Feldkirch/Dornbirn: Schlechte Prognose für Neonazi

Zwölf Vorstrafen hat der Angeklagte trotz sein­er jugendlichen 21 Jahre schon ange­sam­melt, sechs Jahre saß er – so die „Vorarl­berg­er Nachricht­en“ in ihrer Print­aus­gabe vom 24.5.2017 — bere­its hin­ter Git­tern und im zarten Alter von sieben Jahren hat er die erste Straftat verübt. Dementsprechend wurde er aus ein­er aktuellen 13-monati­gen Haft zu seinem Prozess wegen Wieder­betä­ti­gung vorgeführt.

Auch wenn sich die „Vorarl­berg­er Nachricht­en“ ver­rech­net haben soll­ten, die krim­inelle Kar­riere des 21-jähri­gen Dorn­birn­er ist erschreck­end und wirft Fra­gen auf, mit denen sich nicht bloß die Jus­tiz beschäfti­gen muss. Allein aus Verurteilun­gen und Schmerzens­geld­forderun­gen haben sich rund 25.000 Euro Schulden ange­sam­melt, die neben den Haft­strafen das zukün­ftige Leben des Angeklagten ziem­lich verdunkeln.

Mit 14 Jahren hat er – soeben strafmündig gewor­den – seine erste Haft­strafe wegen Raub kassiert. Jet­zt aber stand er wegen Wieder­betä­ti­gung vor Gericht. Auf Face­book hat­te er sich mehrmals ein­schlägig geäußert, etwa so: „Lieber wäre ich 1945 gefall­en als in der heuti­gen Zeit zu leben. Ja – Ihr ganzen Gut­men­schen, ihr habt eure Herkun­ft vergessen…. Heil Hitler! … dieser Staat geht unter und das Reich kommt wieder. Jawohl mein Führer“ (Vorarl­berg­er Nachricht­en, 24.5.2017).

Er war aber nicht nur auf Face­book als Nazi unter­wegs. Am Dorn­birn­er Bahn­hof fiel er am 26. Sep­tem­ber 2016 auf, als er seinen Kam­er­aden mit dem Hit­ler­gruß begrüßte. Einem ser­bis­chen Secu­ri­ty-Men­schen beschied er: „Du Scheißserbe gehörst in eine Gaskam­mer in Auschwitz!“. Und die her­beigerufene Polizistin mit Migra­tionsh­in­ter­grund begrüßte er mit: „Kennst du Auschwitz? Du gehörst ver­gast!“. Bei sein­er Ver­haf­tung erk­lärte er dann noch, dass er den Staat Öster­re­ich ablehne und sich der Waf­fen-SS unter­stellt habe.

Auf seinem Handy fan­den sich dann noch Lieder der Nazi-Band „Kraftschlag“, die der Angeklagte als eine der weni­gen „ehrlichen“ Bands. In ihrem Song „Alter Mann“ heißt es etwa: 

„Unser Vor­bild ist die Waf­fen SS
und wir gedenken Rudolf Hess.
Ein Volk, ein Reich, ein Führer
hallte es nun durch Deutsch­land immer wieder“.

Für den Schwurg­ericht­shof war die Sache weit­ge­hend klar. Der Angeklagte, der im Okto­ber des Vor­jahres ger­ade 13 Monate erhal­ten hat, kassierte einen Schuld­spruch, ver­bun­den mit ein­er weit­eren unbe­d­ingten Haft­strafe von 35 Monat­en. Das Urteil ist noch nicht recht­skräftig.