­führer des Telekomkonz­erns Fast­web, will eine Strate­gie entwick­eln, damit die unter der Konkur­renz der Demokratis­chen Partei (PD) von Pre­mier Mat­teo Ren­zi und der pop­ulis­tis­chen Fünf-Sterne-Bewe­gung lei­dende Mitte-rechts-Allianz einen Weg aus ihrer Krise finde und in den Augen der Wäh­ler­schaft wieder attrak­tiv­er werde.

Die Mitte-rechts-Allianz, die ohne der poli­tis­chen Führung Berlus­co­nis seit Jahren dahin­siecht, sei laut Parisi die einzige Hoff­nung für die Ital­iener. Vor allem angesichts der akuten Flüchtlingskrise, mit der Ren­zi nicht umge­hen könne, sei eine Wende in Ital­ien drin­gend notwendig. Parisi appel­lierte an die Ital­iener, bei dem im Herb­st geplanten Ref­er­en­dum über Ren­zis Ver­fas­sungsre­form „Nein“ zu stim­men. Damit könne man den Sturz von Ren­zis Regierung beschle­u­ni­gen, sagte Parisi.

Zur Ver­anstal­tung in Mai­land wur­den mehrere Haup­tak­teure des Mitte-rechts-Lagers ein­ge­laden. Die aus­län­der­feindliche Lega Nord, die in den ver­gan­genen Monat­en an Stim­men stark zule­gen kon­nte, will von Pari­sis Plä­nen nichts wis­sen. Lega-Chef Mat­teo Salvi­ni erk­lärte, er sei zwar zu Pari­sis Ver­anstal­tung ein­ge­laden wor­den, er sei jedoch mit dem Tre­f­fen der Lega-Anhänger im lom­bardis­chen Pon­ti­da beschäftigt. „Parisi denkt an eine alte Ver­sion des Mitte-rechts-Lagers, das Brüs­sel, den Banken und der deutschen Bun­deskan­z­lerin Merkel hörig ist. Das ist nicht das Pro­jekt, das ich im Kopf habe“, kom­men­tierte Salvi­ni. Er sel­ber traf die Lega-Anhänger bei ein­er großen Ver­anstal­tung im lom­bardis­chen Pon­ti­da am Sonntag.

Vilimsky/K3

In Ital­ien sucht indes das „Mitte-rechts-Lager„ohne Unter­stützung von Ex-Pre­mier Sil­vio Berlus­coni nach ein­er neuen poli­tis­chen Iden­tität. Dies soll mith­il­fe des von Berlus­coni mit der Neu­grün­dung der recht­skon­ser­v­a­tiv­en Forza Italia beauf­tragte Man­ag­er Ste­fano Parisi erfol­gen. Parisi rief an die Mitte-rechts-Kräfte zu Zusam­men­halt auf, um der Wäh­ler­schaft eine poli­tisch Alter­na­tive zu bieten.

„Zusam­men sind wir in der Lage, das Kabi­nett Ren­zi zu erset­zen und Ital­ien zu regieren. Von Mai­land aus soll die Neu­grün­dung des Mitte-rechts-Lagers starten“, betonte Parisi, erfol­glos­er Kan­di­dat bei der Mailän­der Bürg­er­meis­ter­wahl im ver­gan­genen Mai. Der gebür­tige Römer, Ex-Gen­eraldirek­tor des Unternehmerver­bands Con­find­us­tria und Ex-Geschäfts­führer des Telekomkonz­erns Fast­web, will eine Strate­gie entwick­eln, damit die unter der Konkur­renz der Demokratis­chen Partei (PD) von Pre­mier Mat­teo Ren­zi und der pop­ulis­tis­chen Fünf-Sterne-Bewe­gung lei­dende Mitte-rechts-Allianz einen Weg aus ihrer Krise finde und in den Augen der Wäh­ler­schaft wieder attrak­tiv­er werde.

Die Mitte-rechts-Allianz, die ohne der poli­tis­chen Führung Berlus­co­nis seit Jahren dahin­siecht, sei laut Parisi die einzige Hoff­nung für die Ital­iener. Vor allem angesichts der akuten Flüchtlingskrise, mit der Ren­zi nicht umge­hen könne, sei eine Wende in Ital­ien drin­gend notwendig. Parisi appel­lierte an die Ital­iener, bei dem im Herb­st geplanten Ref­er­en­dum über Ren­zis Ver­fas­sungsre­form „Nein“ zu stim­men. Damit könne man den Sturz von Ren­zis Regierung beschle­u­ni­gen, sagte Parisi.

