Security-Skandal: Küssel-Mann unbefugt in Parlamentsräumen

Täglich kom­men nun neue Details zum Fall des Secu­ri­ty-Mannes im Par­la­ment an die Öffentlichkeit. Heute, dass sein recht­sex­tremer Back­ground im Bun­desheer bekan­nt war und zu sein­er Ent­las­sung geführt hat­te. Und: Er hat Ver­wal­tungsräume im Par­la­ment betreten, die er nicht betreten hätte dürfen.

Wie das pro­fil heute veröf­fentlichte, wurde Thomas K.-C. bere­its 2016 aus dem Bun­desheer „entordert“ und dessen Akte mit einem Sper­rver­merk verse­hen: „Wie pro­fil-Recherchen zeigen, war der Mann 2016, damals noch als Miliz­sol­dat, ins Visi­er des Abwehramtes des Öster­re­ichis­chen Bun­desheeres ger­at­en und wegen sein­er recht­sex­tremen Kon­tak­te dauer­haft aus dem Miliz­di­enst aus­geschlossen wor­den. Dessen ungeachtet kon­nte er ab Feb­ru­ar 2018 als Secu­ri­ty im Par­la­ment anheuern, ehe er ab Sep­tem­ber unter anderem auch für die laufend­en Unter­suchungsauss­chüsse zu den Causen BVT und Eurofight­er abgestellt war. Laut seinem Lebenslauf durch­lief er als Unterof­fizier­san­wärter zwis­chen 2012 und 2013 beim Bun­desheer den ein­jähri­gen Aus­bil­dungs­di­enst; im Novem­ber 2015 rück­te er dann in Kärn­ten ein, um das Stab­s­batail­lon 7 beim Assis­ten­zein­satz an der Staats­gren­ze zu ver­stärken („Gren­zsicherung“ und „Ord­nungs­di­enst“, wie er dazu in seinem Lebenslauf ver­merk­te). (…) Spätestens im März 2016 wurde er aber abge­zo­gen, nach­dem das Abwehramt auf ihn und seine Verbindun­gen ins recht­sex­treme Lager in Öster­re­ich und Deutsch­land aufmerk­sam gewor­den war. Er wurde aus der Miliz in den soge­nan­nten Reserve-Stand (‚Entorderung’) ver­set­zt und zugle­ich mit einem unbe­fris­teten ‚Sper­rver­merk’ belegt. Das bedeutet, dass er nicht nur seine Uni­form abgeben musste, er wurde darüber hin­aus auch von allen kün­fti­gen mil­itärischen Auf­gaben und Dien­stleis­tun­gen aus­geschlossen. Die Sache ist umso delikater, als der Vater des Mannes auf eine lange Offizier­skar­riere im Bun­desheer zurück­blickt.“ (pro­fil)

Wir hal­ten fest: Für das Bun­desheer hat der recht­sex­treme Back­ground des Mannes gere­icht, um ihn de fac­to zu ent­lassen. Da diese Infor­ma­tion jedoch nicht weit­erg­ere­icht bzw. abge­fragt wurde, kon­nte K.-C. als Secu­ri­ty für die höch­ste poli­tis­che Instanz in dieser Repub­lik, das Par­la­ment, einge­set­zt werden.

Aber damit nicht genug: Thomas K.-C. war – das ist jet­zt qua­si amtlich – nicht nur als „Sicher­heit­sor­gan“ zur Kon­trolle von Ausweisen beim Unter­suchungsauss­chuss BVT des Nation­al­rats einge­set­zt. Der Neon­azi war schon Monate vorher auch als Porti­er tätig und hat­te mit sein­er Schlüs­selka­rte Zugang zu fak­tisch allen Räum­lichkeit­en des Par­la­ments. Nun erfahren wir eben­falls heute über den Stan­dard, dass K.-C. tat­säch­lich unbefugt Räume im Par­la­ment betreten haben soll. Eine Erk­lärung dazu: Während des Umbaus des Par­la­ments­ge­bäudes am Ring ist das Par­la­ment in Trak­te der Hof­burg über­siedelt. Dort sind einzelne Sek­toren durch elek­tro­n­is­che Zutrittskon­trollen gesichert – die Zutritte wer­den also pro­tokol­liert. „Der Mitar­beit­er, der am Mon­tag ent­lassen wurde, kon­nte sich seit 8. Okto­ber frei im Par­la­ment bewe­gen. Seine Aktiv­itäten ste­hen fast immer im Ein­klang mit seinen Auf­gaben als Secu­ri­ty-Mitar­beit­er, mit ein­er Aus­nahme. Am 22. Okto­ber soll er während ein­er Ein­schu­lung ‚zwei Büroräume des Ver­wal­tungs­bere­ichs der Par­la­ments­di­rek­tion’ entsper­rt haben.“ (Stan­dard)

Es wird also zu klären sein, wo sich Thomas K.-C. Zutritt ver­schafft hat und was er dort gemacht hat. Wo, wird anhand der Zutrittspro­tokolle wohl bekan­nt sein.

Update 22.11.18: „Am Don­ner­stag gab das Par­la­ment dann doch Ent­war­nung: Auch die zwei anfangs als „sach­lich nicht begründ­baren” Zutritte kon­nten gek­lärt wer­den.“ (derstandard.at, 22.11.18)