Zur Ver­anstal­tung in Mai­land wur­den mehrere Haup­tak­teure des Mitte-rechts-Lagers ein­ge­laden. Die Lega Nord, die in den ver­gan­genen Monat­en an Stim­men stark zule­gen kon­nte, will von Pari­sis Plä­nen nichts wis­sen. Lega-Chef Mat­teo Salvi­ni erk­lärte, er sei zwar zu Pari­sis Ver­anstal­tung ein­ge­laden wor­den, er sei jedoch mit dem Tre­f­fen der Lega-Anhänger im lom­bardis­chen Pon­ti­da beschäftigt. „Parisi denkt an eine alte Ver­sion des Mitte-rechts-Lagers, das Brüs­sel, den Banken und der deutschen Bun­deskan­z­lerin Merkel hörig ist. Das ist nicht das Pro­jekt, das ich im Kopf habe“, kom­men­tierte Salvi­ni. Er sel­ber traf die Lega-Anhänger bei ein­er großen Ver­anstal­tung im lom­bardis­chen Pon­ti­da am Sonntag.

Die Fälschun­gen sind auch nicht schlecht!

Wo bei Vilimsky/K3 ein Pla­giat zu find­en ist, ist auch das Falsfikat/die Fälschung oder Ver­fälschung nicht weit! Etwa im Kapi­tel „Le Pen legt Vor­sitz nieder“, das einem Artikel der „Kleinen Zeitung“ entspricht. Mit entschei­den­den Ver­fälschun­gen: Das Attrib­ut „recht­sex­trem“ für den Front Nation­al aus dem Orig­i­nal ist in der Vil­im­sky/K3-Ver­sion – handw­erk­lich hol­prig – weggesäu­bert wor­den. Etwas weit­er unten wird im Orig­i­nal der Kleinen Zeitung eine „nation­al­is­tis­che Lin­ie“ von Le Pen kon­sta­tiert, die bei Vilimsky/K3 zu ein­er „patri­o­tis­chen Lin­ie“ geän­dert wird.

Kleine Zeitung

Die franzö­sis­che Recht­spop­ulistin Marine Le Pen hat vorüberge­hend den Vor­sitz der recht­sex­tremen Front Nation­al (FN) niedergelegt, um sich auf ihre Präsi­dentschaft­skan­di­datur zu konzen­tri­eren. „Heute abend bin ich nicht mehr Präsi­dentin der FN, ich bin Präsi­dentschaft­skan­di­datin”, sagte die 48-Jährige am Mon­tagabend im TV-Sender France 2.

Vilimsky/K3

Die franzö­sis­che Recht­spop­ulistin Marine Le Pen hat vorüberge­hend den Vor­sitz der ihrer Partei, der Front Nation­al (FN) niedergelegt, um sich auf ihre Präsi­dentschaft­skan­di­datur zu konzen­tri­eren. „Heute abend bin ich nicht mehr Präsi­dentin der FN, ich bin Präsi­dentschaft­skan­di­datin”, sagte die 48-Jährige am Mon­tagabend im TV-Sender France 2.

Die Ver­fälschun­gen betr­e­f­fen auch Stellen, die auf die Herkun­ft der Texte schließen ließen. So wurde das Kapi­tel „Ter­ror: Rechtsparteien erhal­ten Zus­pruch“ fast kom­plett von den „Salzburg­er Nachricht­en“ bzw. ein­er APA-Mel­dung abgeschrieben (die SN-online haben den Beitrag kor­rekt als APA-Mel­dung gekennze­ich­net). Wohl um die Herkun­ft der Mel­dung zu ver­schleiern, wurde aus dem Satzteil, „OGM-Chef Wolf­gang Bach­may­er sagte gegenüber der APA“, die For­mulierung, „OGM-Chef Wolf­gang Bach­may­er sagte gegenüber Medi­en“.

Im Kapi­tel „Europa der Bürg­er zurück­holen“ wurde eine ganze Seite lang vom „Tagesspiegel“ abgeschrieben, der über ein Tre­f­fen von Le Pen mit Frauke Petry (damals noch AfD-Vor­sitzende) berichtete. Der Schlusssatz aus dem Bericht des „Tagesspiegel“ wurde allerd­ings zen­siert. Er lautete: „Die Recht­spop­ulis­ten hat­ten die Berichter­stat­tung von ihrem Kongress eingeschränkt: Mehreren Medi­en war der Zugang vor­ab ver­wehrt wor­den.

Was war die Leistung?

Ein Text von beachtlich­er Länge, vorgestellt als Recherche, die von der „K3 Gesellschaft für Sozialpoli­tis­che Stu­di­en. Ver­lags- und Beratungs Ges.mbH“ im Auf­trag von Har­ald Vil­im­sky ver­fasst und auch bezahlt wurde. Der Hin­weis find­et sich ganz dezent auf der Titel­seite unten: „Financed by the 400 bud­get of the ENF group. The Euro­pean Par­lia­ment is not respon­si­ble for the con­tent of this arti­cle.

K3-Publikation im Auftrag von Vilimsky, finanziert durch EU-Fraktionsgelder

K3-Pub­lika­tion im Auf­trag von Vil­im­sky, finanziert durch EU-Fraktionsgelder

Dass das Europäis­che Par­la­ment die Ver­ant­wor­tung für die Pla­giate und Fal­si­fikate ablehnt, ver­ste­ht man. Dass ein der­ar­tiges Werk aber auch noch aus öffentlichen Geldern bezahlt wird, ist schon weniger ein­sichtig. Darum wür­den wir gerne Ein­blick nehmen in den Ver­trag zwis­chen Vil­im­sky und der K3 und fra­gen: Was war die Leis­tung? Auch Abschreiben kostet Zeit, keine Frage – aber wozu? Und zu welchem Preis? Ja, und dann hät­ten wir gerne gewusst: Wusste Har­ald Vil­im­sky als Auf­tragge­ber von den Abschreibübun­gen der K3? Wenn nein, warum lässt sich Vil­im­sky einen so zusam­mengeschus­terten, geflick­ten und ver­fälscht­en Tex­thaufen als Recherche andrehen? Aber vielle­icht find­et sich die Antwort im …

… Post­skrip­tum

Die mit der Recherche beauf­tragte „Edi­tion K3 / Gesellschaft für sozialpoli­tis­che Stu­di­en Ver­lags- und Beratungs-Ges.mbH“ ist im Besitz der Fam­i­lie Mölz­er, mit der Kon­tak­tadresse [email protected]… ist ver­mut­lich Vater Andreas gemeint. Seine bei­den Söhne sind Gesellschafter, Wen­delin zudem FPÖ-Nation­al­ratsab­ge­ord­neter, Wolf-Rüdi­ger ehe­ma­liger FPÖ-Mitar­beit­er im Europäis­chen Par­la­ment und danach par­la­men­tarisch­er Mitar­beit­er ein­er Gruppe von blauen Nation­al­ab­ge­ord­neten. Alle drei verdin­gen sich auch bei der recht­sex­tremen „Zur Zeit“, die von der Mölzer’schen „W3 Ver­lags­ge­sellschaft“ pro­duziert wird. Prak­tis­cher­weise wur­den auch von „Zur Zeit“ Artikel in das Kon­vo­lut über­nom­men, wie das Büro Vil­im­sky dem „Stan­dard“ ver­ri­et. Und trotz dop­pel­ter Nach­frage vom „Stan­dard“ war man nicht bere­it bekan­nt zu geben, wie viel Geld für diese „Studie“ bezahlt wurde. Warum dieses Geheim­nis? Wir erah­nen es …

Firmenbuch Edition K3: Gesellschafter Wolf-Rüdiger und Wendelin Mölzer

Fir­men­buch Edi­tion K3: Gesellschafter Wolf-Rüdi­ger und Wen­delin Mölzer

Wikipedia zu "Politische Rechte"

Wikipedia zu „Poli­tis­che Rechte”

K3-"Studie" zu "Die neue Mitte" – kopiert aus Wikipedia

K3-„Studie” zu „Die neue Mitte” – kopiert aus Wikipedia